Neue EnEV schützt museumsreife Heizkessel

BSW-Solar

Mittwoch, 7. Mai 2014 08:37
BSW-Solar

Neue Energieeinsparverordnung mit geringer Steuerungswirkung / Veraltete Heiztechnik schadet Umwelt und verursacht unnötig hohe Heizkosten / Branche und Wissenschaft diskutieren in Bad Staffelstein die Energiewende mit Solarwärme Berlin /

Bad Staffelstein, den 7. Mai 2014 – Seit 1. Mai gilt die neue Energieeinsparverordnung (EnEV 2014). „Statt Umweltschutz regelt die jetzt geltende Energieeinsparverordnung mit ihren vielen Ausnahmen einen umfassenden Bestandsschutz für museumsreife Heizkessel. Das geht auf Kosten der Verbraucher und der Umwelt“, kritisiert Jörg Mayer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf dem 24. OTTI-Symposium zur Thermischen Solarenergie. Mehr als 300 Forscher und Unternehmensvertreter diskutieren derzeit in Bad Staffelstein die Rolle der Solarwärme für die Energiewende.

Veraltete Heiztechnik führt zu unnötig hohen Heizrechnungen und schadet der Umwelt. Vier von fünf Heizungen in deutschen Kellern entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Die Nachrüstpflichten in der EnEV 2014 erfassen aber lediglich einen Bruchteil dieser Energieschleudern. Von den rund 20 Millionen betriebenen Öl- und Gasheizungen in Deutschland müssten nach Schätzungen des Solarverbandes mindestens 2,5 Millionen veraltete Heizkessel sofort ausgetauscht werden. Die EnEV bietet jedoch einen Ausnahmetatbestand für Ein- und Zweifamilienhäuser. Dieses Schlupfloch führt dazu, dass viele veraltete Kessel, die aus Klimaschutz- und Kostengründen längst ausgetauscht werden müssten, weiterhin Bestandsschutz genießen können. Für die Branche bleibt die EnEV insbesondere im Gebäudebestand hinter den Erwartungen und den Erfordernissen der Energiewende zurück.

„Der Löwenanteil des privaten Energieverbrauchs entfällt auf die Heizung und Warmwasser. Allein 40 Prozent der energiebedingten CO2-Emissionen stammen aus Wärmeerzeugung für die Raum- und Prozesswärme. Dennoch spricht die Bundesregierung seit Jahren hauptsächlich über den Stromsektor. Dieser blinde Fleck muss jetzt endlich ins Visier genommen werden“, fordert Mayer. Solarwärme macht unabhängiger von Energieimporten, denn Erdgas und Mineralöl müssen fast vollständig aus dem Ausland eingeführt werden. 

Heizkosten machen heute mehr als ein Drittel der Energiekosten eines Durchschnittshaushalts aus*. Durch eine umweltfreundliche Sonnenheizung in Kombination mit moderner Heiztechnik ließen sich die Heizkosten in den meisten Haushalten mehr als halbieren. Der BSW-Solar fordert die Bundesregierung daher auf, die Weichen für einen ambitionierteren Umstieg auf Erneuerbare Wärme zu stellen.  

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