Ameritrade glänzt mit Rekordquartal

Mittwoch, 17. Januar 2007 00:00

(IT-Times) Der amerikanische Online-Broker TD Ameritrade Holding (Nasdaq: AMTD<AMTD.FSE>, WKN: 724587<AMT.FSE>) startete mit einem Rekordquartal in das neue Fiskaljahr 2007. Der Gewinn zog um beachtliche 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr an, wobei der Online-Broker einmal mehr die Analystenerwartungen übertreffen konnte.

Celent-Analyst Robert Ellis führt den Erfolg im jüngsten Quartal nicht zuletzt auf die Übernahme des kanadischen Online-Brokers TD Waterhouse zurück. Anfang Dezember schloss Ameritrade im Zusammenhang mit der fortschreitenden Integration von Waterhouse drei Investmentcenter. Damit realisiert der Discount-Broker erste Synergieeffekte, die sich durch die Überlappung von Investmentzentren durch die Waterhouse-Übernahme ergeben hatten.

Zum anderen profitierte Ameritrade aber auch von einem guten Börsenumfeld, verweist Celent-Analyst Ellis auf die gestiegenen Börsenbarometer Dow Jones und Nasdaq zum Jahresende.

Bank of America-Vorstoß bremst Geschäft nicht

Darüber hinaus erwiesen sich Befürchtungen, dass der Vorstoß von Bank of America im Oktober 2006 das Geschäft der etablierten Online-Broker negativ beeinträchtigen könnte, als unbegründet. Unter dem Strich konnte Ameritrade auch im vergangenen Quartal weitere Kunden hinzugewinnen. So wurden 109.000 neue Kundenkonten eröffnet und nur 40.000 geschlossen, heißt es bei Ameritrade.

Die Bank of America sorgte im Herbst 2006 für Aufsehen in der Branche, nachdem die Bank 30 kostenlose Trades im Monat für Kunden mit Einlagen ab 25.000 US-Dollar ankündigte. Ameritrade-Manager sahen aber durch den Vorstoß der US-Bank aber nur geringe Auswirkungen auf das Geschäft. Vielmehr sei es für Ameritrade wichtig, die eingeschlagene Strategie effektiv umzusetzen und mehr und mehr zu einem Vermögensverwalter zu werden, erklärt Ameritrade-Chef Joe Moglia.

Kurzportrait

Die in Omaha/Nevada ansässige TD Ameritrade kann auf eine 28-jährige Broker-Geschichte zurückblicken. Das Unternehmen bietet seit jeher für private als auch für institutionelle Anleger Investment-Services an. Heute tritt TD Ameritrade als klassischer Online-Broker auf und bietet neben einer Internet-Plattform auch traditionelles Brokerage an, wonach Kunden ihre Aufträge auch mit Hilfe des Telefons und Fax weitergeben können.

Im Hinblick auf die Firmenstruktur ist TD Ameritrade in zwei verschiedene Bereiche unterteilt. Das Privatkundengeschäft umfasst die Einheiten Ameritrade Plus und Ameritrade Pro. Der Bereich Ameritrade Plus ist vielmehr aus der Akquisition von National Discount Broker (NDB Group) und dessen Web-Plattform ndb.com hervorgegangen. Ameritrade Plus ist die Antwort auf gut informierte Kunden, welche ihre Wertpapiergeschäfte in Eigenregie erledigen wollen, aber nicht als Day-Trader gelten. Ameritrade Pro ist dagegen auf die lukrativen Day-Trader zugeschnitten, welche dem Unternehmen in der Regel den meisten Umsatz in Form von Gebühren und Provisionen einbringen.

Im institutionellen Bereich bietet Ameritrade ebenfalls verschiedene Services an. Dazu gehören die Geschäftsbereiche Ameritrade Clearing, Ameritrade Corporate Services, Ameritrade Advisor Services und Ameritrade Financial Services. Der Geschäftsbereich Ameritrade Clearing beinhaltet das traditionelle Geschäft mit professionellen Wertpapierhändlern, während das Angebot Ameritrade Corporate speziell auf Firmenkunden zugeschnitten ist. Ameritrade Advisor richtet sich an unabhängige Vermögensberater, wobei Ameritrade Financial Services Firmen die Möglichkeit bietet in Kooperation mit dem Unternehmen selbst eine Online-Handelsplattform zu entwickeln.

Aktuell betreut TD Ameritrade mehr als sechs Mio. Kunden. Nach der Übernahme des Konkurrenten Datek Online im September 2002 für mehr als 700 Mio. US-Dollar, kaufte Ameritrade im Juni 2003 die Tochter der SWS Group mydiscountbroker.com für rund fünf Mio. Dollar. Anfang Oktober 2003 folgte dann schließlich die Übernahme von BrokerageAmerica. Später kaufte TD Ameritrade den Broker Bidwell & Co für rund 55 Mio. Dollar. Im Oktober 2004 übernahm TD Ameritrade 45.000 Kundenkonten von JB Oxford & Company. Im Jahr 2005 übernahm der Online-Broker schließlich die amerikanischen Operationen des Rivalen TD Waterhouse für 2,9 Mrd. Dollar, wodurch auch der neue Firmenname TD Ameritrade entstand.

Zahlen

So berichtet TD Ameritrade von einem Umsatzanstieg auf 535,2 Mio. US-Dollar, ein Plus von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn schnellte dabei um 69 Prozent auf 145,6 Mio. Dollar oder 24 US-Cent je Aktie nach oben, nach einem Profit von 86 Mio. Dollar oder 21 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 173 Mio. Dollar oder 28 US-Cent je Aktie, womit TD Waterhouse die Analystenerwartungen übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man zunächst nur mit Einnahmen von 521,4 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 22 US-Cent je Aktie gerechnet.

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