TomTom findet den Weg aus der Krise

Montag, 10. August 2009 13:05
TomTom

(IT-Times) - Europas führender Navi-Hersteller TomTom N.V. (WKN: A0ET88) sieht sich wieder im Aufwind. Zwar verkauften die Niederländer im jüngsten Quartal mit 2,5 Mio. portablen Navigationssystemen 20 Prozent weniger Geräte als im Vorjahr, dennoch konnte das Unternehmen dank Kostensenkungsmaßnahmen wieder einen Gewinn ausweisen.

Allein im ersten Halbjahr war es dem Unternehmen gelungen, Kosteneinsparungen von 64 Mio. Euro zu realisieren, so TomTom-Finanzchefin Marina Wyatt. Aufgrund des Erfolgs im ersten Halbjahr sieht sich TomTom in der Lage, sein Einsparziel auf Jahressicht von 60 auf 90 Mio. Euro anzuheben. Die Einsparungen sind notwendig, nachdem sich TomTom im Jahr 2007 mit der Übernahme von TeleAtlas hoch verschuldet hatte. Eine Kapitalerhöhung war nötig, um einen möglichen Liquiditätsengpass zu verhindern. Die Nettoverschuldung verringerte sich nach der jüngsten Kapitalerhöhung auf 672 Mio. Euro.

Preisspirale dreht sich weiter nach unten
Dennoch scheint TomTom noch nicht gänzlich über den Berg, denn die Preisspirale dreht sich nach wie vor nach unten. So sank der durchschnittliche Verkaufspreis der TomTom-Geräte um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 112 Euro. Während TomTom seinen Marktanteil in Europa verteidigen und sogar um einen Prozentpunkt auf rund 45 Prozent ausbauen konnte, hat man in den USA gegen den Konkurrenten Garmin weiter das Nachsehen. Hier schrumpfte der TomTom-Marktanteil zuletzt um einen Prozentpunkt. Dennoch gibt sich TomTom-Gründer Harold Goddijn zuversichtlich, dass man im zweiten Halbjahr wieder Marktanteile in den USA gewinnen könne, da der Preisunterschied zwischen TomTom- und Garmin-Geräten kleiner werden soll, verspricht der TomTom-Chef.

Zukunft liegt im Geschäft mit Zusatzservices
Im Hardware-Verkauf sehen Marktbeobachter ohnehin nicht mehr das große Geld. Die Preise dürften sich auch künftig weiter nach unten entwickeln, wodurch die Gewinnmargen der Hersteller weiter sinken werden. Analysten sehen die Zukunft der Navi-Hersteller daher bei Zusatzdiensten wie erweiterte Straßenkarten oder Verkehrsinfos in Echtzeit, da viele Handy-Hersteller ihre Smartphones bereits mit Navi-Funktionen bestücken.

Doch auch hier liegt für TomTom Geschäftspotential. Mit einem TomTom-Navigationsset für das iPhone will das Unternehmen vom iPhone-Boom profitieren. In den nächsten Wochen bzw. Monaten soll das Set auf den Markt kommen, wobei TomTom wohl auch eine Stand-alone Softwareversion im iTunes App Store anbieten wird. Erste Preise sind bereits durchgesickert. Wie britische Internet-Medien berichten, soll das TomTom iPhone Navigationsset inklusive Software und Docking-Station umgerechnet 134 Euro kosten…

Kurzportrait

Die im Jahre 1991 gegründete und in Amsterdam/Niederlande ansässige TomTom NV ist Europas führender Anbieter von portablen Navigationsgeräten. Das Unternehmen wurde ursprünglich von Peter-Frans Pauwels und Pieter Geelen unter dem Namen Palmtop gegründet. Im Jahre 2001 wurde das Unternehmen mit einem neuen Fokus neu ausgerichtet und das Management entschied sich für die Umbenennung in TomTom.

Seither hat sich das Unternehmen einem der weltweit führenden Anbieter von mobilen Kommunikationsgeräten entwickelt. Die Gesellschaft betreut heute über 200.000 Kunden in mehr als 16 Ländern weltweit. Das Unternehmen verkauft seine Produkte sowohl über das Internet als auch über ein umfangreiches Partnernetz. Entsprechend ist TomTom heute nicht mit Niederlassungen in Europa, sondern auch in Nordamerika und Asien präsent.

Das Unternehmen bietet derzeit Produkte aus drei Kernproduktbereichen an: Autonavigation, Motorrad-Navigation, PDA/Handy-Navigation. Im Bereich Autonavigation ist TomTom mit den beiden Produktreihen TomTom Go und TomTom ONE präsent. Im Bereich Motorrad-Navigation ist TomTom mit der Produktreihe RIDER am Start. Im Bereich PDA- und Handy bietet TomTom insbesondere Software und Kartenmaterial an. Die Anwendung TomTom Navigator 6 beinhaltet umfangreiches Kartenmaterial an und ist in Kombination mit dem HP iPAQ Mobile Messenger als All-In-One-Lösung verfügbar. Das Kartenmaterial wird ständig aktualisiert und die Niederländer bieten mit ihrem TomTom PLUS Service weitere Zusatzdienste wie Verkehrs- und Wetterinfos in Echtzeit, oder auch Informationen über Radarkameras auf der entsprechenden Route an. Ende 2007 verstärkte sich TomTom im Bereich digitales Kartenmaterial und übernahm den Kartenlieferanten Tele Atlas. Zudem expandierte TomTom nach Brasilien und Russland.

Daneben bietet TomTom aber auch verschiedenes Zubehör rund um seine Produkte an, die sich bequem über die Firmenwebseite bestellen lassen. Dazu gehören Ladegeräte, Tragetaschen, Befestigungen und andere Halterungen.

Zahlen
TomTom wies für das vergangene zweite Quartal 2009 einen Umsatz von 368 Mio. Euro aus. Dieser verringerte sich so gegenüber dem Vorjahreswert von 453 Mio. Euro. Auch der Bruttogewinn konnte nicht an die Ergebnisse aus 2008 anknüpfen. Waren seinerzeit im zweiten Quartal 207 Mio. Euro erzielt worden, lag diese Kennzahl in 2009 nun bei 188 Mio. Euro.

Ähnlich verhielt es sich mit dem EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Nach 103 Mio. Euro im zweiten Quartal 2008 meldete TomTom nun 85 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge blieb mit 23 Prozent allerdings unverändert. TomTom gab einen operativen Gewinn von 57 Mio. Euro bekannt (Vorjahr: 92 Mio. Euro). Auch der Nettogewinn verringerte sich und lag mit 20 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 52 Mio. Euro. Entsprechend sank auch das verwässerte Ergebnis je Aktie. Nach 34 Cent in 2008 wurde nun 13 Cent gemeldet.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte TomTom die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Diese hatten im Schnitt mit Einnahmen von 353 Mio. Euro sowie mit einem Nettogewinn von 18,9 Mio. Euro gerechnet.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: TomTom

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