Akamai - Wachstum ohne Ende?

Montag, 31. Juli 2006 00:00
Akamai Technologies

(IT-Times) - Akamai Technologies (Nasdaq: AKAM, WKN: 928906), weltweit führender Betreiber eines umfassenden Content Delivery Networks (CDN), sieht sich weiter im Aufwind. Im Zuge der zunehmenden Nutzung und Verbreitung von Breitbandanschlüssen konnte Akamai erneut ein exzellentes Quartal verbuchen und seine Umsätze um mehr als 50 Prozent steigern und dabei die Gewinnerwartungen der Wall Street deutlich übertreffen. Investoren honorierten die Zahlen, wobei Akamai-Anteile zuletzt ein neues Jahreshoch bei über 37 Dollar markierten.

Akamai profitierte vor allem durch die intensive Nutzung der Breitband-Angebote der Akamai-Kunden Yahoo und Apple. Auch für die nächsten Jahre scheint weiteres Wachstum vorprogrammiert. Die Markforscher des Hauses IDC erwarten, dass im Jahre 2009 allein 273 Mio. US-Haushalte mit einem Breitbandanschluss versorgt sein werden. In den vergangenen Jahren hat sich Akamai durch den Aufbau eines aus 20.000 Servern bestehendes Server-Netzwerks in 71 Ländern eine marktführende Position gesichert. Diesen technischen Vorsprung aufzuholen dürfte für Wettbewerber nicht nur Geld, sondern auch jede Menge Zeit kosten.

Limelight heizt Akamai ein

Doch mit Limelight Networks hat Akamai einen starken Konkurrenten bekommen, der sich Ende Juli durch eine weitere Finanzierungsrunde 130 Mio. Dollar frisches Kapital besorgt hat. Limelights CDN gilt nach Angaben von Forrester Research als kostengünstiger als konkurrierende Angebote. Kein Wunder, dass das vergleichsweise junge Unternehmen mit MSNBC.com, MySpace.com, YouTube.com, DreamWorks und Xbox Live bereits namhafte Firmenkunden vorweisen kann. Im jüngsten Quartal konnte Limelight seine Erlöse um 200 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 14 Mio. Dollar steigern und im elften Quartal in Folge einen Nettogewinn ausweisen, womit das Unternehmen die Tragfähigkeit seines Geschäftsmodells eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Wie wird Akamai auf den Vorstoß des Startups reagieren? Im Vorjahr verstärkte sich Akamai durch die Übernahme des Rivalen Speedera, was Akamai-Chef Paul Sagan als „sehr erfolgreiche“ Akquisition bezeichnete. Inzwischen hat Akamai Barreserven von rund 367 Mio. Dollar angehäuft, womit das Unternehmen gut für weitere Zukäufe gerüstet scheint…

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und in Cambridge ansässige Akamai Technologies betreibt heute rund 20.000 Server in 71 Ländern weltweit. Die Anfänge von Akamai gehen bis ins Jahr 1995 zurück, als Internet-Spezialisten und Wissenschaftler des MIT (Massachusetts Institute of Technology) einen mathematischen Algorithmus entwickelten, um dynamisches Routing von Inhalten über das World Wide Web zu beschleunigen, so dass sich die Web-Seiten im Browser des Internet-Surfers schneller aufbauen.

Gemeinsam mit dem MIT-Professor Dr. Tom Leigthton gründete Danny Lewin, der bei der Terror-Attacke am 11. September ums Leben kam, anschließend Akamai Technologies. Das Unternehmen gewann im Jahr 1999 sehr schnell neue Kunden für seinen Load-Balancing-Service. Darunter auch das Internet-Portal Yahoo! und den Softwarekonzern Microsoft. Inzwischen nutzen auch America Online, CNN, Apple, Ticketmaster, E*Trade, McAfee.com und IBM die Serviceleistungen von Akamai. So setzt Apple bei seinem erfolgreichen Download-Musikdienst iTunes unter anderem auf Akamai-Services.

Neben dem traditionellen Content Delivery Network (CDN) rund um das Flagschiffprodukt EdgeSuite, bietet die Gesellschaft auch exklusive Video-Streaming-Dienste und Zusatzkapazitäten gegen Aufpreis an. Um entsprechende Denial-of-Service-Attacken erfolgreich abzuwehren, schloss Akamai jüngst eine Allianz mit IBM, um entsprechende Services zu entwickeln. Im Frühjahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme des Rivalen Speedera Networks.

Neben dem Stammhaus in Cambridge ist das Unternehmen mit Niederlassungen auch in Deutschland, Frankreich, Japan und Australien vertreten. Gleichzeitig unterhält Akamai zahlreiche Büros in den USA. Darunter in New York, Reston, San Mateo, Santa Monica, Dallas, Atlanta, Chicago und in Costa Mesa. Das Management rund um Unternehmenschef George Conrades hält mehr als vier Prozent der ausstehenden Anteile. Die Beteiligungsgesellschaft FMR Corp hielt zuletzt noch eine Minderheitsbeteiligung an Akamai.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal meldet Akamai von einem Umsatzanstieg von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 100,6 Mio. US-Dollar. Der Gewinn schwand allerdings zunächst auf 11,3 Mio. Dollar oder sieben US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 15,9 Mio. Dollar oder elf US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen in Form von Aktienkompensationskosten ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 35,8 Mio. Dollar oder 20 US-Cent je Aktie. An der Wall Street hatte man im Vorfeld nur mit Einnahmen von 94,7 Mio. Dollar und mit einem operativen Gewinn von 18 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Akamai-Chef Paul Sagan führt den positiven Geschäftsverlauf auf die zunehmende Verbreitung und Nutzung von digitalen Medien zurück. Die Zahl der Akamai-Kunden kletterte um 79 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 2.060 Unternehmen.

Markt und Wettbewerb

Akamai sieht sich mit seinem Content-Delivery-Network (CDN) als weltweit führender Anbieter mit einem Marktanteil von rund 80 Prozent. Das Unternehmen sieht sich dabei jedoch mehreren Mitbewerbern gegenüber. Nach der Übernahme des Rivalen Speedera gilt insbesondere der Spezialist Kontiki als Hauptkonkurrent. Anders als Akamai und Speedera setzt der Konkurrent Kontiki nicht auf ein Server-basiertes CDN, sondern auf ein Peer-to-Peer-System. Kontiki nutzt dabei angebundene PCs um Web-Seiten schneller aufzubauen. Das Startup-Unternehmen wurde in der Vergangenheit unter anderem von Netscape-Gründer Marc Andreessen und Benchmark Capital unterstützt.

CenterSpan Communications bietet vergleichbare Dienste an. Dabei setzt die Gesellschaft, die daneben auch die Web-Plattform Scour.com betreibt, ebenfalls auf ein Peer-to-Peer-System. Zudem versuchen auch Firmen wie Netli (NetLightning und NetliOffload) in diesem Bereich Fuß zu fassen. Netli betreibt hierfür Servercluster in mehr als 13 US-Städten. Kommt eine Anfrage von einem Web-Browser, wird diese an Netli-Computer umgeleitet. Netli komprimiert das Datenpaket anschließend neu und reduziert so den Übertragungsvorgang. Als weitere Wettbewerber gelten VitalStream, Savvis und Limelight Networks.

Meldung gespeichert unter: Content Delivery Network (CDN)

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