Lam Research sieht steigenden Marktanteil

Dienstag, 17. April 2007 00:00

(IT-Times) Der US-Halbleiterausrüster Lam Research (Nasdaq: LRCX<LRCX.NAS>, WKN: 869686<LAR.FSE>) konnte im jüngsten Quartal seine Gewinne nahezu verdoppeln. Dennoch ging das Interesse der Investoren an Halbleiterausrüstern zuletzt stark zurück, nachdem erwartet wird, dass die Industrie im laufenden Jahr seine Investitionen zurückfahren wird.

Trotzdem sieht sich Lam Research weiter auf Wachstumskurs und rechnet im laufenden Quartal mit einem Plus bei den Auslieferzahlen von 10 bis 15 Prozent gegenüber dem Märzquartal. Auch in den nächsten Jahren dürfte das Wachstum nicht abreißen, ist sich das Lam Research-Management sicher. Hintergrund ist unter anderem eine starke Nachfrage nach IC-Chips, die vor allem in Unterhaltungselektronikindustrie zum Einsatz kommen. Diese starke Nachfrage wiederum erfordert höhere Halbleiterkapazitäten, so dass Lam Research im Zeitraum 2007 bis 2010 Investitionen in Wafer-Fabrikausrüstung in Höhe von 150 Mrd. US-Dollar von Seiten der Industrie erwartet.

Marktanteil im Etch-Ausrüstermarkt soll steigen

Gleichzeitig wolle man im Kerngeschäft, dem Etch-Markt, weiter den Takt angeben und seinen Marktanteil weiter ausbauen. Während man im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge 46 Prozent des Marktes für Etch-Equipment kontrollierte, soll der Markanteil in diesem Jahr auf 50 Prozent klettern. Durch die Umstellung von 90- auf 65-Nanometer sei man in diesem Jahr sehr gut in dem Markt positioniert, meint Finanzchef Martin Anstice im Rahmen der Morgan Stanley Investmentkonferenz.

Darüber hinaus wolle man durch die Entwicklung neuer Produkte für den Etch-Markt den zu adressierten Marktbereich vergrößern. Damit dürfte das Unternehmen in der Lage sein in den nächsten drei Jahren 2,5 Mal schneller zu wachsen, als der gesamte Wafer-Ausrüstermarkt insgesamt, glaubt man im Management.

Kurzportrait

Die im Jahre 1980 gegründet und im kalifornischen Fremont ansässige Lam Research gilt als einer der führenden Halbleiterausrüster weltweit. Das Unternehmen hat sich dabei vor allem auf Komponenten im Zusammenhang mit dem Produktionsprozess von Chips konzenziert.

Die Produkte von Lam Research sind dabei auf drei wesentliche Kernkomponenten bei der Chipherstellung zugeschnitten. Zum Einem sorgen spezielle Anlagen dafür, dass aus dem Rohmaterial (Wafer) entsprechende Chips entstehen. In einem weiteren Arbeitsgang werden diese Chips dann einem chemischen Prozess ausgesetzt (Chemical Mechanical Planarization) und anschließend gereinigt und mit einer speziellen Beschichtung versehen, die schädliche Partikel von den fertiggestellten Chips fernhalten. Für all diese Aufgaben stellt Lam Research maßgeschneiderte Produkte zur Verfügung.

Die mikroskopisch kleinen Schaltkreise auf Halbleitern werden dabei unter anderem mit Plasma bearbeitet, so dass unerwünschtes Material entfernt wird. Gleichzeitig lassen sich durch diesen chemischen Prozess etwaige Features von Mikrochips definieren.

Zahlreiche auf dem Markt verfügbaren Integrationssysteme und Halbleiterfertigungsanlagen sind ein Ergebnis aus der Zusammenarbeit mit Lam Research. Gleichzeitig legt das Unternehmen großen Wert auf Kundenzufriedenheit und Support. Dabei erhielt das US-Unternehmen schon mehrere Industriepreise und steht regelmäßig als bestes Zulieferunternehmen ganz oben auf den Ehrungslisten von Chipherstellern. Zu den namhaften Industriekunden zählen heute neben Phillips, Samsung, AMD, auch STMicroelectronics, sowie der Mobilfunkhersteller Motorola. Den Großteil seiner Produkte setzt das Unternehmen in Asien ab. Dieser Wirtschaftsraum trägt inzwischen mehr als die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.

Im Jahr 2001 hat das Unternehmen begonnen sein Geschäftsmodell umzustellen und aggressiv Geschäftsbereiche auszulagern, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Mitte 2004 gab das Unternehmen dann den Rückzug aus dem CMP-Geschäft bekannt. Im Herbst 2006 kaufte Lam Research für 175 Mio. Dollar Fertigungsanlagen der Bullen Ultrasonics, um die Versorgung mit Silikon-Material sicher zu stellen.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal meldet Lam Research einen Umsatzanstieg auf 650,3 Mio. US-Dollar, was einem Plus von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Nettgewinn verdoppelte sich dabei nahezu auf 164,7 Mio. US-Dollar oder 1,15 Dollar je Aktie, nach einem Plus von 86,3 Mio. Dollar oder 60 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 644,2 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 1,06 Dollar je Aktie kalkuliert. Das Lam Research-Management bezeichnete das Quartal als „exzellent“, zumal man die Bruttomargen bei 50,2 Prozent halten konnte. Gleichzeitig konnte Lam Research einen Cashflow von 151 Mio. Dollar aus der operativen Geschäftstätigkeit erwirtschaften. Die Barreserven summierten sich zum Quartalsende auf 1,2 Mrd. Dollar.

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