First Solar setzt auf Asien - Unsicherheiten in Italien

Mittwoch, 9. März 2011 13:29
First Solar

(IT-Times) - Der US-Solarkonzern und Dünnschichtspezialist First Solar (Nasdaq: FSLR, WKN: A0LEKM) hat seine Gewinnprognose für das laufende Jahr 2011 noch einmal angehoben und geht nunmehr von einem Nettogewinn von 9,25 bis 9,75 Dollar je Aktie aus, nachdem man bislang einen Gewinn von 8,75 bis 9,50 Dollar je Aktie prognostizierte -dennoch gaben First Solar-Aktien zuletzt weiter deutlich nach.

Hintergrund sind Unsicherheiten über die aktuelle Nachfragesituation im Solarmarkt, insbesondere was die Entwicklung in Italien angeht. Anders als erwartet haben die Italiener in der vergangenen Woche zwar keine Kappung der Einspeisevergütung bei acht Gigawatt beschlossen, dennoch geht Barclays Capital Analyst Vishal Shah davon aus, dass die aktuelle Politik in Italien die Solarnachfrage im zweiten Quartal 2011 deutlich reduzieren wird. Nach wie vor stehe eine Absenkung der Einspeisevergütung von 30 bis 50 Prozent im zweiten Halbjahr 2011 im Raum, so der Analyst.

First Solar hofft auf weitere Aufträge aus Asien - Indien und China im Mittelpunkt
Um die Abhängigkeit vom europäischen Solarmarkt zu verringern, versucht First Solar derzeit seine Marktposition in Nordamerika und in der Asien-Pazifik-Region weiter auszubauen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Märkte in Indien, China und Australien, so First Solar Chef Rob Gillette.

Bereits in diesem Jahr sollen acht Prozent der Auslieferungen in Asien nach Indien gehen, nachdem der Prozentanteil Indiens in 2010 nur bei einem Prozent lag, so Gillette. In diesem Jahr sollen rund 100 Megawatt an Solarprojekten in Indien installiert werden, wobei First Solar zudem mit dem Bau einer 30-Megawatt Solaranlage in China beginnen will. Gemeinsam mit dem Partner China Guangdong Nuclear Solar Energy Development soll die Anlage später auf zwei Gigawatt ausgebaut werden, heißt es.

Neben der Realisierung von großen Solarprojekten in Nordamerika und in Asien, will First Solar seine Produktionskapazitäten von 1,5 Gigawatt in 2010 auf 2,9 Gigawatt in 2012 ausbauen. Neben der Erweiterung bestehender Fabriken in Malaysia und in Deutschland, will First Solar zudem neue Produktionsstätten in Frankreich, den USA und in Vietnam errichten.

Suntech verdrängt First Solar von der Spitzenposition
Nachdem First Solar seine Produktionskosten zuletzt um weitere elf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 75 Cent je Watt senken konnte, dürfte der Aufbau weiterer Produktionsanlagen in Billiglohnländern wie Vietnam dazu führen, dass die Produktionskosten bei First Solar in 2014 auf 60 Cent pro Watt sinken, glauben Marktbeobachter. Ob dies allerdings reichen wird, um die Konkurrenz in Schach zu halten, bleibt fraglich.

In 2010 löste Suntech die Amerikaner zumindest wieder an der Spitze ab, wobei die Chinesen nach PV-Auslieferzahlen mit 1,57 Gigawatt nunmehr wieder als die weltweite Nummer eins gelten...

Kurzportrait

Die in Tempe/Arizona ansässige First Solar wurde im Jahre 1999 gegründet und gilt als einer der führenden Solarkonzerne in Amerika. Das Unternehmen hat sich auf die Produktion von Solarmodulen auf Basis der Dünnschichttechnologie spezialisiert und gilt in diesem Bereich als einer der weltweit führenden Anbieter.

Schon im Jahr 2002 nahm First Solar die Produktion von Solarmodulen auf Basis von Cadmium Telluride (CdTe) auf. First Solar hat sich bewusst für den Einsatz von CdTe entschieden, da CdTe ein Halbleiter mit direkter Bandlücke ist und somit in der Lage ist, Sonnenenergie effizienter in elektrische Energie zu wandeln. Darüber hinaus lassen sich durch den Einsatz von CdTe einfache Zellstrukturen und Prozesse auch Produktionskosten minimieren. So verfügt First Solar seit 2008 über die niedrigsten Kosten pro Watt in der Photovoltaik-Industrie. Zudem hat First Solar die Produktionskosten pro Watt unter die magische Marke von einem US-Dollar gedrückt. Zudem ist CdTe für die Produktion aufgrund der hohen Verfügbarkeit reichlich vorhanden, so dass das Material auch in der Massenproduktion zum Einsatz kommen kann.

First Solar hat mit zwölf Projektentwicklern in Europa langfristige Lieferverträge abgeschlossen. So wird der Großteil der Solarmodule in Ausland exportiert. Großabnehmer sitzen dabei vornehmlich in Deutschland. Zu den wichtigsten Kunden von First Solar zählen daher auch deutsche Unternehmen wie Blitzstorm, Pfalzsolar, Colexon Energy, Conergy, Gehrlicher Umweltschonende Energiesysteme, Juwi Solar und Phoenix Solar.

Ende 2007 verstärkte sich First Solar durch die Übernahme des US-Solarspezialisten Turner Renewable Energy LLC. Das Unternehmen entwickelt Solarprojekte im Auftrag für Kunden in den USA. Nach der Übernahme durch First Solar tritt das Unternehmen unter dem Namen First Solar Electric LLC auf. Anfang 2009 übernahm First Solar zudem ein 550-Megawatt Solarprojekt von OptiSolar und Edison Mission Group. Darüber hinaus will First Solar gemeinsam mit EDF Energies Nouvelles die größte Solarfabrik Frankreichs bauen. Im Frühjahr 2010 übernahm First Solar den US-Solarprojektierer NextLight Renewable Power für rund 285 Mio. Dollar.

Durch den Bau neuer Fertigungsanlagen in den USA, Europa (Frankfurt/Oder) und Asien (Malaysia) hat First Solar seine Produktionskapazitäten zuletzt stetig ausgebaut und seine Produktionskosten auf 75 Cent pro Watt drücken können.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet First Solar einen Umsatzrückgang um 4,9 Prozent auf 609,8 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 641 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn kletterte im jüngsten Quartal auf 155,9 Mio. US-Dollar oder 1,80 Dollar je Aktie, nach einem Profit von 141,6 Mio. Dollar oder 1,65 Dollar je Aktie im Jahr vorher.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte First Solar zumindest die Gewinnerwartungen der Wall Street übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Nettogewinn von 1,76 Dollar je Aktie, aber mit Einnahmen von 647,8 Mio. Dollar kalkuliert.

First Solar konnte seine Produktionskosten im jüngsten Quartal um weitere elf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 75 Cent je Watt reduzieren, nachdem das Unternehmen weitere Produktionslinien in Betrieb genommen hat. Auch den Wirkungsgrad seiner Solarmodule konnte First Solar weiter steigern - von 11,1 Prozent im Jahr vorher, auf nunmehr 11,6 Prozent.

Meldung gespeichert unter: Dünnschicht-Solarmodule (Thin-Film)

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