Microchips Wachstumskurs gerät ins Stocken

Mittwoch, 20. Juni 2007 00:00

(IT-Times) Der Höhenflug des führenden Mikrocontroller-Anbieters Microchip Technology (Nasdaq: MCHP, WKN: 886105) wurde abrupt beendet. Dabei war das Fiskaljahr 2007, welches im März endete, so gut zu Ende gegangen. Erstmals in der Firmengeschichte konnte Microchip die Umsatzmarke von einer Mrd. Dollar auf Jahressicht knacken.

Dank eines kräftigen Gewinnanstiegs erhöhte das Unternehmen seine Quartalsdividende um 5,7 Prozent auf 28 US-Cent. Nunmehr muss der Halbleiterspezialist zurückrudern und die Euphorie etwas dämpfen. Das laufende erste Fiskalquartal 2008 wird schwächer als erwartet ausfallen. Grund sei eine unerwartete Schwäche im europäischen Markt sowie schwache Preise für einige Speicher-Produkte. Noch im Vorquartal war das Europa-Geschäft um 19 Prozent gewachsen, erklärt Microchip-Chef Steve Sanghi. Wie der Manager weiter ausführt, bekam Microchip auch die derzeitige Schwäche in der US-Immobilien- und Baubranche zu spüren. US-Kunden gaben offenbar weniger Geld für Unterhaltungselektronikprodukte aus, so der Rückschluss des Managers.

Microchip dominiert 8-Bit-Markt

Langfristig will das Unternehmen jedoch seine marktführende Position im Markt für 8-Bit Mikrokontroller aber weiter ausbauen. Die Marktbeobachter des Hauses Dataquest bescheinigen Microchip in diesem Marktbereich einen Marktanteil von 15 bis 16 Prozent. Im Vergleich zu anderen Halbleiterspezialisten wie Xilinx, Altera und Texas Instruments ist dies vergleichsweise bescheiden. Die drei zuletzt genannten Chip-Spezialisten dominieren ihre jeweiligen Märkte mit Marktanteilen von über 30 Prozent. Genau dies scheint auch das Ziel von Microchip und man war bislang zumindest auf einen guten Weg dazu - allein im letzten Jahr ist man um 27 Prozent schneller gewachsen als der zweitgrößte Wettbewerber.

Analysten sind sich unterdessen uneinig, ob sich der Aufwärtstrend weiter fortsetzen wird. Während American Technology Research Analyst Doug Freedman Investoren dazu ermuntert, die aktuelle Kursschwäche für Zukäufe zu nutzen, glaubt Credit Suisse-Experte Michael Masdea an langsamere Wachstumsraten in der Halbleiterindustrie. „Wir glauben weiterhin, dass sich wir uns in der Anfangsphase eines langsameren Wachstumszyklusses in der Halbleiterindustrie befinden“, so der Analyst.

Kurzportrait

Die in Chandler/Arizona ansässige Microchip Technology gilt als Spezialist für so genannte Embedded Halbleiter. Diese speziellen Mikrochips sind dabei mit einem 8- oder 16-Bit Mikrocontroller ausgestattet und erlauben damit das Steuern von programmierbaren Speichern. Heute erzielt Microchip zwei Drittel seines Mikrokontroller-Umsatzes durch Flash-Mikrokontroller.

Anders als bei Personalcomputern oder Workstations, sind bei Embedded Controller Applications diese innerhalb der entsprechenden Anwendungen untergebracht. Die zugehörige Software soll die Leistungsfähigkeit von Mikroprozessoren noch weiter steigern und zu niedrigeren Kosten führen. Entsprechende integrierbare Speichertechnologien in Kompatibilität mit der Software sollen Flash-Speicher und Mikrocontroller noch effizienter machen. Die von Microchip vertriebene Produktlinie KEELOQ versteht sich als spezieller Mikrochip mit besonders hohen Sicherheitsmerkmalen. Diese kommen unter anderem bei verschiedenen Smart-Karten zum Einsatz, welche Türen oder beispielsweise auch Garagentore öffnen.

Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an neuartigen Herstellungsverfahren. Entsprechendes Chip-Design und Test-Equipment soll die Entwicklungszeit von Halbleitern weiter verringern und so zur Kostenreduktion beitragen.

Insgesamt nutzen mehr als 43.000 Kunden in mehr als 65 Ländern weltweit Produkte aus dem Hause Microchip Technology. Das Unternehmen lieferte bisher mehr als 220.000 Entwicklungswerkzeuge an über 120 Fertigungspartner weltweit aus.

Nach der Übernahme von TelCom Semiconductor im Jahr 2001, die den Produktbereich analoge Halbleiter ergänzte, erfolgte im Jahr 2002 die Übernahme von PowerSmart. Das Unternehmen mit Niederlassungen und Entwicklungszentren in Indien und Thailand setzt einen Großteil seiner Produkte im Ausland ab.

Zahlen

Für das vergangene vierte Fiskalquartal 2007 meldete Microchip einen Umsatzanstieg auf 258,2 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn sprang auf 127,7 Mio. Dollar oder 57 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 75,6 Mio. Dollar oder 35 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das vergangene Märzquartal ein Nettogewinn von 81,3 Mio. Dollar oder 37 US-Cent je Aktie. Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 251,6 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 33 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Für das somit abgeschlossene Fiskaljahr 2007 meldet Microchip einen Umsatzanstieg auf 1,04 Mrd. Dollar, nach Einnahmen von 927,9 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn kletterte auf 357 Mio. Dollar oder 1,62 Dollar je Anteil, nach einem Plus von 242,4 Mio. Dollar oder 1,13 Dollar je Anteil im Jahr vorher. Die Barreserven summierten sich um Ende des Geschäftsjahres auf 1,3 Mrd. Dollar, wobei Microchip weiterhin schuldenfrei blieb.

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