Micrologica im freien Fall

Freitag, 2. März 2001 11:30

Der Frankfurter Neue Markt ist am Donnerstag mit einem neuen Allzeitschlusstief aus dem Handel gegangen. Der Nemax50 verlor 6,37 Prozent auf 1.836,28 Zähler ein. Auch der NEMAX-All-Share fiel im Handelsverlauf auf ein neues 52-Wochen-Tief von 1.993,82 Punkten, und ging letztendlich aber mit einem satten Abschlag von 5,20% auf 2.006,59 Zähler aus dem Handel. Der Deutsche Aktienindex DAX verlor 1,37 Prozent auf 6.123,38 Punkte.

So lange die schlechten Nachrichten und der Verkaufsdruck anhalten, gehe es weiter abwärts, äußerten sich Händler in Frankfurt. Die 2.000er-Marke, die der NEMAX-All-Share durchbrochen hat, sei allerdings nur eine psychologische Marke gewesen.

Der Software-Anbieter Micrologica hat die bevorstehende Zahlungsunfähigkeit angekündigt. "Schwere Managementfehler" machte ein Sprecher der DG Bank in Frankfurt als Ursache aus. An der Börse haben die Aktien des Unternehmens mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Bei Börsenschluss notierte der Titel mit satten 52,40 Prozent im Minus bei 1,19 Euro. Damit deutet sich die nächste Pleite am Neuen Markt an.

Die Aktien von Trintech kosteten nur noch 2,39 Euro, das ist ein Einbruch um 22,65 Prozent. Das Untenehmen, das Produkte für sicheren elektronischen Zahlungsverkehr anbietet, hatte vor kurzem katastrophale Zahlen vorgelegt.

Auch Intershop hat erneut Verluste hinnehmen müssen. Der Wert notierte mit einem Abschlag von 17,28 Prozent bei 5,17 Euro. Am Nachmittag war bekannt geworden, dass wegen des dramatischen Kurseinbruchs der vergangenen Wochen Anwälte verärgerter Anleger in den USA eine Klage gegen das Unternehmen eingereicht haben. Dem Software-Hersteller wird vorgeworfen, von Mai 2000 bis Januar 2001 die Marktstellung von Intershop in den USA zu positiv dargestellt zu haben.

Die Online-Buchhändler am Neuen Markt reagierten uneinheitlich auf die Berichte über Zahlungsschwierigkeiten bei Amazon.com. Der Internet-Buchhändler Mediantis, früher unter dem Namen buecher.de bekannt, hat seine Verluste im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Der Jahresfehlbetrag stieg von 11,5 Mio. DM auf etwa 25 Mio. DM. Die mediantis-Aktie fiel daraufhin um 21,95 Prozent auf magere 1,60 Euro. Buch.de hingegen stiegen um 3,7 Prozent bzw 0,05 auf 1,40 Euro.

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