RIM im Windschatten des iPhones

Montag, 2. Juli 2007 13:23
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(IT-Times) Während das Marktdebüt des iPhones das gesamte Medieninteresse auf sich zieht, konnte der kanadische BlackBerry-Hersteller Research In Motion (Nasdaq: RIMM, WKN: 909607) mit einem Rekordquartal glänzen. Umsatz und Gewinne stiegen überraschend deutlich, was den RIM-Aktienkurs kurzeitig sogar über die Marke von 200 US-Dollar hievte.

Die Kanadier sehen für das starke Wachstum nicht zuletzt eine Reihe neuer Produkte für den Erfolg im vergangenen Quartal verantwortlich. Das 8830 WorldEdition, der BlackBerry Curve und der BlackBerry 8800 wurden nach Firmenangaben besonders stark nachgefragt, so dass die Kanadier weitere 1,2 Mio. BlackBerry-Abonnenten im jüngsten Quartal begrüßen konnten.

Während Apple im vergangenen Wochenende etwa 200.000 bis 300.000 iPhones verkauft haben dürfte, will RIM in diesem Sommer bereits den 20 Millionsten BlackBerry ausliefern. Ein gewaltiger Meilenstein, der zumindest die aktuellen Größenverhältnisse in das richtige Licht rückt. Die Kanadier sehen den Hype um das iPhone insgesamt eher positiv. Der Medienrummel lenke die Aufmerksamkeit speziell auf diese Geräteklasse und konvergente Anwendungen insgesamt, meint RIM-Chef Jim Balsillie.

Wachstumsmotor Ausland
Zudem setzen die Kanadier auf ihren Vorsprung in Sachen Vertriebsnetz. Während Apple mit seinem iPhone bislang mit einem Carrier (AT&T) in einem Land vertreten ist, kann RIM auf ein Vertriebsnetz von 300 Carriern in 100 Ländern verweisen. Weitere 109 Länder seien zudem an der Zusammenarbeit mit den Kanadiern interessiert, heißt es bei RIM.

Gerade im Ausland konnte RIM zuletzt mit seinen BlackBerry-Produkten punkten. In Italien und in Großbritannien war die Nachfrage nach dem BlackBerry Pearl und dem 8800-Modell besonders groß, so die Kanadier. Auch in Lateinamerika bieten inzwischen eine Reihe von Carriern BlackBerry-Modelle an. Jeder zehnte neue BlackBerry-Abonnent komme inzwischen aus dieser Region, so das Unternehmen.

Auch Indien erwies sich als Wachstumstreiber. Die Markteinführung des BlackBerry 8800 mit GPS-Funktion wurde im südostasiatischen Land gut aufgenommen, heißt es bei RIM. Vor einigen Wochen erst brachten die Kanadier den BlackBerryCurve auch in Indien auf den Markt, wobei die ersten Kundenreaktionen viel versprechend ausfielen. Insgesamt geht RIM davon aus, dass sich die Erschließung weiterer Märkte weiter fortsetzen wird, wobei bestehende RIM-Kunden ihre älteren BlackBerrys zusammen ersetzen würden. Dieser Trend dürfte sich - trotz iPhone - eher beschleunigen, als verlangsamen, so die Vision der RIM-Manager.

Kurzportrait

Die im Jahre 1984 in Waterloo/Kanada gegründete Research In Motion (RIM) gilt heute als einer der führenden Anbieter von drahtlosen Kommunikationslösungen. Das im kanadischen Ontario ansässige Unternehmen konnte sich vor allem durch seinen Email-Pushservice BlackBerry einen Namen nicht nur in Nordamerika machen. Mit BlackBerry können Nutzer an einen beliebigen Ort Emails empfangen, bearbeiten und versenden. RIMs kleines Kommunikationswunder wird derzeit bereits von mehr als 50.000 Organisationen und mehr als acht Mio. Kunden in über 100 Ländern weltweit eingesetzt. Durch neue Produkte (BlackBerry Pearl, BlackBerry 8800) will das Unternehmen auch von neuen und schnellen Mobilfunknetzstandards profitieren und seine Marktposition entsprechend sichern. Nach der Expansion in europäische und asiatisch-pazifischen Märkte, will das Unternehmen vor allem in China und Indien weiter wachsen. Durch ein Abkommen mit der ägyptischen Orascom Holdings ist RIM auch in den Märkte des Mittleren Ostens präsent. Durch Kooperationen mit zahlreichen ausländischen Partnern geht die Internationalisierung weiter. Im Mittelpunkt der Expansionsbemühungen stand zuletzt nicht nur Europa, sondern insbesondere auch Asien. Im Frühjahr 2006 verstärkten sich die Kanadier durch die Übernahme des kalifornischen Softwarespezialisten Ascendent Systems.

Neben dem Handheld-Computer BlackBerry bietet das Unternehmen aber auch PC-Steckkarten für Laptops und PDAs an. Entsprechende Softwarelösungen rund um die Hardware ergänzen das Produktportfolio der Kanadier. RIM vertreibt seine Produkte sowohl direkt an Herstellerfirmen, als auch über ein Händlernetz und Carrier wie Hutchison Telecommunications, Cingular, und Motient. Zu den namhaften Vertriebspartnern zählen neben AT&T Wireless, auch T-Mobile, Vodafone und Nextel. Zu den Kunden der Kanadier zählen darüber hinaus Technologiefirmen wie AT&T, Dell, Intel, Panasonic und IBM. Das RIM-Führungsduo bestehend aus Jim Balsillie und Mike Lazaridis hält etwa 20 Prozent der Anteile an der Gesellschaft.

Zahlen

Für das vergangene erste Fiskalquartal 2008 meldete RIM einen Umsatzanstieg auf 1,08 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von 77 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn sprang auf 223,2 Mio. Dollar oder 1,17 Dollar je Aktie, nach einem Plus von 128,8 Mio. Dollar oder 67 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen etwaiger Sonderbelastungen durch Aktienoptionskosten ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 228,5 Mio. Dollar oder 1,20 Dollar je Aktie. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit Einnahmen von 1,05 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 1,06 Dollar je Anteil kalkuliert.

RIM-Chef Jim Balsillie zeigte sich zufrieden mit dem Geschäftsverlauf im jüngsten Quartal. Der Manager stellt auch klar, dass man sich nicht vor der Konkurrenz durch Apple und seinem iPhone fürchtet. „Das iPhone wird von einem Carrier in einem Land eingeführt. Wir sind in 100 Ländern mit 300 Carriern vertreten“, verweist Balsillie auf das inzwischen ausgedehnte Vertriebsnetz. Zudem hätten weitere 109 Länder ihr Interesse an dem BlackBerry signalisiert, deutete der Manager eine weitere Expansion an.

Die Zahl der BlackBerry-Abonnenten kletterte im jüngsten Quartal um 1,2 Mio. neue Nutzer auf nunmehr insgesamt 9,0 Mio. BlackBerry-Anwender. Insgesamt lieferte RIM 2,4 Mio. BlackBerry-Geräte aus. Auch die operativen Kosten legten entsprechend zu und kletterten von 175,9 im Vorjahr auf 276,2 Mio. Dollar im jüngsten Quartal. Dennoch legten die Barreserven zum Quartalsende um 150 Mio. Dollar auf 1,6 Mrd. Dollar zu. Insgesamt konnte RIM im jüngsten Quartal einen Cashflow von 225 Mio. Dollar aus dem operativen Geschäft generieren.

Meldung gespeichert unter: BlackBerry

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