Computer Sciences - Spielball von Spekulationen

Donnerstag, 9. Februar 2006 12:35

(IT-Times) Der IT-Servicedienstleister Computer Sciences (NYSE: CSC<CSC.NYS>, WKN: 855862<CS9.FSE>) kann mit einem soliden Quartal die Märkte überzeugen, nachdem sich monatelang Gerüchte um eine bevorstehende Übernahme des IT-Dienstleisters rankten und die Aktien des Unternehmens auf eine wilde Berg- und Talfahrt schickten.

Die Spekulationen um eine bevorstehende Übernahme reichen zurück in den Spätherbst 2005, als US-Medien erstmals berichteten, der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin und die Private Equity Gesellschaft Blackstone könnten ein Übernahmeangebot abgeben. Anfang Januar berichtete das Wall Street Journal dann, dass Hewlett-Packard (HP) gemeinsam mit der Blackstone Group ein Übernahmeangebot abgeben könnte. Im Raum standen dabei 65 US-Dollar für eine CSC-Aktie bzw. insgesamt 12 Mrd. US-Dollar.

Auch Analysten, wie Prudential Equity Group-Experte Bryan Keane sahen in dem möglichen Buyout-Versuch des Druckergiganten ein realistisches Szenario, gilt HPs IT-Servicebereich im Vergleich zu IBM, EDS und Accenture eher als klein. Eine Übernahme von CSC würde HP mit einem Schlag zu einem ernsten Player in diesem Bereich aufsteigen lassen und die Servicedivision deutlich verstärken. Doch Ende Januar mehrten sich die Anzeichen, dass auch dieser Deal womöglich nicht zu Stande kommen wird. Aufgrund des heftigen Kursanstiegs von CSC-Aktien Anfang Januar, zogen sich die potentiellen Bieter offenbar wieder zurück.

Etwaige Übernahmepläne würden derzeit auf Eis liegen, so ein Industrie-Insider. Hinter den Kulissen wird gemunkelt, dass die möglichen Synergieeffekte, die eine Übernahme nahe legen, die Milliardenkosten für den Zukauf nicht aufwiegen. Nach der eher unglücklichen Übernahme von Compaq Computer geht man bei HP gerade in diesem Bereich sensibler heran, zumal HP-Chef Mark Hurd in der Vergangenheit eher ein Freund kleinerer Zukäufe war.

Doch unerwartet könnte CSC bald selbst als Käufer am Markt auftreten. Wie das Wirtschaftsblatt Euro am Sonntag berichtete, verhandelt CSC derzeit über den Kauf der Siemens IT-Sparte SBS. Die Gespräche hätten bereits im vergangenen Jahr begonnen und würden sich derzeit in einem fortgeschrittenen Stadium befinden, zitiert das Blatt einen Industrie-Insider.

Kurzportrait

Die im Jahre 1959 gegründete Computer Sciences (CSC) ist heute im kalifornischen El Segundo ansässig und beschäftigt sich seit der Gründung mi der Entwicklung von komplexen Maschinensprachen, wie Assembler und Compiler, um die vorhandenen technischen Ressourcen optimal zu nutzen. Mit lediglich 100 Dollar Startkapital und einem ersten Auftrag von Honeywell startete CSC im Jahre 1959 eine beeindruckende Unternehmensgeschichte. Im Jahre 1964 wagte das Unternehmen mit einem Umsatz von vier Mio. Dollar den Gang an die Börse. In den darauffolgenden Jahren wurde der Grundstein für das heutige Geschäftsmodell von CSC gelegt. Das Management entschied sich für die vorhandenen Computersysteme entsprechende IT-Dienstleistungen und Support-Services anzubieten.

Zu diesem Zeitpunkt konzentrierte sich das Unternehmen auch auf die Bereiche öffentlichen Dienst und Regierungsbehörden. In diesem Zusammenhang erwarb CSC zwei ITT-Tochterfirmen, um IT-Dienstleistungen anbieten zu können. Schnell entwickelte sich das Unternehmen zu einem der größten IT-Dienstleister, welcher neben Support auch die Entwicklung von kundenorientierter Software anbot. US-Regierungsbehörden tragen heute mehr als 40 Prozent des gesamten Umsatzvolumens von CSC, insbesondere nachdem sich CSC im Jahr 2003 mit der Übernahme des IT-Spezialisten DynCorp für 914 Mio. Dollar verstärkte. Ende 2004 verkaufte CSC seine DynCorp-Einheit wieder für 850 Mio. Dollar. Im Jahr 2005 trennte sich CSC von seiner Einheit Health Plans Solutions und übernahm wenig später den in Singapur ansässigen IT-Servicedienstleister CSA Holdings vollständig.

In der Mitte der 80er Jahre setzte das Unternehmen zunehmend auf Commercial Services, welche die Integration von Software und komplexer Computersysteme in bisherige IT-Infrastrukturen vorsahen. Durch zahlreiche Akquisitionen festigte das Unternehmen seine Stellung in diesem Marktbereich.

In den frühen 90er Jahren erkannte das Management bereits das Potential im Bereich IT-Outsourcing. In diesem Zusammenhang konnte sich CSC unter anderem einen Großauftrag von General Dynamics in Höhe von drei Mrd. Dollar sichern, welcher zu dieser Zeit als beispiellos galt. Schon damals offerierte das Unternehmen bereits erste Angebote in Sachen Web- und Applikation Hosting. CSC bietet heute neben IT-Outsourcing, eine umfangreiche Produktpalette im Zusammenhang mit IT-Dienstleistungen an, welche nicht nur die Wartung und den Support von Computersystemen vorsieht. Entsprechende Finanzierungsangebote für Großkunden runden das Produktportfolio ab.

Zahlen

Für das zurückliegende dritte Quartal meldet Computer Sciences (CSC) einen Umsatzanstieg auf 3,58 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 3,49 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Während CSC im Geschäft mit kommerziellen Unternehmen ein solides Wachstum verzeichnete, legte das Geschäft mit Regierungsstellen noch stärker zu. So zog das Geschäft mit US-Regierungsaufträgen um 6,9 Prozent auf 1,22 Mrd. Dollar. Der private Sektor steuerte 2,35 Mrd. Dollar zu den Gesamteinnahmen bei, ein leichtes Plus von 100.000 Dollar im Vergleich zum Vorjahr.

Der Gewinn kletterte im jüngsten Quartal auf 203,5 Mio. Dollar oder 1,08 Dollar je Aktie, nach einem Plus von 157,5 Mio. Dollar oder 82 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sondererträge ergibt sich für das zurückliegende Quartal ein operativer Gewinn von 88 US-Cent je Aktie. Analysten hatten im Vorfeld zwar mit Einnahmen von 3,78 Mrd. Dollar, aber nur mit einem Nettogewinn von 85 US-Cent je Aktie kalkuliert.

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