Adobe will durch die Hintertür in den Mobile-Markt

Montag, 27. September 2010 13:35
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(IT-Times) - Der Photoshop-Entwickler Adobe Systems (Nasdaq: ADBE, WKN: 871981) sorgte mit seinem Ausblick auf das laufende Quartal alles andere als für Begeisterung unter den Investoren - die Papiere stürzten in der Vorwoche um rund 20 Prozent ab.

Das Management macht für den schwachen Ausblick insbesondere die schwächere Nachfrage im Bildungsmarkt verantwortlich. Auch der schwache japanische Markt habe das Geschäft negativ beeinträchtigt, heißt es aus dem Unternehmen. Adobe hatte im Juni sein neues Flagschiffprodukt Creative Suite 5 (CS5) auf den Markt gebracht und sich einen erheblichen Wachstumsschub erhofft, dennoch verkaufte sich CS5 bislang nicht so gut, wie der Vorgänger CS3 vor der Rezession.

Apple lockert Restriktionen - positiver Effekt für Adobe bleibt aus
Darüber hinaus hatten sich Anleger und Investoren positive Effekte durch die Apple-Ankündigung erhofft, die Restriktionen bezüglich Apps im iTunes Store zu lockern. Bislang mussten Entwickler auf das iPhone-SDK von Apple setzen, um iPhone-Anwendungen für das Kult-Handy von Apple zu entwickeln. Dies soll künftig auch über dritte Programme möglich sein. Damit stiegen die Hoffnungen der Flash-Gemeinde, dass die Adobe-Technik doch noch auf iOS-Geräte kommt.

Die Ankündigung von Apple hatte bislang aber kaum positive Effekte auf das Adobe-Geschäft, ließ Adobe-Chef CEO Shantanu Narayen gegenüber dem Wall Street Journal durchblicken. Adobe bietet unter anderem Programme (Packager for iPhone) an, mit denen sich Flash-Programme automatisch konvertieren lassen, so dass diese auch auf dem iPhone laufen.

Doch entgegen den Erwartungen von Adobe, setzen die meisten Entwickler auf das von Apple zur Verfügung gestellte SDK, um die besten Ergebnisse im Bezug auf iOS Apps zu erzielen. Der erhoffte Nachfrageansturm auf Adobe CS5, das Adobes Packager for iPhone beinhaltet, blieb bislang aus.

Adobe kündigt neue Version von Scene7 an
Dennoch versucht Adobe im Mobile-Markt stärker Fuß zu fassen und kündigte nunmehr ein Upgrade von Scene7 an, einem Media-Service, den das Unternehmen im Jahr 2007 durch die Übernahme des gleichnamigen Startups übernommen hatte. Die überarbeitete Version von Scence 7 soll ab dem 5. Oktober verfügbar sein, heißt es bei Adobe.

Bei Scene7 handelt es sich um einen Rich Media Service, der Online-Händlern dabei helfen soll, ihren Online-Produktkatalog weiter aufzuwerten. Mit Scene7 lassen sich nicht nur simple Produktfotos, sondern interaktive 3D-Modelle und mehr realisieren. Zu den Kunden der Lösung zählen namhafte Händler wie Harrods, Macy’s und Office Depot.

Die neue Version von Scene7 bietet auch Unterstützung für Mobile-Seiten und Apps, ein Bereich, der für Händler immer wichtiger wird…

Kurzportrait

Das im kalifornischen San Jose ansässige und im Jahre 1982 gegründete Softwarehaus Adobe Systems ist nicht nur durch sein plattformübergreifendes PDF-Format populär. Das PDF-Format gilt inzwischen als de facto Standard für die Darstellung bzw. Bereitstellung von Schriftstücken im weltweiten Datennetz Internet. Auch im Bereich der digitalen Bildbearbeitung ist die Gesellschaft mit Photoshop und zahlreichen anderen Softwarewerkzeugen sehr gut vertreten. Insgesamt operiert Adobe heute aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Creative Solutions und Business Productivity Solutions.

Der Bereich Creative Solutions fasst das Geschäft rund um das Flagschiffprodukt Adobe Photoshop zusammen und gilt als das Kerngeschäft des Unternehmens. Im Bereich Knowledge Worker Solutions wird das Geschäft rund um die Acrobat-Reihe zusammengefasst, während die Enterprise Division und das Geschäftsfeld Mobile and Devices Solutions die Geschäftsstruktur abrunden.

Daneben unterstützt Adobe Systems aber auch junge Technologiefirmen, welche Produkte und Services für das neue Medium Internet anbieten. Mit der Übernahme der privaten Glassbook soll weiteres technologisches Know-how in Adobe-Produkte mit einfließen und die Position gegenüber dem Softwaregiganten Microsoft, welcher mit einem eigenen Format für elektronische Bücher am Markt vertreten ist, weiter stärken. Durch den Image-Server AlterCast will Adobe seiner Produktreihe eine größere Plattform geben. AlterCast soll daher tägliche Routinearbeiten, wie die Aufbereitung digitaler Bilder für andere Medien übernehmen und die tägliche Arbeit damit einfacher, kostengünstiger und effektiver gestalten. Anfang 2007 präsentierte Adobe mit der Softwareplattform Apollo eine neue kostenlose Entwicklungsumgebung, die für eine stärkere Nachfrage nach Adobe-Produkten sorgen soll.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Adobe unter anderem durch die Übernahme des Softwarespezialisten Accelio. Im Mai 2004 übernahm Adobe den amerikanischen Entwickler von Prozess-Management-Software Q-Link Technologies. Ende 2005 schloss Adobe die Übernahme des Multimedia-Softwareherstellers Macromedia (Flash, Shockwave) ab. Mitte 2006 kaufte Adobe die Technologie-Assets der dänischen Pixmantec. Daneben wurden auch Trade and Technologies France sowie der Videosoftwareanbieter Serious Magic übernommen. Im Herbst 2007 verstärkte sich Adobe mit der Übernahme des Buzzword-Herstellers Virtual Ubiquity. Im Herbst 2009 verstärkte sich Adobe durch die Übernahme des Web-Analysespezialisten Omniture. Mitte 2010 übernahm Adobe den Schweizer Content-Management-Softwareanbieter Day Software.

Zahlen

Für das vergangene Augustquartal meldet Adobe (Nasdaq: ADBE, WKN: 871981) einen Umsatzanstieg um 42 Prozent auf 990,3 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 697,5 Mio. Dollar in der Vorjahresperiode. Dabei verdiente der Multimedia-Softwarehersteller 230,1 Mio. US-Dollar oder 44 US-Cent je Aktie, ein Zuwachs von 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Adobe einen Nettogewinn von 54 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen, die im Vorfeld nur mit Einnahmen von 985 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 49 US-Cent je Aktie gerechnet hatten.

Meldung gespeichert unter: Adobe Systems

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