Adobe: Produktoffensive sorgt für neue Phantasie

Montag, 18. September 2006 00:00

(IT-Times) Am heutigen Montag stellte der US-Softwarespezialist Adobe Systems (Nasdaq: ADBE<ADBE.NAS>, WKN: 871981<ADB.FSE>) seine neueste Version seiner lang erwarteten Softwaresuite Adobe Acrobat 8 vor. Das Softwarebundle wird die Anwendungen Acrobat 8 Professional, Acrobat 8 Standard, Acrobat 8 Elements, Acrobat 3D Version 8, Acrobat Connect und Acrobat Connect Professional umfassen und erstmals auch einen Direktzugang zu Adobe Acrobat Connect bieten. Acrobat Connect versteht sich als virtueller Geschäftsraum für Web-Konferenzen, mit dem der Softwarehersteller eine weitere Marktnische erobern will.

Adobe Acrobat 8 ist nur der erste Teil einer Produktoffensive, die Adobe in den nächsten Monaten starten wird. Im Frühjahr 2007 soll mit Creative Suite 3 (Photoshop, Illustrator) ein weiteres wichtiges Softwarebundle auf den Markt kommen, dass mit Apples neuen PCs kompatibel ist und im nächsten Jahr für steigende Umsatz- und Gewinnzahlen bei Adobe sorgen soll.

Die Creative-Produktdivision war zuletzt das Sorgenkind bei den Analysten, wurde aufgrund der in die Jahre kommenden Produkte ein deutlicher Umsatzrückgang erwartet. Doch der befürchtete Umsatzeinbruch blieb aus. Zwar schwanden die Erlöse in dieser Division von 357,3 Mio. Dollar im Jahr vorher, auf zuletzt 328,1 Mio. Dollar, doch Analysten wie Piper Jaffray-Experte Gene Munster sieht in den vorgelegten Ergebnissen für das dritte Quartal „gute Nachrichten“. Trotz des Rückgangs zeigten die Ergebnisse, das nach wie vor eine hohe Nachfrage vorhanden sei, so der Analyst.

Kooperationen mit Google und Viacom

Zuvor legte Adobe einen weiteren Grundstein für den Ausbau seiner Kooperationen. Durch eine Zusammenarbeit mit Google wird künftig die Google Toolbar als Teil der Shockwave Player Installation angeboten. Ferner wird Adobe künftig als bevorzugter Technologie-Provider für den US-Medienkonzern Viacom fungieren. Demnach wird der MTV-Mutterkonzern künftig auf Adobe-Software setzen, um Videos- und Multimedia-Inhalte für seine Online- und Mobile-Plattformen zu erzeugen. Finanzielle Details wurden freilich nicht bekannt, doch dürften die jüngsten Kooperationen Adobe dabei helfen, die Reichweite seiner Lösungen und die Marke Adobe, weiter zu erhöhen.

Kurzportrait

Das im kalifornischen San Jose ansässige Softwarehaus Adobe Systems ist nicht nur durch sein plattformübergreifendes PDF-Format populär. Das PDF-Format gilt inzwischen als de facto Standard für die Darstellung bzw. Bereitstellung von Schriftstücken im weltweiten Datennetz Internet. Aber auch im Bereich der digitalen Bildbearbeitung ist die Gesellschaft mit Photoshop und zahlreichen anderen Softwarewerkzeugen sehr gut vertreten. Der so genannte Bereich Web Publishing, zu welchen Anwendungen wie Acrobat und Photoshop zählen, gilt derzeit als das wachstumsstärkste im gesamten Adobe-Produktsortiment.

Das Print-Geschäft bzw. der Bereich Desktop Publishing - dazu zählen Anwendungen wie Illustrator, PageMaker, FrameMaker, InDesign und PressReady - trug zuletzt rund ein Drittel Prozent der gesamten Adobe-Umsätze. Über ePaper-Lösungen und PostScript, in diesem Zusammenhang sind Programme, wie der bekannte Adobe Acrobat Reader und Acrobat Document Server anzuführen, werden etwa ein Viertel des Umsatzes erwirtschaftet. Auch im Bereich Web-Design sind die Kalifornier mit einer eigenen Lösung vertreten, wobei dieser Bereich durch die Übernahme von Macromedia gestärkt wurde.

Daneben unterstützt Adobe Systems aber auch junge Technologiefirmen, welche Produkte und Services für das neue Medium Internet anbieten. Neben der finanziellen Unterstützung besteht eine Zusammenarbeit mit dem Entwickler von digitalen Kennzeichnungssystemen Digimarc. Mit der Übernahme der privaten Glassbook soll weiteres technologisches Know-how in Adobe-Produkte mit einfließen und die Position gegenüber dem Softwaregiganten Microsoft, welcher mit einem eigenen Format für elektronische Bücher am Markt vertreten ist, weiter stärken. Durch ein neues Produkt, dem Image-Server AlterCast, will Adobe seiner Produktreihe eine größere Plattform geben.

AlterCast soll daher tägliche Routinearbeiten, wie die Aufbereitung digitaler Bilder für andere Medien übernehmen und die tägliche Arbeit damit einfacher, kostengünstiger und effektiver gestalten. In den vergangenen Jahren verstärkte sich Adobe unter anderem durch die Übernahme des Softwarespezialisten Accelio. Im Mai 2004 übernahm Adobe dann den amerikanischen Entwickler von Prozess-Management-Software Q-Link Technologies. Ende 2005 schloss Adobe dann die Übernahme des Multimedia-Softwareherstellers Macromedia (Flash, Shockwave) für rund 3,4 Mrd. US-Dollar ab. Mitte 2006 kaufte Adobe die Technologie-Assets der dänischen Pixmantec.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal meldet Adobe einen Umsatzsprung von nahezu 24 Prozent auf 600,19 Mio. Dollar, nach Einnahmen von 487,04 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn schwand dabei zunächst um 35 Prozent auf 94,4 Mio. Dollar oder 16 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 144,9 Mio. Dollar oder 29 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 171,5 Mio. Dollar oder 29 US-Cent je Aktie, womit Adobe die Analystenerwartungen übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 595,12 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von lediglich 26 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Im vergangenen Quartal schlug sich vor allem die Übernahme von Macromedia positiv nieder, die Adobe im vergangenen Dezember für 3,4 Mrd. Dollar abschließen konnte. Insgesamt investierte Adobe eigenen Angaben zufolge 70 Mio. Dollar im zurückliegenden Quartal in direkte bzw. indirekte Integrations- und Akquisitionsausgaben.

Markt und Wettbewerb

Durch die Adobe-Produktreihe Adobe InDesign will sich das Unternehmen auch im lukrativen DTP-Markt engagieren und begibt sich damit in direkter Konkurrenz zum Rivalen Quark.

Mit Adobe GoLive und Dreamweaver (Macromedia) sind die Kalifornier auch im Web-Design-Markt vertreten und treten damit in Konkurrenz zu Produkten aus dem Hause Microsoft. Im Kerngeschäft, dem Web- und Print-Publishing, hat das Unternehmen seine führende Position gegenüber dem kanadischen Softwarehersteller Corel deutlich ausbauen können.

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