Check Point setzt in Krisenzeiten weiter auf Expansion

Donnerstag, 2. Juli 2009 12:14
Check Point Software Technologies

(IT-Times) - Der israelische Firewall-Spezialist Check Point Software Technologies (Nasdaq: CHKP, WKN: 901638) konnte im jüngsten Quartal die Gewinnerwartungen des Marktes zwar nochmals leicht übertreffen, einzelne Analysten warnen jedoch schon vor übertriebenen Optimismus.

Zwar bleibt Sicherheitssoftware auch in Krisenzeiten bei Unternehmen ein wichtiges Thema, dessen Vernachlässigung nachträglich zu hohen Kosten führen kann, dennoch erwarten Analysten wie Deutsche Bank Experte Todd Raker ein langsameres Wachstum. Denn auch der weltweit führende Firewall-Spezialist sei nicht immun gegen die Rezession und müsse mit dem zunehmenden Wettbewerb leben, heißt es. Der Ausblick auf das laufende zweite Quartal signalisiere eine schnellere Abkühlung des Geschäfts, so Raker.

Check Point verstärkt sich im Appliance-Markt
Um weiter zu wachsen, hatte Check Point im Dezember 2008 angekündigt, das Appliance-Sicherheitsgeschäft der finnischen Noka übernehmen zu wollen. Während die Marktforscher des Hauses Canalys die jüngste Übernahme von Check Point positiv bewerten, sehen Investmentbanker aus dem Hause JPMorgan weitere Herausforderungen auf den Firewall-Spezialisten zukommen. Mitte April hatte Check Point die Übernahme abgeschlossen, womit sich Check Point auf dem Hardware-Markt und insbesondere im Appliance-Sektor verstärkt hat.

Zwar kann sich Check Point durch den jüngsten Zukauf neue Märkte erschließen und speziell größere Konzerne mit seinem Produktportfolio zielgerichteter ansprechen, dennoch dürfte Check Point auch vor Herausforderungen durch den jüngsten Zukauf stehen. JPMorgan-Analyst Sterling Audy verweist darauf, dass Check Point bislang keine großen Erfahrungen mit größeren Zukäufen gemacht hat. Die Übernahmen, die Check Point in den vergangenen fünf Jahren getätigt hat, seien nur bedingt erfolgreich gewesen, so Audy.

Markt für Sicherheitssoftware soll auch in 2009 weiter zulegen
Check Point wird also zunächst beweisen müssen, ob sich der jüngste Zukauf auch in steigenden Umsatz- und Gewinnzahlen in der Bilanz niederschlägt. Die Chancen hierfür sind vorhanden. Trotz der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg, rechnen die Marktforscher aus dem Hause Gartner damit, dass der weltweite Markt für Sicherheitssoftware in diesem Jahr um neun Prozent zulegen wird, nachdem das Marktvolumen im vergangenen Jahr bereits um 19 Prozent auf 13,5 Mrd. Dollar geklettert war…

Kurzportrait

Mit Hauptsitz in Ramat Gan/Israel, steuert Check Point Software Systems seine Geschäfte über sein Stammhaus in Redwood City/Kalifornien. Der Absatzmarkt Israel trägt lediglich nur ein bis zwei Prozent der gesamten Umsätze der Gesellschaft.

Check Point Software gilt als einer der weltweit führenden Anbieter von Firewall-Software und Sicherheitsanwendungen rund um VPN-Netze. Die von Check Point entwickelte Architektur soll eine sichere Verbindung nicht nur über das Internet, sondern auch über Virtual Private Netzwerke (VPN) bieten. Das Flagschiffprodukt und die mehrfach ausgezeichnete 1er Produktfamilie soll vor allem Firmennetzwerke vor Virenattacken und Hackerangriffen schützen. Mit Hilfe der INSPECT Engine wird jeder ausgehender und eingehender Traffic auf Schadsoftware gescannt.

Mit der Lösung ConnectControl bietet Check Point Software auch eine Load-Balancing-Lösung an, die Internet-Inhalte schneller durch das weltweite Datennetz fließen lassen. Gleichzeitig bietet Check Point weitere Netzwerküberwachungssoftware an, welche Administratoren das Konfigurieren von komplexen Computer- und Firmennetzwerken erleichtern soll.

Insgesamt setzen weltweit mehr als 500.000 Firmen auf die Firewall-Lösungen von Check Point, wobei mehr als 200.000 Unternehmen gleichzeitig auch auf die VPN-Lösungen aus dem Hause Check Point Software vertrauen. Check Point Software vertreibt seine Produkte aber nicht nur direkt an Endkunden, sondern auch mit Hilfe von Distributoren und Systemintegratoren. Insgesamt vertreiben mehr als 2.500 Partner, darunter namhafte Technologiefirmen wie IBM und Hewlett-Packard in 149 Ländern Software aus dem Hause Check Point.

Neben den Hauptniederlassungen in Ramat Gan und Redwood City, unterhält Check Point noch weitere Vertriebsbüros in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Norwegen, Schweden, den Niederlanden, Italien, Spanien, der Schweiz, Japan, Singapur, Australien, Mexiko und Kanada. Zuletzt verstärkte sich Check Point durch die Übernahme von Zone Labs und vermarktet somit nunmehr auch das Produkt ZoneAlarm. Anfang 2007 schloss Check Point die Übernahme des Netzwerküberwachungsspezialisten NFR Security ab. Gleichzeitig übernahm man den schwedischen Sicherheitsspezialisten Protect Data AB inklusive der Tochter Pointsec Mobile Technologies. Ende 2008 kaufte Check Point das Appliance-Sicherheitsgeschäft der finnischen Nokia.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2009 meldet Check Point Software einen Umsatzanstieg auf 195 Mio. Dollar, nach Einnahmen von 191,6 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn zog auf 80,9 Mio. Dollar oder 38 US-Cent je Aktie an, nach einem Plus von 78,3 Mio. Dollar oder 36 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Check Point einen Nettogewinn von 45 US-Cent je Aktie einfahren, nach einem Profit von 43 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Mit den vorgelegten Zahlen konnte Check Point zumindest die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von knapp 200 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 44 US-Cent je Aktie gerechnet.

Daneben konnte der Hersteller von Sicherheitssoftware im jüngsten Quartal eine operative Gewinnmarge von 56 Prozent vorweisen. Gleichzeitig erwirtschaftete Check Point einen Rekord-Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 171,8 Mio. Dollar, ein Zuwachs von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Meldung gespeichert unter: Check Point Software Technologies

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