Xing: Europäischer Marktführer bei den Business-Netzwerken

Business-Netzwerke

Mittwoch, 25. Juni 2008 13:11
Xing

 (IT-Times) - In der ersten Jahreshälfte hat das Hamburger Online-Portal Xing AG sowohl in Spanien als auch in der Türkei Mitbewerber übernommen und deren Kunden in die eigene Plattform integriert. Damit sicherte sich Xing in beiden Fällen bereits einen ersten Kundenstamm, um auf dieser Grundlage weitere Neukunden zu gewinnen und die Grundgesamtheit auszubauen.

Übernahmen in Spanien und in der Türkei

In Spanien war es das Xing-Äquivalent Neurona, nachdem bereits zum Jahresende 2007 das ebenfalls spanische Portal eConozco übernommen und integriert worden war. Im Zuge der Integration startete Xing im April zusätzlich eine Online- und Offline Marketing-Kampagne in Spanien, um neben den ehemaligen Nutzern auch neue Nutzer auf die Xing-Plattform aufmerksam zu machen. Eine groß angelegte Marketingkampagne wurde daraufhin im frühen Sommer gestartet. Mit großen Plakaten will das Unternehmen spanische Geschäftsleute auf sein Business-Portal aufmerksam machen.

Ähnlich wie in Spanien ist Xing auch in der Türkei zum Marktführer unter den Business-Portalen aufgestiegen. Das Portal cember.net wurde bereits zu Beginn des Jahres übernommen, nachdem Xing bis dahin nur im kleineren Rahmen in der Türkei aktiv gewesen war. Durch die Übernahmen von Cember.net verfügt Xing über rund 280.000 Kunden in der Türkei und will auch hier weiter wachsen. Wie auch in Spanien wurden hierzu Ländermanager benannt, die die Xing-Geschicke vor Ort lenken. Es ist auffällig, dass Xing beim Eintritt oder beim Ausbau der Position in ausländischen Märkten Gesellschaften kauft, die in ihrem Heimatland bereits erfolgreich und namhaft sind und in der Regel auch schon profitabel arbeiten. Xing ist auch weiterhin offen für mögliche Übernahmen, ohne hierbei aktuell bestimmte Unternehmen oder Ländermärkte ins Visier genommen zu haben - zumindest gibt es hierzu keine offiziellen Angaben. Allerdings gibt Xing an, sich bei der internationalen Expansion auf strategisch wichtige, ausgewählte Städte zu konzentrieren, die in der internationalen Geschäftswelt eine besondere Bedeutung haben.

Happy-Hour zur Kundengewinnung

In Deutschland hat Xing seine nicht-zahlenden Basis-Mitglieder zu einer „Happy Hour“ geladen. Hinter dieser Marketing-Aktion verbirgt sich der Versuch, den Anteil an Premium-Mitgliedern zu erhöhen. Premium-Mitglieder bezahlen bei Xing eine monatliche Gebühr in Höhe von 5,95 Euro und erhalten dadurch den Zugriff auf die volle Funktionalität des Business-Netzwerks, während Basis-Mitglieder nur eingeschränkte Funktionen nutzen können. Die Einnahmen aus Gebühren stellt eine von drei Säulen zur Erzielung von Einnahmen bei Xing dar - neben eCommerce und Online-Werbung. Nun macht es Xing seinen Basis-Mitgliedern schmackhaft, eine Premium-Mitgliedschaft über einen Monat abzuschließen, um dann einen zweiten Monat gratis dazu zu bekommen. Zudem hat Xing eine Microsite entwickelt, mit der Mitglieder den Wert ihres Netzwerks ermitteln können. Der sogenannte Network Value beziffert den Wert des eigenen Netzwerks, der innerhalb der nächsten zehn Jahre etwa durch Gehaltserhöhungen oder neue Geschäfte kapitalisiert werden kann. Inwiefern es sich hierbei allein um ein Marketing-Instrument handelt ist sicherlich eine berechtigte Frage. In jedem Fall trägt dieses Tool dazu bei, Xing als seriöse Business-Netzwerk-Plattform weiter zu positionieren und zu etablieren.

