TomTom stemmt sich gegen die Absatzkrise

Montag, 3. November 2008 13:01
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(IT-Times) Die Konjunkturkrise zieht weiter seine Kreise und traf zuletzt auch Europas führenden Hersteller von portablen Navigationssystemen TomTom NV (WKN: A0ET88). Die Niederländer mussten zuletzt ihre Umsatzprognose für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigieren.

Auch wird das Unternehmen in diesem Jahr deutlich weniger Navis verkaufen, als ursprünglich anvisiert. Statt der geplanten 14 bis 15 Mio. Geräte, geht TomTom nunmehr von einem Absatz von 12 bis 13 Mio. Wegweisern aus. Noch ist noch nicht absehbar, wie sich der Konjunkturabschwung auf das Geschäft der Navi-Hersteller auswirken wird. Anbieter wie TomTom und der Rivale Garmin unterhalten Kooperationen mit führenden Autoherstellern, um den Vertrieb zu unterstützen. Viele Neuwagen der mittleren und gehobenen Preisklasse werden heute bereits mit integriertem Navigationssystem verkauft.

Absatzkrise könnte zu Marktbereinigung führen
Doch vor allem die Autobranche droht kräftig unter die Räder zu kommen. Verschiedene Hersteller fahren ihre Produktion wegen der schlechten Absatzlage bereits herunter. Auch der TomTom-Kooperationspartner Renault hat dies bereits zu spüren bekommen und seine Ziele für 2008 zurückgeschraubt. Daneben belastet die schlechte Stimmung zusehends auch den Markt für Konsumausgaben, so dass der Einzelhandel auch in diesem Jahr mit einem schwachen Weihnachtsgeschäft rechnet. TomTom-Chef Harold Goddijn glaubt, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise zu einer Marktbereinigung führen wird. Vor allem kleinere Navi-Anbieter dürften die Finanzkrise wohl nicht überleben, so Goddijn.

Trotz Konjunktur- und Wirtschaftskrise will TomTom dagegen halten und setzt dabei unter anderem auf Synergieeffekte aus der Übernahme von TeleAtlas sowie auf eine weitere Expansion. TomTom-Finanzchefin Marina Wyatt beziffert die Einsparungen aus dem TeleAtlas-Zukauf im Jahr 2009 bereits auf etwa 35 Mio. Euro. Daneben will TomTom in Europa weiter expandieren und so seine Marktanteile ausbauen. Zuletzt kam TomTom in Europa auf einen Marktanteil von 45 Prozent und 20 Prozent in Nordamerika.

TomTom expandiert nach Russland
Ende Oktober gab TomTom den Markteinstieg in Russland bekannt. Ab Ende November will das Unternehmen mit seiner gesamten Produktpalette auch in Russland präsent sein. Sowohl das Einstiegsmodell TomTom ONE, als auch high-end TomTom GO Modelle seien dann mit detaillierten Kartenmaterial für Russland verfügbar. Mitte November soll bereits die russische TomTom-Webseite an den Start gehen. Der Vorstoß in Russland ist für die Niederländer besonders wichtig, könnte Russland schon bald zum größten Automarkt in Europa avancieren, so TomTom-Managerin Corinne Vigreux…

Kurzportrait

Die im Jahre 1991 gegründete und in Amsterdam/Niederlande ansässige TomTom NV ist Europas führender Anbieter von portablen Navigationsgeräten. Das Unternehmen wurde ursprünglich von Peter-Frans Pauwels und Pieter Geelen unter dem Namen Palmtop gegründet. Im Jahre 2001 wurde das Unternehmen mit einem neuen Fokus neu ausgerichtet und das Management entschied sich für die Umbenennung in TomTom.

Seither hat sich das Unternehmen einem der weltweit führenden Anbieter von mobilen Kommunikationsgeräten entwickelt. Die Gesellschaft betreut heute über 200.000 Kunden in mehr als 16 Ländern weltweit. Das Unternehmen verkauft seine Produkte sowohl über das Internet als auch über ein umfangreiches Partnernetz. Entsprechend ist TomTom heute nicht mit Niederlassungen in Europa, sondern auch in Nordamerika und Asien präsent.

Das Unternehmen bietet derzeit Produkte aus drei Kernproduktbereichen an: Autonavigation, Motorrad-Navigation, PDA/Handy-Navigation. Im Bereich Autonavigation ist TomTom mit den beiden Produktreihen TomTom Go und TomTom ONE präsent. Im Bereich Motorrad-Navigation ist TomTom mit der Produktreihe RIDER am Start. Im Bereich PDA- und Handy bietet TomTom insbesondere Software und Kartenmaterial an. Die Anwendung TomTom Navigator 6 beinhaltet umfangreiches Kartenmaterial an und ist in Kombination mit dem HP iPAQ Mobile Messenger als All-In-One-Lösung verfügbar. Das Kartenmaterial wird ständig aktualisiert und die Niederländer bieten mit ihrem TomTom PLUS Service weitere Zusatzdienste wie Verkehrs- und Wetterinfos in Echtzeit, oder auch Informationen über Radarkameras auf der entsprechenden Route an. Ende 2007 verstärkte sich TomTom im Bereich digitales Kartenmaterial und übernahm den Straßenkarten-Lieferanten Tele Atlas. Zudem expandierte TomTom nach Brasilien und Russland.

Daneben bietet TomTom aber auch verschiedenes Zubehör rund um seine Produkte an, die sich bequem über die Firmenwebseite bestellen lassen. Dazu gehören Ladegeräte, Tragetaschen, Befestigungen und andere Halterungen.

Zahlen
Im vergangenen dritten Quartal 2008 erzielte TomTom einen Umsatz von 429 Mio. Euro, im Vorjahreszeitraum waren es 427 Mio. Euro, ein Minus von fünf Prozent. TomTom wies dabei einen Bruttogewinn von 240 Mio. Euro aus (2007: 208 Mio. Euro). Das erzielte EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) sank hingegen von 140 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 118 Mio. Euro. Auch das von TomTom erreichte EBIT konnte mit 92 Mio. Euro nicht an den Vorjahreswert von 133 Mio. Euro anknüpfen. Entsprechend reduzierte sich auch die EBIT-Marge von 21 Prozent auf 31 Prozent.

Insgesamt wies TomTom einen Nettogewinn von 58 Mio. Euro aus, im Vorjahreszeitraum waren es 99 Mio. Euro. Auch der Gewinn je Aktie war rückläufig: Nach 83 Cent in 2007 waren nun 46 Cent erreicht worden.

Laut TomTom sei es besonders in Nordamerika und Europa gelungen, den Absatz im Bereich PND (Personal Navigation Device) weiter zu steigern, so dass dieser Markt gegenüber dem Vorjahr um rund 40 Prozent zulegte. Mit einem Marktanteil von etwa 45 Prozent in Europa sowie 20 Prozent in Nordamerika gehöre man weiterhin zu den führenden Anbietern von Navigationslösungen.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: TomTom

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