Aixtron - Überkapazitäten in der LED-Industrie gefährden Wachstum

Dienstag, 17. März 2009 13:12
Aixtron Logo

(IT-TIMES) Nachdem der LED-Ausrüster und Anlagenbauer Aixtron AG (WKN: 506620) für 2008 noch solide Zahlen präsentieren konnte, dürfte das Jahr 2009 zu einer großen Herausforderung für das Aachener Unternehmen werden.

Zwar wuchsen die Erlöse in 2008 noch zweistellig, für 2009 zeichnet sich aber bereits ein deutlicher Umsatzrückgang ab. Hintergrund ist ein deutlicher Einbruch bei den Auftragseingängen, der sich bereits im vierten Quartal 2008 bemerkbar machte. Während die Erlöse im Schlussquartal noch um 29 Prozent anzogen, brach der Auftragseingang schon um 22 Prozent ein.

Bedingt durch die Wirtschaftskrise halten sich die Aixtron-Kunden derzeit mit Investitionen zurück. Daher dürfte es zumindest im ersten Halbjahr keine Erholung geben, wie auch Aixtron-Vorstandschef Paul Hyland durchblicken lässt. Ob es in der zweiten Jahreshälfte wieder aufwärts geht, steht noch in den Sternen.

Erste Überkapazitäten zeichnen sich ab
Zwar ersetzen LEDs immer häufiger traditionelle Glühbirnen und kommen in immer mehr Anwendungsbereichen wie zum Beispiel in der Automobilindustrie zum Einsatz, allerdings zeichnen sich auch in der LED-Produktion Überkapazitäten ab, nachdem Hersteller wie Samsung LED und Philips in den letzten Jahren kräftig in den Produktionsausbau investiert haben.

Hintergrund sind Erwartungen, wonach der LED-Markt in den nächsten Jahren gewaltig wachsen wird. Tatsächlich rechnen Marktforscher aus dem Hause Strategies Limited damit, dass der globale LED-Markt von 6,1 Mrd. US-Dollar im Jahre 2006, auf 9,2 Mrd. Dollar in 2009 zulegen wird.

Allerdings hat der Ausbau der Produktion in den letzten Jahren bereits heute zu ersten Überkapazitäten in der LED-Branche geführt. Überkapazitäten führen bekanntlich aber zu einem nachhaltigen Preisverfall, dem sich augenblicklich auch die DRAM- und Silizium-Branche gegenüber sieht. Viele Hersteller sind anschließend gezwungen, ihre Investitionen zu stoppen und Lagerbestände erst einmal abzubauen. Ähnliches könnte nunmehr auch der LED-Industrie drohen.

Langfristig scheinen die Zukunftsaussichten für die Branche allerdings weiter intakt, auch wenn sich die Industrie in den nächsten Monaten bzw. Jahren wohl mit deutlich niedrigeren Preisen zufrieden geben wird müssen. Für Aixtron ist es daher besonders wichtig, seine Kostenbasis in den nächsten Quartalen weiter im Auge zu behalten…

Kurzportrait
Die Aixtron AG ist Anbieter von Depositions-Anlagen für die Halbleiterindustrie. Das Unternehmen wurde ursprünglich 1983 als Spin-Off der Aachener Universität gegründet. 1989 erhielt das Unternehmen eine exklusive Lizenz für die Multi-Wafer MOCVD Planetary Reactor®-Technologie von Philips. 1997 folgte der Börsengang in Frankfurt. Die Produkte der Gesellschaft werden zur Herstellung von Bauelementen für elektronische und opto-elektronische Anwendungen auf Basis von Verbindungs-, Silizium- und organischen Halbleitermaterialien sowie Kohlenstoff-Nanostrukturen genutzt. Diese Bauelemente werden in der Displaytechnik, der Signal- und Lichttechnik, bei Glasfaser-Kommunikationsnetzen, drahtlosen und mobilen Telefonie-Anwendungen, der optischen und elektronischen Datenspeicherung, der Computer-Technik sowie einer Reihe anderer High-Tech-Anwendungen eingesetzt.

Aixtron wurde im Jahr 1983 gegründet. Seinerzeit begann das Unternehmen mit der Entwicklung von Anlagen zur Fertigung von Verbindungshalbleitern. Heute ist Aixtron der weltweit führende Anbieter von Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitermaterialien. Nach eigenen Angaben konzentriert man sich dabei auf drei Märkte: Verbindungs-, Silizium und organische Halbleitermaterialien.

Verbindungshalbleiter kommen in Leuchtdioden oder in Lasern zum Einsatz. Dazu zählen auch neue Anwendungsmöglichkeiten wie die Blir-Ray-DVD-Technologie. Zudem kommen diese Halbleiter in der Solarzellentechnologie zum Einsatz. Silizium-Halbleiter kommen zum Beispiel in Speicher-Bausteinen zum Einsatz oder sind Bestandteil von DRAM-Speicherchips. Organische Halbleiter wiederum finden sich in Flachbildschirmen und in flexiblen Displays wider. Zudem können sie in Anwendungen wie RFID-Chips eingesetzt werden.

1999 wurde die Thomas Swan Scientific Equipment Division, das gesamte MOCVD-Anlagen- und Servicegeschäft der englischen Thomas Swan & Co Ltd übernommen und wird bis heute als eigenständige Tochtergesellschaft im Aixtron-Konzern weitergeführt.

Im gleichen Jahr wurde die schwedische Epigress AB, heute Aixtron AB, mit Sitz in Lund, Schweden übernommen. Die Tochtergesellschaft stellt CVD-Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern wie Siliziumcarbid (SiC) mit breiter Bandlücke her. Durch die Übernahme der Genus Inc. in Kalifornien im März 2005 hat Aixtron eine weitere produktionsqualifizierte Abscheidungstechnologie für die Silizium-Halbleiter- und die Datenspeicherindustrie erworben. Durch den Zukauf verfügt Aixtron über ein breites Spektrum an massenproduktionstauglicher Abscheidungstechnologien für die Siliziumindustrie.

Mit der Übernahme der britischen Nanoinstruments in 2007 erweiterte Aixtron das Produktportfolio im Bereich Nanotechnologie. Aixtron-Nanoinstruments bietet seither CVD - (Gasphasenabscheidung) und plasmagestützte CVD-Anlagen zur Abscheidung von Carbon Nanotubes, Nanowires und Nanotubes an.

Zahlen
Im Geschäftsjahr 2008 verzeichnete Aixtron einen Umsatz von 274,4 Mio. Euro, ein Plus von 28 Prozent nach Einnahmen von 214,8 Mio. Euro im Vorjahr. Zurückzuführen war das Plus beim Umsatz auf eine steigende Nachfrage bei LED-Produkten. Auf plus 33 Prozent bezifferte sich das Wachstum beim Bruttoergebnis, welches sich damit auf 112,9 Mio. Euro summierte. Dies entspricht einer Bruttomarge von 41 Prozent (plus ein Prozentpunkt).

Meldung gespeichert unter: Aixtron

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