Ausweitung der Einnahmequellen

Neben der Suche nach Wachstumsmöglichkeiten im Ausland setzt Xing seit Anfang des Jahres auch auf die Möglichkeit, neue Einnahmequellen zu erschließen. Ursprünglich war Umsatz allein durch Mitgliederbeiträge erwirtschaftet worden. Seit Beginn des Jahres sind die zwei Umsatzsäulen eCommerce und Online-Werbung hinzu gekommen, die auch schon direkt im ersten Quartal spürbar zum Ergebnis beitragen konnten. Am 14. August werden die Zahlen für das erste Halbjahr 2008 bekannt gegeben. Dann wird sich zeigen, inwieweit die beiden Säulen das Unternehmen weiter tragen.

Kurzportrait

Xing wurde 2003 in Hamburg als openBC gegründet. Mit dem Börsengang im Jahr 2006 wurde das Unternehmen in Xing umbenannt, um auf diese Weise auch einen international besser nutzbaren Namen zu erhalten - so lautet die Begründung des Unternehmens zu diesem Schritt. In den vielen Social-Networks im Internet ist Xing als Business-Portal mit der Zielgruppe „Geschäftsleute weltweit“ positioniert. Die aktuellsten Zahlen zum Thema Kundenstamm wurden im März 2008 veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt wies das Unternehmen weltweit 5,71 Millionen Mitglieder aus - das entspricht einem Wachstum von 170 Prozent binnen eines Jahres. Dieses Wachstum wird zum einen durch internationale Übernahmen als auch durch eigenes Wachstum getrieben. Beim eigenen Wachstum setzt Xing bis heute auf „virales Marketing“, also die Empfehlung des Netzwerks durch seine Mitglieder.

Bei Xing wird den Mitgliedern die Möglichkeit geboten, Kontakte zu knüpfen und zu verwalten sowie sich in Themenforen auszutauschen, wichtige Informationen zu finden oder Aufträge, neue Mitarbeiter oder einen neuen Job zu erhalten. Auf das Xing-Netzwerk kann weltweit über das Internet, jedes internetfähige Mobiltelefon inklusive dem iPhone, PDA und Blackberry zugegriffen werden.

Von den rund 5,7 Mitgliedern stammt ein Drittel aus dem deutschen Heimatmarkt, 15 Prozent der Mitglieder stammen aus Spanien, 16,8 Prozent aus Südamerika, 4,9 Prozent aus der Türkei, 9,1 Prozent aus dem übrigen Europa, 8,6 Prozent aus dem asiatisch-pazifischen Raum und 4,4 Prozent aus Nordamerika. Die übrigen Mitglieder stammen aus nicht näher definierten Ländern im Rest der Welt. 70 Prozent der Xing-Mitglieder kommen damit aus dem Ausland.

420.000 Mitglieder nutzen das Premium-Angebot von Xing. Sie bezahlen eine monatliche Gebühr in Höhe von 5,95 Euro, um das volle Leistungsspektrum des Online-Portals abrufen zu können. Als weitere Quellen zur Generierung von Einnahmen zählt seit rund einem Jahr die Säule eCommerce. Sie erzielt Umsätze insbesondere durch die Vermarktung von Stellenangeboten über den „Xing-Marketplace“. Die zusätzliche Säule „Advertising“ trägt durch die Vermarktung von Werbeflächen auf der Xing-Plattform zum Umsatz bei.

openBC-Gründer Lars Hinrichs ist bis heute im Unternehmen und ist Vorstandsvorsitzender der Xing AG. Von der Aktien des Unternehmen befinden sich 57,6 Prozent in Streubesitz, die LH Cinco Capital GmbH hält 27,7 Prozent, Wellington Partners sind mit 8,7 Prozent am Unternehmen beteiligt und William Liao, der auch im Aufsichtsrat vertreten ist, hält sechs Prozent. Xing ist an den Standorten Hamburg, Bejing, Istanbul und Barcelona vertreten und beschäftigt rund 130 Mitarbeiter aus 19 Nationen.

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