Cree profitiert vom Klimawandel

Dienstag, 10. Juli 2007 00:00

(IT-Times) Die traditionelle Glühbirne, die durch Thomas Edison im Jahre 1879 erstmals das Licht der Welt erblickte, könnte bald ausgedient haben. Hintergrund ist die anhaltende Debatte um den Klimawandel, der die Temperaturen in den nächsten Jahrzehnten weltweit ansteigen lässt. Erste Länder haben bereits auf diese Gefahr reagiert und wollen den Verkauf herkömmlicher Glühbirnen in den nächsten Jahren gänzlich verbieten.

Von diesem Trend profitieren könnte der amerikanische LED-Chipspezialist Cree (Nasdaq: CREE, WKN: 891466). Das Unternehmen gilt als führender Hersteller von Halbleiterkristallen, die in Leuchtdioden zum Einsatz kommen. Das US-Unternehmen vermarktet LED-Chips und Lampen, die sowohl in der Unterhaltungselektronik als auch in der Mobilfunkindustrie eingesetzt werden.

Anders als Glühlampen strahlen Leuchtdioden keine Wärme ab und verbrauchen darüber hinaus auch bis zu 90 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glüh- und Halogenlampen. Moderne LEDs haben zudem eine Betriebsdauer von 50.000 bis 100.000 Stunden. Wegen der geringen Lichtausbeute und der fehlenden Verfügbarkeit vieler Lichtfarben führte die LED in der Vergangenheit oft ein Schattendasein. Aber auch dies hat sich in jüngster Zeit geändert. LEDs gibt es inzwischen in vielen verschiedenen Lichtfarben und die Lichtausbeute hat sich ebenfalls dramatisch erhöht.

So überrascht es wenig, dass LEDs heute nicht nur in Standby-Anzeigen und in Hintergrundbeleuchtungen von Mobiltelefonen zum Einsatz kommen, sondern auch zunehmend in der Automobilindustrie Verwendung finden und in Frontscheinwerfern zu finden sind.

Politik untersützt LED

Der Siegeszug der LED dürfte auch durch politische Entscheidungen neuen Schwung erhalten. Nachdem Australien die traditionelle Glühbirne bereits bis 2010 abschaffen will, hegen Kanada und der US-Bundesstaat Kalifornien ähnliche Pläne - hier soll der Verkauf der Stromfresser und Wärmeabstrahler bis 2012 verboten werden.

Bei der US-Investmentbank American Technology Research geht man davon aus, dass das LED-Lichtgeschäft von Cree im nächsten Jahr abheben wird, nachdem sich die öffentliche Debatte zunehmend gegen traditionelle Glühbirnen richtet. Die Analysten erwarten daher, dass sich Cree-Papiere innerhalb eines Jahres verdoppeln werden.

Kurzportrait

Die in Durham ansässige Cree ist ein führender Entwickler von LED-Chips (Light Emitting Diodes), welche in Großbildschirmen, Videoleinwänden und Mobiltelefonen zum Einsatz kommen. So besteht die Videoleinwand am New Yorker Times Square aus LEDs aus dem Hause Cree. Diese Produkte kommen aber nicht nur bei prominenten Videoleinwänden zum Einsatz, sondern auch bei herkömmlichen Anzeigetafeln und anderen Displays. Zu den Kunden zählen daher nicht nur Nokia, sondern auch Motorola. Insgesamt verfügt Cree über mehr als 200 Patente im Zusammenhang mit der LED-Technik.

Cree Lighting, ansässig in Santa Barbara, wurde von Cree übernommen und operiert inzwischen als Tochter von Cree. Cree Lighting ist dabei für die Entwicklung von GaN-basierten Transceivern verantwortlich. Diese werden unter anderem in der Datenübertragung (Satellitentechnik), sowie in der Breitbandkommunikation eingesetzt. Insgesamt expandiert Cree Lighting derzeit weiter in Richtung Halbleiterherstellung und Test-Equipment.

So stellt das Unternehmen auch so genannte SiC (Silicon Carbide Diodes) Wafer her, welche im Gegensatz zu herkömmlichen Silikon-Wafern unter höheren Temperaturbedingungen und einer höheren Spannung arbeiten. Diese werden hauptsächlich in speziellen Forschungslabors eingesetzt. Im Jahr 2004 verstärkte sich Cree mit der Übernahme von Teilbereichen der ATMI-Tochter Advanced Technology Materials. Mitte 2006 übernahm Cree den US-Halbleiterspezialisten INTRINSIC Semiconductor. Im Frühjahr 2007 trennte sich Cree von seiner 4%igen Beteiligung an Color Kinetics, kaufte aber zugleich den in Hongkong ansässigen Spezialisten COTCO Luminant Device Limited.

Das Unternehmen, welches in den letzten Jahren durch Akquisitionen sein Produktportfolio ergänzte, setzt zwei Drittel seiner gesamten Produkte außerhalb der USA ab. Daneben ist das Unternehmen durch seine Tochter Cree Asia-Pacific Ltd. auch in Asien präsent.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2007 meldete Cree einen Umsatzrückgang auf 90,3 Mio. US-Dollar, ein Minus von 16 Prozent nach Einnahmen von 107,7 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn sank dabei zunächst auf 21,1 Mio. Dollar oder 27 US-Cent je Anteil, ein Rückgang um 12 Prozent, nach einem Plus von 24 Mio. Dollar oder 21 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen etwaiger Sondererträge durch Steuergutschriften meldet Cree einen Nettogewinn von vier US-Cent je Aktie. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 89,7 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von fünf US-Cent je Aktie kalkuliert.

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