VATM-Investorentreffen „Breitbandinfrastrukturausbau Deutschland“

Freitag, 13. Februar 2009 18:04
VATM

Pressemitteilung

VATM-Investorentreffen „Breitbandinfrastrukturausbau Deutschland“
:

Klarer Regulierungsrahmen, Open Access und verbesserte Förderprogramme für Kommunen dringend erforderlich
 

Klare Appelle an die Politik gingen gestern vom ersten VATM-Investorentreffen „Breitbandinfrastrukturausbau Deutschland – Investitionen vor dem Hintergrund der Kapitalmarktsituation“ in Berlin aus. So wurde unter anderem eine Änderung der Förderungsstrukturen für die Kommunen gefordert. Einig waren sich die neun Referenten aus dem Banken-, Wirtschafts- und Beratungsbereich sowie aus den Telekommunikationsunternehmen vor 110 Teilnehmern, dass verlässliche und faire Rahmenbedingungen für die Investitionen in den Breitbandausbau unerlässlich sind.

 
„Planbarkeit ist für jedwede Investition erforderlich. Dessen ist sich die Bundesregierung bewusst“, sagte Dr. Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium,  während der Veranstaltung bei der PricewaterhouseCoopers AG. Sowohl Dr. Pfaffenbach als auch Bundesnetzagentur-Präsident Matthias Kurth sprachen sich klar für Vielfalt und Wettbewerb beim Ausbau des Netzes der Zukunft, dem Glasfasernetz, aus. „Es darf keine Diskriminierung Dritter geben“, sagte Kurth, unter anderem auch mit Blick auf Kooperationen beim Ausbau. Dabei müssten hinsichtlich der Preisgestaltungen vernünftige Regelungen getroffen werden. Es dürfe mit Blick auf den Ausbau des neuen Netzes und des etappenweisen Rückbaus des alten Telekom-Netzes keinen „closed shop“ geben, stellte er klar. 

Dr. Pfaffenbach ging auf die hohen Kosten beim Glasfaserausbau ein. „Bis zu 70 Prozent  der anfallenden Kosten für den Ausbau breitbandiger Infrastruktur im Festnetz sind Baukosten“, betonte er. Die Bundesregierung setze daher alles daran, bestehende Infrastrukturen für den Aufbau zu öffnen und etwa Leerrohre und Funktürme nutzbar zu machen: „Wir wollen Synergien nutzen, die bisher brach lagen.“ Der Staatssekretär kündigte an, dass mit der Bundesnetzagentur bis zum Herbst ein Atlas erstellt werden soll, der Informationen über diese Infrastrukturen für Netzbetreiber und Investoren verfügbar macht.  „Zugleich geben wir Kommunen die Mittel an die Hand, selbst Breitband- und andere Infrastrukturen zur Schließung der Lücken und für Netze der nächsten Generation aufzubauen“, so Dr. Pfaffenbach.

Ein weiteres Kernelement der Breitbandstrategie sei, die gängige Regulierungspraxis in Hinblick auf größere regulatorische Planungssicherheit zu modifizieren. Sowohl der Staatssekretär als auch BNetzA-Chef Kurth sagten, sie könnten sich zum Beispiel vorstellen, die Laufzeiten bei  den Marktanalysen und damit verbundenen Regulierungsentscheidungen zu verlängern. „Wir brauchen eine evolutionäre Weiterentwicklung der Regulierung und keine Revolution“, betonte Kurth.

„Die Freigabe der digitalen Dividende und die Hebung von Synergien beim Infrastrukturausbau sowie Verbesserungen des Regulierungsrahmens optimieren die Investitionsanreize für private Unternehmen und schaffen somit die Basis für eine größere Anzahl neuer zukünftiger Ausbauprojekte“, fasste Dr. Pfaffenbach zusammen.

Auch die Vertreter der Banken, Wirtschafts- und Beratungsunternehmen verwiesen in ihren Vorträgen darauf, wie wichtig es sei, sich gegebenenfalls beim Ausbau zusammenzuschließen, vor allem aber offenen Netzzugang zu praktizieren, um eine bestmögliche Netzauslastung zu erreichen. Auch die Rolle der TAL-Preis-Entscheidung wurde bei dem Investorentreffen diskutiert. „Ich bin nicht der Auffassung, dass eine Erhöhung des TAL-Preises Investitionen fördert. Im Gegenteil. Sie bedeutet eine Quersubventionierung der Deutschen Telekom AG“, sagte etwa Torsten Krumm, Partner bei der Apax Partners Beteiligungsberatung GmbH. „Die TAL-Entscheidung könnte deutliche Marktverschiebungen auslösen“, betonte Stefan Borscheid, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg.

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