McAfee bleibt auf Einkaufstour

Donnerstag, 5. Oktober 2006 00:00

Anbieter fürchten um Marktposition

Samenuk bezeichnete auf einer New Yorker Veranstaltung Microsofts nächstes Betriebssystem als „unsicher“. Vor allem die Microsoft-Funktion „PatchGuard“ und das „Windows Security Center“ haben es dem McAfee-Chef angetan. Durch „PatchGuard“ können Dritthersteller nicht mehr auf Sicherheitsfeatures zugreifen, was insbesondere die beiden Anti-Virushersteller Symantec und McAfee treffen würde. Das WSC lässt nicht zu, dass entsprechende Schnittstellen deaktiviert werden, so dass Drittanbieter ihre eigenen Security-Mangement-Angebote nicht in das System bringen können.

Microsoft verteidigt sich mit dem Hinweis auf entsprechende Kundenwünsche. Marktbeobachter hegen allerdings den Verdacht, dass Microsoft so seine ungeliebten Konkurrenten im Sicherheitsbereich aus dem Markt drängen will. Durch integrierte Sicherheitslösungen könnten dann bald entsprechende Angebote von McAfee & Co überflüssig werden, womit das Geschäft der Rivalen erheblich leiden würde. Schon gibt es erste Befürchtungen, dass sich die Szenerie im Browser-Markt dann nochmals wiederholen könnte. Microsoft drängte seiner Zeit den Browser-Pionier Netscape aus dem Markt und sicherte sich wenig später einen Marktanteil von über 90 Prozent in diesem Bereich.

McAfee setzt weiter auf Zukäufe

Doch McAfee gibt sich noch lange nicht geschlagen. Mit aggressiven Zukäufen will das Unternehmen sein Angebot weiter ausbauen und sich so einen technologischen Vorsprung gegenüber Microsoft-Produkten verschaffen. Nach der Übernahme von SiteAdvisor, kaufte sich McAfee mit der Übernahme von Preventsys weiter in den Markt für Geschäftskunden ein. Zuletzt folgte mit der Akquisition von Citadel für mehr als 56 Mio. Dollar ein weiterer Zukauf im Bereich Netzwerk-Sicherheit.

Kurzportrait

Das Unternehmen McAfee mit Hauptsitz in Santa Clara/Kalifornien, wurde ursprünglich im Jahre 1992 gegründet und ging im Jahre 1997 aus der Fusion von McAfee Associates und Network General hervor. Im Jahr 2004 entschied sich das Unternehmen dann seinen Namen von Network Associates in McAfee zu ändern.

McAfee bietet im Rahmen seines Produktportfolios verschiedene Sicherheitslösungen aus einer Hand an. Über McAfee.com will das Unternehmen Antiviren-Software nicht nur über das Internet an Privatanwender vermarkten, sondern auch Geschäftskunden ansprechen. Entsprechende Updates und Upgrades, sowie Support werden über die gleichnamige Internet-Seite angeboten. McAfee.com betreut heute mehr als 20 Mio. Online-Anwender, welche für die Inanspruchnahme der Dienstleistungen des Unternehmens Abo-Gebühren entrichten. Gleichzeitig gilt der gebührenpflichtige McAfee-Service als einer der größten Bezahldienste im World Wide Web, welcher von den Nutzern in Folge der steigenden Virus-Attacken in den letzten Jahren rege in Anspruch genommen wird.

Mit seiner Lösung McAfee IntruShield will das Unternehmen den Markt für Netzwerküberwachungssoftware angehen. Hierzu übernahm das Unternehmen im Jahr 2003 unter anderem die Spezialisten IntruVert und Entercept, sowie Foundstone. Im Gegenzug wurde die Desktop-Produktlinie Magic Solutions Anfang 2004 an BMC Software verkauft. Gleichzeitig trennte sich McAfee auch von seiner Sniffer-Produktlinie und veräußerte diese an Silver Lake Partners und Texas Pacific Group für 235 Mio. Dollar. Mitte 2005 verstärkte sich McAfee durch die Übernahme des Sicherheitsspezialisten Wireless Security. Im Bereich Spam-Filter tätigte McAfee durch die Akquisition von Deersoft einen weiteren Zukauf. Durch den Aufkauf des Resellers Bysupport stärkte der McAfee dagegen seine Präsenz in Lateinamerika. Anfang 2006 übernahm McAfee den Anti-Spyware-Spezialisten SiteAdvisor. Nach der Übernahme von Preventsys Mitte 2006, kaufte McAfee im Herbst den Sicherheitsspezialisten Citadel Security Software auf.

Die Forschungseinheit NAI Labs entwickelt neue Lösungen für den Bereich Netzwerk-Sicherheit, Verschlüsselungstechnologien und komplexer Sicherheitsarchitekturen und Systeme. Mehr als 100 Wissenschaftler, Professoren und Spezialisten beschäftigen sich in Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium mit neuen Lösungen im Bereich der Internet-Sicherheit. Dennoch trägt das Geschäft mit Firmenkunden den Großteil der Umsätze.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2006 meldet McAfee einen Umsatzanstieg auf 277,3 Mio. Dollar, ein Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Einnahmen aus dem Geschäft mit Konsumenten zog um zwei Prozent auf 111 Mio. Dollar an. Insgesamt konnte McAfee weitere 1,6 Mio. neue Abonnenten für seinen Online-Service gewinnen, so dass die Zahl der Subscriper zum Quartalsende auf 20,8 Mio. Nutzer anstieg.

Trotz des Umsatzanstiegs musste McAfee aufgrund höherer Kosten für das vergangene Quartal einen Gewinnrückgang auf 31,4 Mio. Dollar oder 19 US-Cent je Aktie hinnehmen, nachdem im Jahr vorher noch ein Plus von 41,7 Mio. Dollar zu Buche stand.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 30 US-Cent je Aktie. Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 272,7 Mio. Dollar, aber mit einem Nettogewinn von 31 US-Cent je Aktie kalkuliert. Insgesamt konnte McAfee das Quartal mit Barreserven von 1,15 Mrd. Dollar beenden.

Markt und Wettbewerb

McAfee steht im Bereich Antivirus-Software vor allem in direkter Konkurrenz zum kalifornischen Softwareentwickler Symantec.

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...