AMD erholt sich nur langsam

Dienstag, 20. Oktober 2009 13:44
Advanced Micro Devices (AMD)

(IT-Times) - Der US-Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (NYSE: AMD, WKN: 863186) hat im jüngsten Quartal seine Umsätze wieder steigern können. Dennoch steckt der Intel-Rivale weiter in den roten Zahlen. Allein im jüngsten Quartal fiel ein Nettoverlust von 128 Mio. US-Dollar an.

Einziger Lichtblick: Die Umsätze wuchsen gegenüber dem Vorquartal um 18 Prozent. Hintergrund war vor allem die höhere Nachfrage nach Notebooks sowie eine stärkere Nachfrage aus China, so AMD-Chef Dirk Meyer.

AMD stellt acht neue Athlon II Prozessoren vor
Mit einem neuen Finanzchef sowie einer Offensive im Desktop-Markt will AMD aus der Krise fahren. Nachdem AMD jüngst den ehemaligen Qimonda-Manager als neuen Chief Financial Officer (CFO) vorstellte, präsentierte AMD heute acht neue Athlon II Prozessoren, darunter drei Three-Core-CPUs und zwei energieeffiziente 45-Watt-Prozessoren für Mini-Tower und All-in-one-Systeme. Damit will AMD dem Trend hin zu immer kleineren PCs nachkommen, erklärt AMD-Produkt-Manager Adam Kozak.

Wie der Branchendienst DigiTimes erfahren haben will, soll Ende Oktober bzw. Anfang November AMDs neue Congo-Plattform auf den Markt kommen. Dabei steht das Thema ultra-dünne Notebooks ganz im Vordergrund. In den nächsten zwei Jahren sind zudem mit Nile und Brazos zwei weitere Plattformen in diesem Bereich geplant.

Trotz der Produktoffensive sehen Marktbeobachter wie Gartner-Analyst Martin Reynolds AMD noch lange nicht über den Berg. AMD werde sich noch weiteren schwierigen Quartalen gegenüber sehen. Weitere Produkte seien notwendig, zudem müsse AMD die Kapazitäten auslasten und hochfahren.

Unsicherheit über die Zukunft bleibt
Viel Zeit bleibt AMD nicht mehr. Wie die Zahlen des Branchenprimus Intel belegen, ist der weltweit größte Chip-Konzern weiter im Aufwind. Nachdem Intel seinen Marktanteil im weltweiten Prozessormarkt laut iSuppli zuletzt auf ein neues 4-Jahreshoch auf 80,6 Prozent gesteigert hat, ist der Abstand zwischen Intel und AMD weiter größer geworden.

Trotz des gestiegenen PC-Absatzes konnte AMD bislang nicht von der leichten Erholung in der Halbleiterbranche profitieren, da sich der Preisverfall für AMD-Prozessoren zuletzt rasant fortsetzte. Diesen Trend umzukehren, dürfte in den nächsten Quartalen neben dem Schuldenabbau zu den Hauptaufgaben des Unternehmens gehören…

Kurzportrait

Der in Sunnyvale/Kalifornien ansässige Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (AMD) ist die weltweite Nummer zwei im Prozessormarkt hinter dem Halbleitergiganten Intel. In den vergangenen Jahren konnte AMD jedoch bedingt durch seine schnellen und kostengünstigen Prozessoren Duron und Athlon Marktanteile gegenüber seinen großen Konkurrenten Intel gut machen. AMD ist jedoch nicht nur für seine Prozessoren bekannt. Der Halbleiterspezialist ist auch im Flash-Speichergeschäft engagiert und nimmt dort ebenso den zweiten Rang hinter Intel ein. Durch die Übernahme der kanadischen ATI ist AMD nunmehr auch im Segment Grafikchips positioniert.

Mit der neuen 64-Bit-Prozessorgeneration will sich das Unternehmen wieder Vorteile hinsichtlich Performance und Kosten erkämpfen und Intel weitere Marktanteile abnehmen. Darüber hinaus will das Unternehmen mit seinem -Serverprozessor Opteron, welcher ebenfalls auf 64-Bit-Technologie basiert, auch im Marktsegment Serverprozessoren Intel Paroli bieten. Das Geschäft mit Prozessoren, Netzwerkchips und Chipbausteine trägt nach wie vor zwei Drittel der gesamten AMD-Umsätze. Vier Fünftel der Umsätze erwirtschaftet AMD außerhalb der USA. Hewlett-Packard und Compaq Computer tragen dabei mehr als ein Zehntel des gesamten Umsatzvolumens. Zuletzt konnte AMD aber auch Dell für seine Opteron Server-Chips gewinnen.

Durch die Übernahme von Alchemy Semiconductor im Jahr 2002 war AMD verstärkt auch im Bereich Embedded Mikroprozessoren vertreten. Diesen Geschäftsbereich gab das Unternehmen aber inzwischen wieder auf. Mitte 2006 gab AMD die Übernahme des kanadischen Grafik-Chipherstellers ATI Technologies für rund 5,4 Mrd. Dollar bekannt. Im Spätsommer 2008 trennte sich AMD von seinem TV-Chipgeschäft und verkaufte die Einheit an Broadcom. Im Herbst 2008 kündigte AMD an, sämtliche Fertigungsfabriken an ein Joint Venture mit dem Namen GlobalFoundries ausgliedern zu wollen. AMD wird 44,4 Prozent der Anteile an dem Joint Venture halten. Im März 2009 schloss AMD die Ausgliederung seiner Fertigungsoperationen ab.

Zahlen

AMDs Umsatz sank im vergangenen dritten Quartal um 21,3 Prozent auf 1,4 Mrd. US-Dollar. Dabei sank der AMD-Verlust auf 128 Mio. Dollar oder 18 US-Cent je Aktie, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 134 Mio. Dollar oder 22 US-Cent je Aktie entstand.

Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 1,26 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettoverlust von 42 US-Cent je Aktie gerechnet.

Im Kerngeschäft mit Computerprozessoren gelang es AMD jedoch einen operativen Gewinn von 76 Mio. Dollar zu erwirtschaften, nachdem in diesem Bereich im Vorjahr noch ein Verlust von 72 Mio. Dollar entstand.

Meldung gespeichert unter: Advanced Micro Devices (AMD)

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