nVidia plant weitere Zukäufe

Mittwoch, 22. Februar 2006 11:47

(IT-Times) Der amerikanische Grafikchiphersteller nVidia (Nasdaq: NVDA<NVDA.NAS>, WKN: 918422<NVD.FSE>) konnte das vergangene Fiskaljahr 2006 mit einem Rekordumsatz und mit einem Rekordgewinn im operativen Geschäft beenden. Die jüngsten Zahlen hievten den Wert zuletzt auf ein neues Jahreshoch bei über 50 Dollar - damit verdoppelte sich der nVidia-Aktienkurs in den vergangenen 10 Monaten.

Auch für das laufende Fiskaljahr 2007 gibt sich nVidia-Chef Jen-Hsun Huang optimistisch, weiter auf der Überholspur zu bleiben. Nicht nur, dass man sich durch technische Innovationen mit 51 Prozent im Desktop-CPU-Markt die marktführende Position sichern konnte, auch neue Trends, wie HD DVD oder Blue-ray, sowie das neue Betriebssystem Microsoft Vista, neue 3G-Handymodelle und die nächste Generation an Spielekonsolen dürften auch in diesem Kalenderjahr für blendende Geschäfte sorgen. Die Hoffnungen ruhen dabei nicht zuletzt auf einen Erfolg der neuen PlayStation 3 (PS3) aus dem Hause Sony, für die nVidia den Grafikchipsatz liefern wird. Zwar wurde jüngst auf eine Verzögerung bei der Markteinführung der PS3 spekuliert, doch dürfte die Spielkonsole noch vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft 2006 auf den Markt kommen.

Weitere Übernahmen geplant

Nach der Übernahme des taiwanschen Chipspezialisten ULi Electronics, dessen technisches Know-how sich nVidia 52 Mio. US-Dollar kosten lies, kündigt Chief Financial Officer (CFO) Marvin Burkett weitere Zukäufe an. „Wir werden weitere Akquisitionen tätigen. Wir wollen weiter zukaufen“, versichert Burkett. Schließlich sitzt das Unternehmen auf Barreserven von rund einer Mrd. Dollar. Neben Firmenzukäufe will das Unternehmen aber auch weiter eigene Aktien zurückkaufen, wie Burkett ergänzend hinzufügt.

Kurzportrait

Nvidia, ansässige im kalifornischen Santa Clara, gilt neben ATI als der weltweit führende Anbieter von Grafikchips. Das Unternehmen befasst sich seit seiner Gründung mit der Entwicklung und Fertigung von 2D- und 3D-Grafikchips, welche auf verschiedenen Plattformen zum Einsatz kommen. Neben PCs, finden die Chipsätze ebenso in Spielekonsolen, Workstations als auch in Macintosh-Computern, sowie in Laptops diverser Computerhersteller Verwendung. Die Produkte gelten inzwischen als de facto Standard in diesem Bereich. Durch die Übernahme von 3dfx Interactive ist nVidia im Besitz der Marken- und Patentrechte der früheren Grafikkarten-Marke Voodoo gekommen. Als besonders aussichtsreich gilt das Konsolengeschäft. NVidia liefert dabei unter anderem auch die Grafikchips für die Microsoft-Konsole Xbox. Bei der nächsten Generation der Xbox wird ATI allerdings nVidia als Lieferant ablösen. NVidia war darüber hinaus auch maßgeblich an dem PC-Grafikstandard DirectX 8.0 bzw. 9.0 beteiligt, welcher in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt wurde.

Aber auch im Workstation-Bereich ist das Unternehmen inzwischen sehr aktiv. Mit der Produktreihe Quadro setzt die Firma auf den Workstation-Markt. Mit Quadro2 Go brachte das Unternehmen nach eigenen Angaben nach den weltweit ersten mobilen Workstation-Chipsatz auf den Markt, welcher insbesondere für den Einsatz bei professionellen Anwendern gedacht ist.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit allen wichtigen Computerherstellern weltweit zusammen. Zu den Kunden und Lizenzpartnern zählen dabei Compaq, Dell, Gateway, Micron PC, Hewlett Packard, Sony, Toshiba, aber auch Apple und Fujitsu Siemens. Daneben kommen nVidia-Chipsätze auch auf den von PNY Technologies gefertigten Motherboards zum Einsatz. Durch Kooperationen mit Systemhäusern versucht nVidia seinen Absatz weiter zu steigern und so Marktanteile zu sichern. In diesem Bereich kooperiert der Konzern unter anderem mit AOpen, Asus und Aztech. Nachdem sich nVidia im Bereich mobile Grafiklösungen durch die Übernahme von MediaQ verstärkte, kaufte das Unternehmen Ende 2005 den taiwanschen Chipspezialisten ULi Electronics.

Zahlen

Für das abschließende vierte Fiskalquartal 2006 meldet nVidia einen Umsatzzuwachs auf 633,6 Mio. US-Dollar, ein Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn schnellte auf 98,1 Mio. Dollar oder 53 US-Cent je Aktie nach oben, nach einem Plus von 48 Mio. Dollar oder 27 US-Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum. An der Wall Street hatte man im Vorfeld nur mit Einnahmen von 625,3 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 49 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Die Bruttogewinnmargen verbesserten sich zuletzt um 600 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr auf 40,2 Prozent. Die Produktlinie nVidia Quadro konnte ihre Erlöse um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern, während die nVidia nForce MCP-Umsätze um 83 Prozent nach oben schnellten.

Für das somit abgeschlossene Fiskaljahr 2006 berichtet nVidia von einem Umsatzanstieg auf 2,38 Mrd. Dollar, nach Einnahmen von 2,01 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn verdreifachtes sich auf 302,6 Mio. Dollar oder 1,65 Dollar je Aktie an, nach einem Plus von 100,4 Mio. Dollar im Vorjahr.

Markt und Wettbewerb

Der Markt für Grafikchips gestaltet sich wie der Halbleitermarkt äußerst volatil, gilt aber als besonders wachstumsstark. Die Analysten aus dem Hause Morgan Stanley sehen ein Gesamtmarktvolumen von 19 Mrd. US-Dollar, wobei der Grafikchip-Markt im Jahr 2010 sogar ein Volumen von 31 Mrd. Dollar erreichen soll.

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