Adobe Systems - Akzeptanz von Creative Cloud höher als erwartet

Cloud-Software

Montag, 17. Dezember 2012 13:48
Adobe Systems

(IT-Times) - Adobe-Aktien gehörten mit einem Kursplus von 5,7 Prozent zu den Hauptgewinnern im Freitaghandel an der New Yorker Nasdaq. Das Unternehmen machte zuletzt große Fortschritte beim Umbau seines Geschäftsmodells.

Nach der Einführung der Creative Cloud will Adobe seine Kunden auf den Umstieg auf ein Abo-basiertes Geschäftsmodell bewegen, nachdem das US-Softwarehaus zuvor vor allem auf Lizenzeinnahmen gesetzt hatte. Über Creative Cloud zahlen Anwender und Firmen keine Lizenzgebühren mehr, sondern leisten einen monatlichen Abobeitrag, um die Softwareangebote (Photoshop, Illustrator usw.) über das Internet nutzen zu können.

10.000 neue Creative Cloud Abos pro Woche
Die Akzeptanz der Creative Cloud ist besser als erwartet, so Adobe CEO Shantanu Narayen. Die Zahl der zahlenden Creative Cloud Nutzer kletterte im jüngsten Quartal auf 326.000, insgesamt verzeichnete der Dienst mehr als eine Million Anwender, welche die kostenlosen Services nutzen.

Pro Woche kamen im vergangenen vierten Quartal 2012 rund 10.000 Creative Cloud Abos dazu, nachdem es im Vorquartal 8.000 neue Accounts pro Woche waren. Adobe-Finanzchef Mark Garrett damit, dass Fiskaljahr 2013, welches im November 2013 endet, mit mehr als 1,25 Millionen zahlenden Creative Cloud Abonnenten beenden zu können. Dadurch könnte das Geschäft bereits 685 Mio. Dollar an Umsätzen jährlich generieren, so Garrett.

Bei Adobe Systems (Nasdaq: ADBE, WKN: 871981) geht man davon aus, dass der Wechsel vom Lizenz- und Abo-basierten Geschäftsmodell noch vier Jahre dauern wird. Doch auf Basis der jüngsten Erfolge und der Planungen für 2013 könnte die Umstellung schneller abgeschlossen sein als erwartet, so der Adobe-Finanzchef.

Gewinn erholt sich nur langsam
Während man bei der Bank of America aufgrund der zunehmenden Creative Cloud Akzeptanz Adobe-Papiere weiter zum Kauf empfiehlt, rät das US-Brokerhaus Goldman Sachs zur Vorsicht und rät weiter zum Verkauf der Papiere.

Die Goldman-Banker verweisen insbesondere auf das gesunkene Gewinnniveau durch den Umbau des Geschäftsmodells. Nach Meinung der Goldman-Analysten dürfte es mindestens noch bis zum Fiskaljahr 2016 dauern, bis Adobe wieder das Gewinnlevel aus dem Fiskaljahr 2011 (2,35 Dollar je Aktie) erreicht.

Kurzportrait

Das im kalifornischen San Jose ansässige und im Jahre 1982 gegründete Softwarehaus Adobe Systems ist nicht nur durch sein plattformübergreifendes PDF-Format populär. Auch im Bereich der digitalen Bildbearbeitung ist die Gesellschaft mit Photoshop und zahlreichen anderen Softwarewerkzeugen sehr gut vertreten. Insgesamt operiert Adobe heute aus drei Kerngeschäftsbereichen heraus: Digital Media, Digital Marketing und Print and Publishing.

Der Bereich Digital Media fasst das Geschäft rund um das Flagschiffprodukt Adobe Photoshop zusammen und gilt als das Kerngeschäft des Unternehmens. Im Bereich Knowledge Worker Solutions wird das Geschäft rund um die Acrobat-Reihe zusammengefasst, während die Enterprise Division und das Geschäftsfeld Mobile and Devices Solutions die Geschäftsstruktur abrunden. Im Bereich Digital Marketing ist das Geschäft rund um Produkte wie Adobe Connect und Adobe LiveCycle zusammengefasst.

Daneben unterstützt Adobe Systems aber auch junge Technologiefirmen, welche Produkte und Services für das neue Medium Internet anbieten. Mit der Übernahme der privaten Glassbook soll weiteres technologisches Know-how in Adobe-Produkte mit einfließen und die Position gegenüber dem Softwaregiganten Microsoft, welcher mit einem eigenen Format für elektronische Bücher am Markt vertreten ist, weiter stärken. Durch den Image-Server AlterCast will Adobe seiner Produktreihe eine größere Plattform geben. AlterCast soll daher tägliche Routinearbeiten, wie die Aufbereitung digitaler Bilder für andere Medien übernehmen und die tägliche Arbeit damit einfacher, kostengünstiger und effektiver gestalten. Anfang 2007 präsentierte Adobe mit der Softwareplattform Apollo eine neue kostenlose Entwicklungsumgebung.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Adobe unter anderem durch die Übernahme des Softwarespezialisten Accelio. Im Mai 2004 übernahm Adobe den amerikanischen Entwickler von Prozess-Management-Software Q-Link Technologies. Ende 2005 schloss Adobe die Übernahme des Multimedia-Softwareherstellers Macromedia (Flash, Shockwave) ab. Mitte 2006 kaufte Adobe die Technologie-Assets der dänischen Pixmantec. Daneben wurden auch Trade and Technologies France sowie der Videosoftwareanbieter Serious Magic übernommen. Im Herbst 2007 verstärkte sich Adobe mit der Übernahme des Buzzword-Herstellers Virtual Ubiquity. Im Herbst 2009 verstärkte sich Adobe durch die Übernahme des Web-Analysespezialisten Omniture. Mitte 2010 übernahm Adobe den Schweizer Content-Management-Softwareanbieter Day Software. Anfang 2011 kaufte Adobe den Datenmanagement-Spezialisten Demdex. Mitte 2011 folgte die Übernahme von EchoSign, anschließend wurden mit Typekit und Auditude zwei weitere Firmen übernommen. Anfang 2012 schloss Adobe die Übernahme von Efficient Frontier ab.

Zahlen

Für das vergangene vierte Fiskalquartal 2012 meldete Adobe einen von 1,152 Mrd. US-Dollar auf 1,153 Mrd. Dollar gestiegenen Umsatz. Das Nettoergebnis erhöhte sich von 173,72 Mio. Dollar im dritten Quartal 2011 auf 222,33 Mio. Dollar im nun abgeschlossenen Quartal. Somit ergab sich pro Aktie ein Ergebnis von 0,45 Dollar (Vorjahr: 0,35 Dollar).

Auf Gesamtjahressicht stieg der Umsatz von 4,21 Mrd. Dollar auf 4,40 Mrd. Dollar. Das Nettoergebnis stagnierte im Vergleich zum Vorjahr auf einem Niveau von 832,77 Mio. Dollar (Vorjahr: 832,84). Damit ergab sich für das Fiskaljahr 2012 pro Aktie ein Nettoergebnis von 1,68 Dollar (Vorjahr: 1,67 Dollar). Der Cash-Flow aus operativer Tätigkeit sank im Vergleich zum Vorjahr von 496,75 Mio. Dollar leicht auf 473,65 Mio. Dollar.

Meldung gespeichert unter: Adobe Systems

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