Wipro - Zukäufe sollen Wachstum sichern

Montag, 14. August 2006 00:00

Indien gilt zwar aufgrund der hohen Einwohnerzahl und den hohen Anteil junger Menschen als Talent-Pool schlechthin für die IT-Industrie, allerdings hat der Outsourcing-Boom und die hohe Nachfrage nach IT-Spezialisten und Programmierer die Gehälter in der Branche inzwischen deutlich in die Höhe getrieben. Gehaltssteigerungen von 20 bis 30 Prozent im Jahr sind keine Seltenheit. Wipro versucht dieser Entwicklung mit einem weiteren Umsatzwachstum und durch eine gezielte Diversifizierung entgegenzusteuern.

Wipro kauft gezielt zu

Für das laufende Quartal stellt der indische IT-Spezialist ein weiteres Umsatzwachstum im Bereich Global IT Services in Aussicht, wobei sich die jüngsten Übernahmen einmal mehr positiv auf das Ergebnis auswirken dürften. Bereits im jüngsten Quartal steuerte der Enabler-Zukauf 3,2 Mio. Dollar zum Sparten-Umsatz von 539,3 Mio. Dollar bei. Bereits im Mai übernahm Wipro den indischen IT-Spezialisten Switchgear Ltd für eine Mrd. Rupien, welche das Switch-Geschäft des Unternehmens stärken soll. Nur wenig später übernahm man mit Quantech Global Services einen weiteren IT-Spezialisten, der das Service-Angebot des Unternehmens erweitern soll. Quantech setzte im Vorjahr bereits 12,7 Mio. Dollar um und schrieb schwarze Zahlen. Anfang Juni folgte dann der vorerst letzte Zukauf, indem man den finnischen Mobile-Designer Saraware Oy für 32 Mio. Dollar übernahm.

Joint Venture mit Motorola

Im Telekom- und Mobilfunkbereich sieht das indische Unternehmen offenbar noch eine große Zukunft. Ende Juli gab das Unternehmen gemeinsam mit Motorola die Gründung des Joint Ventures WMNetServ bekannt. Mit WMNetServ wollen die beiden Firmen einen Markt (outsourced Managed Services) adressieren, der nach Angaben von Mercer Management Consulting in den nächsten vier Jahren auf 48 Mrd. Dollar wachsen soll.

Kurzportrait

Die im Jahre 1945 gegründete und im indischen Bangalore ansässige Wipro Ltd. stellte ursprünglich Konsumartikel her und avancierte erst in den vergangenen Jahren zu einem der größten IT-Servicedienstleister Indiens.

Heute bietet Wipro über seine Einheit Wipro Infotech Outsourcing-Services für Firmenkunden in Indien, Nordamerika, dem Mittleren Osten und in der gesamten Asien-/Pazifikregion an. Zum Aufgabenbereich gehört nicht nur die Entwicklung von Software-, sondern auch ganzer Hardwaresysteme. Zum Servicebereich gehören die Wartung, Integration, Infrastruktur-Management und Support komplexer IT-Systeme. Insgesamt ist Wipro im Wesentlichen in drei Kerngeschäftsbereiche gegliedert: Global IT Services und Produkte, Softwareentwicklung und Services, sowie Business Process Outsourcing (BPO-Services). In 2005 fusionierte Wipro seine BPO-Einheit mit der Einheit Wipro Spectramind, woraus die Division Wipro BPO hervorging. Über seine Einheit Wipro Technology Infrastructure Services (TIS) betreut das Unternehmen mit mehr als 1.400 Mitarbeitern 140 Firmenkunden in Sachen Infrastruktur- und Data-Management-Services.

Daneben stellt Wipro aber auch Hardware wie PCs, Notebooks und Server unter seiner eigenen Marke her. Darüber hinaus vermarktet Wipro aber auch internationale Marken namhafter Hersteller im Bereich Desktop-Systeme, Server, Notebooks sowie Speicher- und Netzwerkprodukte. Zu der Vielzahl von Kooperationspartnern gehört unter anderem der Redmonder Softwarekonzern Microsoft und Motorola. Nachdem sich Wipro durch die Übernahme des österreichischen Chip-Designers NewLogic verstärkte, kaufte das Unternehmen den Abrechnungsspezialisten mPower. Im Frühjahr 2006 folgten die Akquisitionen von Switchgear Ltd, sowie des Design-Spezialisten Quantech Global Services. Mitte 2006 kaufte Wipro den finnischen Mobilfunk-Designer Saraware Oy, nachdem man zuvor den in Portugal ansässigen IT-Spezialisten Enabler Informatica SA übernahm. Ende Juli gründete Wipro gemeinsam mit Motorola das Joint Venture WMNetServ.

Das ursprüngliche Geschäft mit Konsumentenprodukte stellt auch weiterhin ein Standbein innerhalb des Konzerns dar. Der Verkauf von Suppen, Regenschirmen, Bad- und Hygieneartikel finanzierte ursprünglich den Ausbau des IT-Geschäfts.

Das IT-Servicegeschäft trägt heute allerdings rund 75 Prozent des gesamten Umsatzes, sowie 85 Prozent des erwirtschafteten Gewinns. Wipro-Chairman Azim Premji hält etwa 84 Prozent der Anteile an dem IT-Konzern.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldet Wipro einen Umsatzanstieg von 37 Prozent auf 683 Mio. US-Dollar. Es wurde ein Bruttogewinn in Höhe von 10,13 Mrd. Rupien (220 Mio. Dollar) erwirtschaftet, im ersten Quartal 2005 waren es 7,58 Mrd. Rupien. Der operative Gewinn lag bei 6,5 Mrd. Rupien, was rund 141,9 Mio. Dollar entspricht (2005: 4,58 Mrd. Rupien). Wipro wies einen Nettogewinn in Höhe von 134 Mio. Dollar aus, ein Anstieg um 44 Prozent im Vergleich zu 2005. Dies entspricht einem Gewinn von neun Cent je Aktie, womit Wipro die Erwartungen der Analysten erfüllen konnte.

Im Bereich IT-Dienste und -Produkte wurde ein Umsatz von 534 Mio. Dollar erwirtschaftet. Der Umsatz in dieser Sparte lag damit um 42 Prozent über dem Ergebnis des ersten Quartals 2005. Das EBIT wuchs um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 129 Mio. Dollar. Am stärksten wuchs der Bereich Testing-Services - hier verbuchte Wipro ein Wachstumsplus von 86 Prozent, während der Bereich Infrastruktur-Services um 62 Prozent zulegte.

Zudem konnten im ersten Quartal 62 neue Kunden gewonnen werden. Azim Premji, Vorstandsmitglied von Wipro, sieht in der immer noch steigenden Nachfrage nach umfassenden IT-Lösungen einen wichtigen Wachstumsmarkt für die Zukunft. Wipro besitze daher ein sehr breitgefächertes Portfolio und rechne für das zweite Quartal 2006 mit einem Umsatz von rund 577 Mio. Dollar in diesem Bereich.

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