Synopsys sieht sich gut gerüstet

Mittwoch, 13. Juni 2007 13:01
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(IT-Times) Der amerikanische EDA-Spezialist (Electronic Design Automation) Synopsys (Nasdaq: SNPS, WKN: 883703) konnte im jüngsten Quartal seinen Gewinn je Aktie gegenüber dem Vorjahr verdoppeln und die Erwartungen der Analysten übertreffen. Gleichzeitig verdreifachte sich der operative Cashflow in diesem Geschäftsjahr und summierte sich bis dato auf 118,1 Mio. Dollar. Auch an den operativen Gewinnmargen will man weiter arbeiten. Diese sollen von zuletzt 22 Prozent in den nächsten Jahren auf rund 25 und darüber klettern.

Dennoch reagierten Marktteilnehmer zuletzt enttäuscht über die vorgelegten Geschäftszahlen. Hintergrund ist der verhaltene Ausblick auf das laufende Fiskaljahr. Analysten hatten insgeheim mit höheren Einnahmen gerechnet.

Dennoch sieht sich der Chip-Design-Spezialist für das zweite Halbjahr 2007 gut gerüstet. Man wolle die zuletzt erzielten Kosteneinsparungen dafür nutzen, um in Wachstumsinitiativen zu investieren, heißt es. Von der Nachfrageseite her rechnet Synopsys mit einem soliden Wachstum, wobei das Management vor allem technische Neuerungen wie VoIP, Internet-Video und Unterhaltungselektronik im Allgemeinen als Wachstumstreiber für die Halbleiterindustrie ausmacht.

Zauberwort Design-For-Manufactoring
Zudem hat man technisch nochmals nachgelegt und mit der Galaxy Implementierungsplattform eine neue Lösung auf den Markt gebracht, die de-facto Standards besser integrierten soll. Das erste integrierte Produkt, PrimeYield, soll die Marktstellung des Unternehmens weiter festigen. Ohnehin sieht sich Synopsys heute als der marktführende Anbieter im Bereich System Verilog Lösungen. Das die Design-For-Manufactoring (DFM) Strategie aufgeht, beweist ein Blick auf die Zahlen des Bereichs: Die DFM-Erlöse legten zuletzt weiter zweistellig zu.

Kurzportrait

Die in Mountain View/Kalifornien ansässige Synopsys gilt als führender Softwareanbieter im Bereich EDA-Lösungen (Eletronic Design Automation). Mit Hilfe von Softwaretestprogrammen soll die Entwicklung und Herstellung von Halbleitern und Mikrochips nicht nur optimiert und beschleunigt werden, sondern auch erhebliche Kosten eingespart werden. Mit Hilfe von Synopsys-Software sollen Halbleiterhersteller und dessen Ingenieure in der Lage sein, Auswirkungen möglicher Veränderungen im Produktionsablauf auf die einzelnen Halbleiter und deren physikalischer Oberfläche zu simulieren. So können vor der eigentlichen Produktion ganze Produktionszyklen simuliert werden und so mögliche Fehler schon im Vorfeld korrigiert werden, ohne dass überflüssige Ausschussware entsteht. Mit diesem Verfahren soll eine kürzere Entwicklungsphase, sowie ein geringerer Kostenaufwand in der Chipproduktion einhergehen.

Gegründet im Jahre 1986 unter dem Namen Optimal Solutions, vermarktete das Unternehmen zunächst synthetische Technologien von General Electric. Nach der Übernahme von zahlreichen kleineren Technologieunternehmen konnte Synopsys sein Produktportfolio erheblich erweitern. So bietet Synopsys heute neben Simulation- und EDA-Software, auch Hardware und Routing-Werkzeuge an. Heute ist das Unternehmen mit über 79 Niederlassungen weltweit präsent.

Neben der eigentlichen Geschäftstätigkeit betreibt und unterhält Synopsys zahlreiche Partnerprogramme, welche die technologische Entwicklung im Bereich Chip-Design weiter voranbringen sollen. Über den Synopsys SoC Venture Fund beteiligt sich das Unternehmen an jungen Technologiefirmen.

Zu den Kooperationspartnern gehören unter anderem IBM, SGS-Thomson, SEMATEC und Toshiba. Zu den Synopsys-Kunden gehören Halbleiterfirmen wie STMicroelectronics. Durch seine aggressive Expansionspolitik kaufte das Unternehmen in den vergangenen Jahren neben IKOS Systems den Konkurrenten Avant, sowie den Anbieter von IP-Lösungen inSilicon auf. Später übernahm Synopsys Numerical Technologies, sowie die Technologierechte von Qualis und dessen Tochterfirmen. Im Jahr 2004 kaufte Synopsys neben der deutschen Integrated Systems Engineering AG, auch den PCI Express-Spezialisten Cascade Semiconductor Solutions. Im November 2004 übernahm Synopsys schließlich Vermögenswerte von LEDA Design und kaufte gleichzeitig den Mitbewerber Nassda. Im Herbst 2005 übernahm Synopsys schließlich den Chip-Tester HPL Technologies. Im Frühsommer 2006 übernahm man den Virtualisierungsspezialisten Virtio.

Zahlen

Der Umsatz kletterte im vergangenen zweiten Fiskalquartal auf 292,9 Mio. Dollar, nach Einnahmen von 274,8 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn vervielfachte sich zunächst auf 41,3 Mio. Dollar oder 28 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 5,4 Mio. Dollar oder vier US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein Nettogewinn von 35 US-Cent je Aktie, nach einem operativen Plus von 17 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. An der Wall Street hatte man zunächst mit Einnahmen von 292,1 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 28 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Nach Unternehmensangaben profitierte man im jüngsten Quartal durch die Beilegung eines Rechtsstreits mit Magma Design Automation, was zu Sondererlösen von 12,5 Mio. Dollar führte. Gleichzeitig konnten die operativen Kosten von 213,6 auf 200,2 Mio. Dollar gesenkt werden, wobei insbesondere die Marketingkosten von 86,6 auf 79 Mio. Dollar fielen. Insgesamt erwirtschaftete Synopsys einen Cashflow von 88 Mio. Dollar, sowie das die Barreserven zum Quartalsende auf 768 Mio. Dollar kletterten.

Meldung gespeichert unter: Synopsys

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