McAfee setzt auf mobile Sicherheit

Donnerstag, 6. April 2006 00:00

(IT-Times) Die jüngste Meldung, wonach der weltweit zweitgrößte Anti-Virussoftwarehersteller McAfee (NYSE: MFE, WKN: 894606) den Anti-Spam-Spezialisten SiteAdvisor übernehmen wird, gaben den McAfee-Aktienkurs wieder den notwendigen Rückhalt. Die Anteile kletterten infolge der Bekanntgabe um mehr als 2,4 Prozent.

Gute Neuigkeiten, denn zuletzt stand McAfee wegen einer Softwarepanne im Rampenlicht. Ein Update löschte versehentlich auch nicht infizierte Dateien. Seither kämpft McAfee um das Vertrauen seiner Kunden. Positive Meldungen gingen dagegen im allgemeinen Medienrummel um die Softwarepanne weitgehend unter.

So konnte zum Beispiel die Netzwerküberwachungslösung McAfee IntruShield auf breiter Front überzeugen und sowohl den InfoWorld- als auch den NSS-Test für sich entscheiden. Die McAfee-Lösung schlug damit alle anderen Konkurrenzlösungen aus dem Rennen, wobei sowohl die NSS- als auch die InfoWorld-Tester das Produkt in höchsten Tönen lobten. Die positiven Testergebnisse dürften der Marketingabteilung und dem Vertrieb gerade wegen der jüngsten Panne wieder Auftrieb geben.

McAfee goes Mobile

Doch auch nicht nur auf dem Desktop ist das Unternehmen aktiv. So habe man jüngst fünf Abkommen mit Mobilfunktelefonherstellern unterzeichnet, so McAfee-Manager Drew Carter. Insgesamt habe man nunmehr sieben solcher Verträge unterzeichnet, welche Handy-Nutzer künftig vor Sicherheitslöchern und Spam schützen soll.

Namen wollte Carter zwar nicht nennen, da es sich bei diesen Verträgen typischer Weise um exklusive Marketingvereinbarungen handelt. Doch einer der Kunden ist Japans führender Mobilfunker NTT DoCoMo mit mehr als 17 Mio. Kunden, worauf McAfee-Manager Carter besonders stolz ist. „Alle unsere Rivalen haben weniger Kunden als zehn Prozent dieser 17 Mio. Kunden“, so der Manager gegenüber Reuters.

Und der Markt für mobile Sicherheit steht erst am Anfang seiner Entwicklung, glaubt man den Prognosen der Marktforscher aus dem Hause IDC. Die IDC-Experten gehen davon aus, dass speziell der Markt für mobile Sicherheitssoftware in den nächsten Jahren im Schnitt um 70 Prozent wachsen wird und im Jahr 2008 ein Volumen von einer Mrd. Dollar erreichen wird.

Kurzportrait

Das Unternehmen McAfee mit Hauptsitz in Santa Clara/Kalifornien, wurde ursprünglich im Jahre 1992 gegründet und ging im Jahre 1997 aus der Fusion von McAfee Associates und Network General hervor. Im Jahr 2004 entschied sich das Unternehmen dann seinen Namen von Network Associates in McAfee zu ändern.

McAfee bietet im Rahmen seines Produktportfolios verschiedene Sicherheitslösungen aus einer Hand an. Über McAfee.com will das Unternehmen Antiviren-Software nicht nur über das Internet an Privatanwender vermarkten, sondern auch Geschäftskunden ansprechen. Entsprechende Updates und Upgrades, sowie Support werden über die gleichnamige Internet-Seite angeboten. McAfee.com betreut heute mehr als 17,3 Mio. Online-Anwender, welche für die Inanspruchnahme der Dienstleistungen des Unternehmens eine entsprechende Gebühr entrichten. Gleichzeitig gilt der gebührenpflichtige McAfee-Service als einer der größten Bezahldienste im World Wide Web, welcher von den Nutzern in Folge der steigenden Virus-Attacken in den letzten Jahren rege in Anspruch genommen wird.

Mit seiner Lösung McAfee IntruShield will das Unternehmen den Markt für Netzwerküberwachungssoftware angehen. Hierzu übernahm das Unternehmen im Jahr 2003 unter anderem die Spezialisten IntruVert und Entercept, sowie Foundstone. Im Gegenzug wurde die Desktop-Produktlinie Magic Solutions Anfang 2004 an BMC Software verkauft. Gleichzeitig trennte sich McAfee auch von seiner Sniffer-Produktlinie und veräußerte diese an Silver Lake Partners und Texas Pacific Group für 235 Mio. Dollar. Mitte 2005 verstärkte sich McAfee durch die Übernahme des Sicherheitsspezialisten Wireless Security. Im Bereich Spam-Filter verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme von Deersoft. Durch den Aufkauf des Resellers Bysupport stärkte der McAfee dagegen seine Präsenz in Lateinamerika. Anfang 2006 übernahm McAfee den Anti-Spyware-Spezialisten SiteAdvisor.

Die Forschungseinheit NAI Labs entwickelt neue Lösungen für den Bereich Netzwerk-Sicherheit, Verschlüsselungstechnologien und komplexer Sicherheitsarchitekturen und Systeme. Mehr als 100 Wissenschaftler, Professoren und Spezialisten beschäftigen sich in Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium mit neuen Lösungen im Bereich der Internet-Sicherheit. Dennoch trägt das Softwarelizenzgeschäft etwa zwei Drittel der gesamten Umsätze bei Network Associates. Ein Drittel wird dabei durch Service und Support erwirtschaftet.

Zahlen

Für das zurückliegende vierte Quartal 2005 meldet McAfee einen Umsatzanstieg auf 253,3 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 244,2 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Während das Retail-Geschäft um 15 Prozent schwand, legte der Absatz im Privatkundensegment um 26 Prozent zu. Das Online-Geschäft mit Privatkunden zog sogar um 46 Prozent an, wobei McAfee 2,2 Mio. neue Abonnenten im Dezemberquartal hinzugewinnen konnte.

Dabei konnte McAfee seinen Gewinn auf 39,7 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie steigern, nach einem Plus von 38,8 Mio. Dollar im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 45 Mio. Dollar oder 47 US-Cent je Aktie, womit McAfee um einen Cent hinter den Gewinnerwartungen der Analysten zurückblieb. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit einem Nettogewinn von 28 US-Cent je Anteil kalkuliert.

Für das somit abgeschlossene Gesamtjahr 2005 meldet McAfee einen Jahresumsatz von 987,3 Mio. Dollar, nach Einnahmen von 910,5 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn schwand dabei auf 139,9 Mio. Dollar oder 83 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 225,1 Mio. Dollar im Jahr vorher. Insgesamt beendete McAfee das Jahr 2005 mit Barreserven von 1,3 Mrd. Dollar.

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