Seagate setzt auf den Konsolenmarkt

Freitag, 24. November 2006 00:00

(IT-Times) Im Schatten des derzeitigen Konsolenkrieges, stellte auch der US-Festplattenhersteller Seagate Technologies (NYSE: STX<STX.NYS>, WKN: 164367<SKH.FSE>) seine neuesten Innovationen für Spielkonsolen vor.

Mit einer neuen Festplattengeneration LD25 Series, speziell für Spielekonsolen und DVR-Geräte entwickelt, will Seagate neue Käuferschichten erobern. Pünktlich zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft gingen die neuen LD25-Festplatten in der Größe von 40GB, 60GB und 80GB an die Hersteller. Die Nachfrage nach der neuen Festplattengeneration dürfte entsprechend hoch sein, schließlich werden auch Konsolenspiele immer komplexer.

Durch die Internetfähigkeit der Konsolen lassen sich inzwischen auch Musik- und Videodateien sowie ganze Demos auf die Konsole herunterladen, so dass die Anforderung nach immer größeren Festplatten auch bei Konsolen stetig steigt. Daneben dürfte der weltweite Konsolenmarkt bis zum Jahr 2009 dank neuester Kreationen aus dem Hause Sony & Co in den nächsten Jahren rasant wachsen. Verzeichnete der Markt im Jahr 2004 noch 3,4 Mio. Konsolenspieler, dürfte sich diese Zahl bis zum Jahr 2009 auf 30 Mio. Abonnenten vervielfachen, schätzen die In-Stat-Experten.

Seagate schasst größten Distributor

Die langfristig guten Wachstumsaussichten für Seagate erhielten zuletzt aber einen leichten Dämpfer, nachdem sich Seagate von seinem größten Händler eSys Technologies trennte. Unlautere Geschäftspraktiken waren demnach der Anlass, dass Seagate die langjährige Partnerschaft mit eSys beendete.

Im Analystenlager wird dieser Vorgang unterschiedlich bewertet. Während Caris-Analystin Shelby Seyrafi Seagate-Aktien nach dieser Meldung nach unten stufte, sieht man diese Entwicklung im Hause der Deutschen Bank nicht ganz so dramatisch. DB-Analystin Sherri Scribner sieht zwar kurzfristig eine Belastung für Seagate-Papiere, hält aber die Entscheidung langfristig für positiv. Hintergrund ist unter anderem das aggressive Preisgebaren eSys, womit das Unternehmen in der Vergangenheit versuchte, Festplatten in den Markt zu drücken. Scribner geht davon aus, dass eSys zuletzt für fünf bis sechs Prozent des Seagate-Gesamtumsatzes verantwortlich war - diese Erlöse werden Seagate kurzfristig fehlen.

Kurzportrait

Die im kalifornischen Scotts Valley ansässige und auf den Cayman Islands registrierte Seagate Technologies gilt als weltweit führender Festplattenhersteller. Die Laufwerke der Gesellschaft finden sich aber nicht nur in Desktop-PCs, sondern auch in Notebook-, Server-, Workstation- und Mainframe-Systeme sowie in Mobile-Computer und PDAs wieder.

Das Unternehmen vertreibt seine Produkte überwiegend direkt an OEM-Hersteller, wie Dell, EMC, Hewlett-Packard, IBM und Sun Microsystems. Daneben unterhält Seagate aber auch Schlüsselpartnerschaften mit Vertriebshändlern und Systemintegratoren auf der ganzen Welt. Das Geschäft mit OEM-Hersteller steuerte im Jahr 2005 rund 72 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Die Wirtschaftsregion rund um Nordamerika zeichnete für rund 31 Prozent der Gesamterlöse verantwortlich. Europäische Kunden trugen zuletzt 28 Prozent der Gesamtumsätze, während Asien mit 41 Prozent Geschäftsanteil für Seagate die wichtigste Wirtschaftsregion ist.

Zu den Kernprodukten des Unternehmens gehören unter anderem die Produktfamilien Cheetah, Savvio und Barracuda. Während Cheetah-Laufwerke überwiegend in E-Commerce Servern, Mainframe-Computern bzw. Super-Computern zum Einsatz kommen, ist die Savvio-Produktfamilie für den Einsatz bei großen Unternehmen konzipiert. Die U-Serie X- und Barracuda-Laufwerke sind insbesondere für den Einsatz in Desktop-Rechnern, Workstations und low-end Server bestimmt.

Ende 2005 gab Seagate die Übernahme des Rivalen Maxtor für rund 1,9 Mrd. US-Dollar bekannt. Seagate schluckt damit die Nummer drei der Branche, womit das Unternehmen seine marktführende Position weiter ausbaut. Anfang 2006 übernahm Seagate zudem das Software-Startup Mirra.

Nach der Privatisierung im Jahr 2000, sind die US-Beteiligungsgesellschaften Silver Lake Partners und Texas Pacific Group heute mit zehn bzw. sieben Prozent an dem weltgrößten Festplattenhersteller beteiligt.

Zahlen

Für das vergangene erste Fiskalquartal 2006 meldet Seagate einen Umsatzsprung auf 2,8 Mrd. US-Dollar, was einem Zuwachs von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Gewinn schwand dabei auf 59 Mio. Dollar oder zehn US-Cent je Aktie, nachdem im Jahr vorher noch ein Gewinn von 272 Mio. Dollar oder 54 US-Cent je Aktie zu Buche stand.

Belastend wirkten sich dabei unter anderem Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme des Rivalen Maxtor aus. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderfaktoren konnte Seagate einen operativen Gewinn von 137 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie einfahren, womit der US-Festplattenhersteller die Analystenerwartungen übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 2,73 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 17 US-Cent je Aktie kalkuliert.

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