IDC-Studie: Storage aus der Cloud zunehmend eine echte Alternative in Deutschland

Donnerstag, 25. Februar 2010 15:51
IDC

Gemäß einer neuen Studie von IDC zum Thema Storage-as-a-Service (StaaS) haben sich zwei Drittel der Befragten bereits mit Storage aus der Cloud beschäftigt. Des Weiteren gibt die Studie Auskunft darüber, für welche Zwecke StaaS in den Unternehmen tatsächlich eingesetzt wird, welche Vor- und Nachteile die Anwender bei Storage aus der Cloud sehen und welche Anbieter sie bevorzugen.

Im November 2009 startete das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IDC eine Befragung unter 385 deutschen Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern zum Cloud Thema Storage-as-a-Service (StaaS). Nach der ersten großen IDC Cloud Computing Studie im Frühjahr vergangenen Jahres in Deutschland ist „Storage-as-a-Service – Anwenderpräferenzen und Trends in Deutschland 2010“ nun die zweite große Befragung im Rahmen der von IDC geplanten Cloud Computing Serie.

In der aktuellen Umfrage wollte IDC unter anderem herausfinden, ob sich die Verantwortlichen bereits mit Storage-as-a-Service befasst haben: Zwei Drittel der Unternehmen haben sich mit diesem Thema auseinandergesetzt. Zum einen ist dies ein klares Indiz dafür, dass Storage ein Dauerproblem für die Unternehmen ist, für das einfache und kostengünstige Lösungskonzepte gefragt sind. Zum anderen lassen die Ergebnisse die Schlussfolgerung zu, dass Unternehmen Storage-as-Service zunehmend mehr als Lösung für ihre Storage Probleme akzeptieren.

Auch wenn derzeit bisher nur 12 Prozent der befragten Unternehmen Storage-as-a-Service tatsächlich einsetzen, so evaluieren 24 Prozent der Teilnehmer eine Lösung und weitere 21 Prozent sind aktuell mit der Einführung einer Lösung beschäftigt. Nur elf Prozent der Befragten haben sich nach der Prüfung gegen eine Lösung entschieden.

Dass sich etwa ein Drittel der Unternehmen noch nicht weiter mit der Thematik beschäftigt hat, ist vor allem auf zwei wesentliche Ursachen zurückzuführen: Entweder wurden andere Projekte mit deutlich höherer Priorität realisiert oder die Sicherheitsbedenken waren so groß, dass eine Umsetzung noch nicht erfolgte. Aus Sicht von IDC scheint diese Argumentation für den konservativen deutschen Markt typisch zu sein.

Detaillierter von IDC befragt wurden im weiteren Verlauf nur die IT-Verantwortlichen der 262 Unternehmen, die sich bereits eingehend mit Storage-as-a-Service aus­einandergesetzt haben. Ein weiteres Ziel der Befragung war es, die Anwenderpräferenzen und Trends im Hinblick auf die Nutzung von StaaS, Online Backup und Online Archivierung in Deutschland zu eruieren.

Grundsätzlich gesehen ist Storage in erster Linie ein wirtschaftliches Problem. So gibt die Mehrheit der Unternehmen "Kosten" als Hauptproblem im Zusammenhang mit Storage an. Ursache hierfür dürfte insbesondere das ungebremste Wachstum des zu speichernden Datenvolumens sein. Aber auch auf operativer Ebene stehen die Anwender vor Problemen im Zusammenhang mit Storage, z. B. Systemzuverlässigkeit, Einhaltung von Compliance und Dauer des Backup Prozesses. Insgesamt kommt bei den Unternehmen eine Vielzahl unterschiedlicher Cloud Storage Services zum Einsatz, die von Backup bis hin zu E-Discovery reichen. Die IDC Befragungsergebnisse zeigen, dass Notfallwiederherstellung, Backup und Desaster Recovery mit Abstand die am meisten verbreiteten Anwendungen (53 %) im Storage-as-a-Service Umfeld sind. Am zweit häufigsten wird Storage-as-a-Service zur Vorbeugung gegen Datenverlust (40 %) eingesetzt. „Dies lässt den Rückschluss zu, dass die Bedenken der Anwender, die sich aufgrund von Sicherheitsbedenken noch nicht mit dem Thema befasst haben, eher ein "emotionales" als ein tatsächliches Problem darstellen“, sagt Lynn-Kristin Thorenz, Research & Consulting Director bei IDC.

Wichtigster Treiber für die Nutzung von Storage-as-a-Service ist in erster Linie der Kostenvorteil einer Online-Lösung gegenüber einer In-house Lösung. Ein bedeutender Antriebsfaktor ist außerdem die Entlastung der personellen Ressourcen, damit sich die interne IT anderen Prioritäten widmen kann.

Wichtige Hinweise, welche Maßnahmen Anbieter ergreifen sollten, um StaaS voranzubringen, zeigen die Antworten der Unternehmen, die sich gegen Online Storage Services entschieden. Hervorzuheben ist dabei insbesondere das Informationsdefizit, das aus Sicht der Anwender am Markt herrscht. Dies sollte jedoch laut IDC ein relativ einfach zu lösendes Problem für die Anbieter sein. Die wichtigsten Knackpunkte im Zusammenhang mit Storage-as-a-Service sind jedoch Sicherheit, Kosten und Compliance.

Über die Hälfte der von IDC befragten Unternehmen erwartet steigende Ausgaben für Storage-as-a-Service. Weitere 14 Prozent möchten erstmalig investieren. Dies ist für IDC aufgrund der stetig wachsenden Anforderungen an Storage nicht erstaunlich. Allerdings steht für 37 Prozent der Befragten dabei im Vordergrund, durch Storage-as-a-Service die Betriebskosten zu senken. Dabei hatte IDC ursprünglich angenommen, dass Unternehmen durch den Einsatz einer Storage-as-a-Service Lösung vor allem ihre Kapitalkosten senken bzw. Storage-Kosten in die Betriebskosten verschieben wollen.

Aus Sicht von IDC ist der Markt nach wie vor stark fragmentiert. Die Mehrheit der befragten Anwenderunternehmen ist grundsätzlich für verschiedene Arten von Anbietern offen. Da das Thema Sicherheit ein stark ausgeprägtes Auswahlkriterium darstellt, dürften der Brandname und das Vertrauen in einem engen Zusammenhang mit der Wahl des Anbieters stehen. IDC empfiehlt den Anbietern, ihre Storage-as-a-Service Konzepte anhand anschaulicher Fallbeispiele den Nutzen, die realisierbaren Kostenvorteile und vor allem die Vorteile gegenüber einer internen Lösung transparent darzustellen.

Die Ergebnisse der IDC-Studie zeigen insgesamt, dass die Verbreitung von Storage-as-a-Service zwar wie erwartet noch am Anfang steht, aber Online Storage vom deutschen Markt nicht mehr wegzudenken ist. Über die weiteren Entwicklungen im Cloud-Umfeld wird die nächste Analyse von IDC, die für das 4. Quartal 2010 geplant ist, Aufschluss geben.

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