HINTERGRUND: Rambus - Traumstart ins neue Jahr

Montag, 9. Januar 2006 11:03

(IT-Times) Einen traumhaften Start legte der US-Speicherspezialist Rambus (Nasdaq: RMBS<RMBS.NAS>, WKN: 906870<RMB.FSE>) im neuen Jahr hin. Wurden die Papiere des Speicherchip-Entwicklers Ende Dezember noch bei rund 16 Dollar gehandelt, müssen interessierte Anleger heute mehr als 22 Dollar hinlegen.

AMD setzt auf Rambus

Zu Wochenbeginn entschied sich der zweitgrößte Prozessorhersteller AMD für die nächste Generation der Speichertechnologie aus dem Hause Rambus. AMD wird in den nächsten fünf Jahren insgesamt 75 Mio. Dollar an Rambus zahlen und im Gegenzug Zugang zu den mehr als 900 Patenten des kalifornischen Speicherentwicklers erhalten.

„Es ist Teil unserer neuen Strategie künftig mehr Patent-Lizenzverträge abzuschließen“, so Rambus-Vertriebsmanagerin Sharon Holt, die sich hoffnungsvoll zeigt, künftig mehr solche Deals unter Dach und Fach bringen zu können.

Dies scheint auch notwendig, denn zuletzt generierte Rambus etwa ein Drittel seiner Umsätze durch Intel. wobei ein entsprechender Kontrakt im zweiten Quartal 2006 ausläuft. In diesem Rahmen zahlt Intel etwa 40 Mio. Dollar jährlich an Rambus, um entsprechende Patente nutzen zu können.

Entscheidung gegen Hynix

Einen weiteren Teilerfolg konnte Rambus zuletzt vor Gericht verbuchen. US-Richter Ronald M. Whyte wollte den Einwänden des südkoreanischen Halbleiterspezialisten nicht folgen, wonach Rambus etwaige Beweismittel vernichtet hätte und lies die Klage gegen die Südkoreaner zu. Anfang März ist nunmehr die nächste Verhandlung anberaumt.

In welcher Höhe Rambus nunmehr Schadenersatz fordern wird, wollte Rambus-Anwalt John Danforth nicht preisgeben, allerdings dürfte sich die Summe im Rahmen von 2,5 bis 3,5 Prozent des jeweiligen Marktanteils des Unternehmens bewegen. Hynix wurde zuletzt ein Marktanteil von rund 20 Prozent im auf 30 Mrd. Dollar geschätzten DRAM-Marktes zugeschrieben. Auf Grundlage dieser Zahlen könnte Rambus zwischen 150 und 210 Mio. Dollar an Lizenzgebühren von Hynix fordern.

Kurzportrait

Die im Jahre 1990 gegründete und im kalifornischen Los Altos ansässige Rambus ist vor allem für seine Speicherchip-Entwicklung Rambus Dynamic Random Access Memory (RDRAM) bekannt. Die Kalifornier lizenzieren ihre Speichertechnologie an Chip- und DRAM-Hersteller weltweit und erwirtschaften den Großteil der Einnahmen über Lizenzgebühren. Gleichwohl entwickelt Rambus aber auch Software und bietet entsprechende Services an. Im Mittelpunkt steht aber die Entwicklung von DRAM-Chips, welche in PCs, als auch in Spielekonsolen zum Einsatz kommen. Zu den Lizenzpartnern, welche auf RDRAM-Technologie aus dem Hause Rambus setzen, zählen neben dem weltweit größtem DRAM-Hersteller Samsung, auch Toshiba, NEC, Sony, sowie Intel.

Rambus schaffte in Folge einer Reihe von Lizenzabkommen in den 90er Jahren den Aufstieg als vielversprechendes Technologieunternehmen. Schon im Jahre 1992 gründete das Unternehmen mit Rambus Japan eine Zweigstelle im Land der aufgehenden Sonne. Ein Lizenzabkommen mit Intel im Jahre 1996 galt als Meilenstein in der Rambus-Unternehmensgeschichte, nachdem bereits ein Jahr zuvor Nintendo Rambus´ Bus-Interface für seine Chips verwendete.

Im Jahre 1997 folgte anschließend der Börsengang an die Technologiebörse Nasdaq. Jahre später expandierte Rambus nach Taiwan, wobei der DRAM-Spezialist eine weitere Niederlassung in Taipei ins Leben rief. Gleichzeitig lizenzierte Sony Rambus´ RDRAM-Technologie für seinen Verkaufsschlager PlayStation 2.

Jahre später folgten weitere Lizenzabkommen mit dem Router-Spezialisten Juniper und dem Chiphersteller Texas Instruments. Die neuentwickelten Speicher-Chips „Yellowstone“ und „Redwood“, welche deutlich höhere Datendurchsatzraten erlauben, sollen das Unternehmen wieder zurück auf die Erfolgsspur führen, nachdem sich Rambus in den letzten Jahren in zahlreichen Patentstreitigkeiten mit Mitbewerbern gegenüber sah. Zuletzt kaufte Rambus Patente und ausgesuchte Vermögenswerte des Speicher-Spezialisten Velio Communications für 13 Mio. Dollar. Velio-Produkte sollen in die neue RaSer-Produktlinie mit einfließen. Mitte 2004 übernahm Rambus verschiedene Patente und Technologien von Cadence Design Systems für insgesamt 16 Mio. Dollar. Im April 2005 übernahm Rambus Kern-Technologien und Patente (Interface IP) von GDA Technologies.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal musste Rambus zwar einen Umsatzrückgang auf 36 Mio. Dollar hinnehmen, gleichzeitig zog der Nettogewinn um 40 Prozent auf 14,5 Mio. Dollar oder 14 US-Cent je Aktie an, nach einem Plus von 10,4 Mio. Dollar oder zehn US-Cent je Aktie im Jahr vorher. In diesem Zusammenhang konnte Rambus einen Vorsteuergewinn von 18,6 Mio. Dollar durch den vorzeitigen Rückkauf von Anleihen verbuchen.

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...