Lenovo drängt in den Smartphone-Markt

Mittwoch, 17. Dezember 2008 12:50
Lenovo Unternehmenslogo

(IT-Times) Wie aus mehreren Quellen durchgesickert ist, plant der chinesische PC-Hersteller Lenovo Group (WKN: 894983) nunmehr auch den Markteintritt in den Smartphone-Markt, womit das Unternehmen PC-Herstellern wie Apple und Acer folgt, die ebenfalls im Handy-Markt Fuß fassen wollen.

Erste Bilder von Lenovo`s OPhone sind bereits im Internet aufgetaucht. Wie der Branchendienst Engadget erfahren haben will, kommt das auf dem Google-Betriebssystem Android aufgesetzte Handy mit einer 5-Megapixel-Digitalkamera sowie mit einem Touchscreen-Display mit virtuellen Keyboard daher. Auch ein integrierter Videorekorder sowie die Unterstützung von Bluetooth 2.0 sind Standard.

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Zunächst soll das OPhone in China sein Marktdebüt feiern, anschließend dann auch in den USA und Europa auf den Markt kommen, um gegen Mobiltelefone wie dem G1 und dem iPhone aus dem Hause Apple in den Wettbewerb zu treten. Wie viel das OPhone kosten wird und wann das Lenovo-Handy dann genau auf den Markt kommen wird, hüllt sich Lenovo bislang in Schweigen.

Lenovo verhandelt noch
Auch auf die zuletzt von den Medien aufdeckten Verhandlungen bezüglich potentieller Akquisitionen blieben die Chinesen bislang wage. Lenovo Chairman Yang Yuangqing bestätigte lediglich, dass man sich in Vorgesprächen mit Unternehmen bezüglich einer möglichen Beteiligung oder Akquisition befinde.

Zuvor hatten brasilianische Zeitungen bereits berichtet, dass Lenovo den brasilianischen Computerhersteller Positivo Informatica (PI) für rund 833 Mio. US-Dollar übernehmen werde. Anschließend war der PI-Aktienkurs kräftig gestiegen, was das Lenovo-Management offenbar dazu veranlasste, zurückzurudern und die Meldungen zu dementieren.

Das Lenovo im Ausland und insbesondere in Schwellenländern zukaufen will, gilt als kein Geheimnis mehr. Das Unternehmen hatte bereits bei der Ankündigung der jüngsten Quartalszahlen entsprechende Andeutungen gemacht. Ob dem Unternehmen die Übernahme von Positivo Informatica wirklich weiterhelfen wird, bezweifeln hingegen Marktbeobachter wie die Experten aus dem Hause Daiwa Securities.

Der Marktanteil von Positivo Informatica war im brasilianischen Laptop-Markt von 57 Prozent im Vorjahr auf 27 Prozent im Juni 2008 eingebrochen. Würde eine Übernahme tatsächlich zustande kommen, könnte Lenovo seinen Weltmarktanteil nur marginal auf 7,9 Prozent steigern, so die Daiwa-Experten…

Kurzportrait

Die in Beijing ansässige Lenovo Group wurde ursprünglich von elf Ingenieuren im Jahre 1984 gegründet. Zuvor firmierte das Unternehmen unter dem Namen Legend Group bzw. New Technology Developer Incorporated.

Heute ist Lenovo der größte PC-Hersteller Chinas und bietet nicht nur Desktop- und Laptop-Produkte, sondern auch Server- und Handheld-Rechner an. Zum Produktangebot zählen unter anderem die Lenovo ThinCentre Desktop-Rechner, die Lenovo 3000 J Serie, als auch die ThinkPad Laptop-Reihe und Tablet-PCs. Ergänzt werden diese durch die Laptop-Marke IdeaPad und die Lenovo 3000 C, N und V Serien. Daneben bietet Lenovo aber auch Workstations (Lenovo ThinkStation) an. Auch LCD- und CRT-Monitore gehören zum Produktangebot von Lenovo, wobei das Unternehmen aber auch ThinkVision-Projektoren vermarktet. Um sich künftig mehr um sein Kerngeschäft mit der Vermarktung von PCs zu konzentrieren, hat sich das Unternehmen von seinem Mobilfunkgeschäft in 2008 getrennt.

Bereits im Jahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme der PC-Sparte von IBM. Insgesamt bezahlte Lenovo 1,27 Mrd. Dollar für die IBM-Einheit, wodurch das Unternehmen zu einem internationalen Player aufstieg. Gleichzeitig bietet Lenovo auch IT-Services an.

Während Lenovo in China mit der Digital China Holdings in Sachen Vertrieb zusammenarbeitet, bauen die Chinesen ihr internationales Geschäft gerade aus. Mit weiteren Niederlassungen in USA, Indien und Deutschland ist Lenovo bereits in weiteren Märkten präsent. Darüber hinaus will Lenovo verstärkt in Schwellenmärkten wie in Indien aber auch im Mittleren Osten Fuß fassen.

Während der US-Technologiekonzern IBM weiterhin eine Minderheitsbeteiligung an Lenovo hält, ist die chinesische Regierung mit einer Beteiligung von über 27 Prozent der größte Einzelaktionär der Gesellschaft.

Zahlen

Lenovo erwirtschaftete im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 einen Umsatz in Höhe von 4,32 Mrd. US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren dies 4,31 Mrd. Dollar gewesen. Demgegenüber sank das Bruttoergebnis von 645 Mio. Euro im zweiten Quartal 2007/2008 auf 545 Mio. Euro im aktuell abgelaufenen Quartal. Damit lag das Vorsteuerergebnis im dritten Quartal 2008/2009 bei 39 Mio. Dollar, im Vergleich zu 125 Mio. Dollar im Vorjahr.

Meldung gespeichert unter: Lenovo

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