Hohes Potenzial, große Herausforderungen: Erste bundesweite Studie zur Games-Branche vorgestellt

Online-Spiele Markt Deutschland

Montag, 4. Dezember 2017 10:45
BIU

Gesamtumsatz von 2,876 Milliarden Euro, daran nur geringer Anteil deutscher Entwicklungen

Deutsche Games-Branche hat enormes wirtschaftliches und kulturelles Potential

Neue politische Impulse können Deutschland als Games-Standort beleben

Berlin, 01. Dezember 2017 – In Berlin wurden heute die Ergebnisse der ersten bundesweiten Studie zur Games-Branche in Deutschland vorgestellt. Das Fazit der beiden Autoren Prof. Dr. Oliver Castendyk von der Hamburg Media School und Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow von der Universität Paderborn lautet: Die deutsche Games-Branche bietet ein starkes wirtschaftliches und kulturelles Potential, steht aber gleichzeitig vor großen Herausforderungen, sich auf dem international umkämpften Markt durchzusetzen.

Der Umsatz der deutschen Games-Unternehmen lag 2015 mit 2,876 Milliarden Euro vor dem anderer Kultur- und Kreativbranchen wie der Musikindustrie (1,55 Milliarden Euro) oder dem Bereich Kinofilm (1,17 Milliarden Euro). Auch das notwendige fachliche Wissen und Können ist hierzulande vorhanden, um die Innovationsbranche weiter wachsen zu lassen: Aktuell gibt es rund 14.000 Beschäftigte in der deutschen Games-Branche; bis zu 600 Personen schließen jährlich einen spezifischen Studien- oder schulischen Ausbildungsgang mit Schwerpunkt Games-Entwicklung ab.

Dennoch machen es zahlreiche wirtschaftliche und politische Herausforderungen deutschen Games-Akteuren zunehmend schwer, sich auf dem international hart umkämpften Markt behaupten zu können. Länder wie Kanada, Frankreich oder Großbritannien unterstützen die inländische Games-Produktion mit umfassenden Förderprogrammen. Insgesamt gilt es, die Chancen aber auch die Herausforderungen der deutschen Games-Branche realistisch zu beurteilen und politisch die richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen, so die Studienverantwortlichen Prof. Dr. Castendyk und Prof. Dr. Müller-Lietzkow.

„Mein Haus hat die Studie gefördert, um erstmals detaillierte und gesicherte Daten zur Games-Branche in Deutschland zu bekommen“, sagt Staatsministerin Prof. Monika Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. „Die Ergebnisse sowie der hohe Gesamt-Umsatz zeigen die große Bedeutung des Mediums. Auf Basis dieser Daten können die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen der Branche besser eingeschätzt und politische Diskurse zielgerichteter gestalten werden.“

„Wir müssen dringend die Rahmenbedingungen in Deutschland verbessern, sonst werden wir den Anschluss – und wir hinken hier schon mehr als deutlich hinterher – vollständig verpassen. Wir erwarten von der Politik, dass sie schnellstmöglich die richtigen Impulse setzt, damit kleine, mittlere aber auch große Unternehmen hierzulande die Möglichkeit bekommen, dauerhaft international erfolgreich zu sein. Das ist der zentrale Ansatzpunkt für ein intelligentes, künftiges Fördersystem“, sagt Stefan Marcinek, Vorstandsvorsitzender des GAME.

„Wir haben die Talente, die Technik und den Tatendrang, um ‚Games Made in Germany‘ zu einem Exportschlager zu machen“, sagt Felix Falk, Geschäftsführer des BIU. „Deutsche Entwickler und Unternehmer haben es jedoch zunehmend schwer, bei den Standortvorteilen der globalen Konkurrenz mitzuhalten. Die Studie zeigt den richtigen Weg auf, um Deutschland als Entwicklungsstandort nachhaltig zu stärken und ist daher Pflichtlektüre für die Politik.“

Björn Böhning, Chef der Senatskanzlei Berlin: „Die Games-Studie gibt einen wertvollen Überblick über die Games-Industrie in Deutschland mit ihren Stärken und Schwächen. Und sie zeigt auch: Deutschland ist ein bedeutender Markt und auch im Hinblick auf kreatives Personal und Ausbildungsangebote ein Standort für Games-Unternehmen mit großem Potenzial, das wir in Zukunft noch besser nutzen wollen. Games-Förderung schafft die richtigen Rahmenbedingungen für die Standortentwicklung.“

Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung: „Spielentwicklung ist ein wichtiges Segment der Kreativwirtschaft, von dem viele Impulse und Innovationen ausgehen. Wir freuen uns besonders, dass Hessen ein starker Branchenstandort ist. Wir wollen aber noch besser werden. Dafür liefert uns die Studie wichtige Hinweise.“

Die Ergebnisse der ersten bundesweiten Studie zur Games-Branche in Deutschland kann auf der Website der Hamburg Media School heruntergeladen werden: http://www.hamburgmediaschool.com/forschung/center-labs/audiovisuelle-produktion/studie-zur-computer-und-videospielindustrie-in-deutschland/

Die deutsche Games-Branche auf einen Blick

Mit einem Unternehmensumsatz von insgesamt 2,876 Milliarden Euro gehört die Games-Branche mit ihren über 650 Unternehmen zu den umsatzstarken Medien- und Kulturbranchen Deutschlands. Allerdings werden nur 14,2 Prozent des Gesamtumsatzes auch mit in Deutschland entwickelten Produkten und Dienstleistungen erzielt.

Meldung gespeichert unter: Online-Games

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