„Bundesweite Games-Förderung ist ein gutes Geschäft für den Finanzminister“

Online-Spiele Markt Deutschland

Donnerstag, 2. November 2017 16:29
BIU

BIU stellt erstmals konkrete Kalkulation einer bundesweiten Games-Förderung vor

Starke Hebelwirkung: Games-Förderung führt zu stark steigenden Steuern und Sozialabgaben und zusätzlichen Investitionen

Berlin, 02. November 2017 – Die Einführung einer bundesweiten Games-Förderung wäre ein gutes Geschäft für den kommenden Finanzminister – so lautet das Fazit von Felix Falk, Geschäftsführer des BIU. Der Verband der deutschen Games-Branche legte heute eine Kalkulation der Kosten und volkswirtschaftlichen Effekte einer Entwicklungsförderung auf Bundesebene vor, wie es sie beispielsweise in Frankreich, Großbritannien und Kanada bereits gibt.

Danach wäre derzeit eine Games-Förderung in Höhe von 50 Millionen Euro pro Jahr notwendig, um die Wettbewerbsnachteile Deutschlands gegenüber anderen Standorten auszugleichen.

„Die Einführung einer bundesweiten Games-Förderung ist ein gutes Geschäft für den kommenden Finanzminister. Sie kostet pro Jahr nicht mehr als der Bau zweier Autobahnkilometer und bringt dem Staat ein Vielfaches an zusätzlichen Einnahmen“, sagt Felix Falk.

„Eine Förderung der innovativen und wachstumsstarken Games-Branche, wie von vielen Parteien im Vorfeld der Bundestagswahl gefordert und von Frau Bundeskanzlerin Merkel bei der Eröffnung der diesjährigen gamescom in Aussicht gestellt, würde zu einem deutlichen Wachstumsimpuls führen und für deutsche Games-Entwickler endlich einen fairen Wettbewerb mit anderen Ländern ermöglichen.“

Das Beispiel Frankreich zeigt, welche positiven Effekte eine Förderung auslöst: Eine Gesamtförderung von 50 Millionen Euro pro Jahr würde demnach in Deutschland zu zusätzlichen Steuer- und Sozialabgaben von rund 90 Millionen Euro führen. Hinzu kommen zusätzliche Investitionen seitens der Wirtschaft von rund 400 Millionen Euro.

Eine erfolgreiche Förderung, egal ob als Steuer- oder auch Fonds-Modell, würde zudem zur Ansiedlung neuer Spiele-Entwickler und damit zu einem starken Wachstum der deutschen Games-Branche führen. Dadurch steige der Förderbedarf in den ersten fünf Jahren voraussichtlich um 5 bis 10 Millionen Euro pro Jahr, was eine stufenweise Steigerung des Förderbudgets in diesem Zeitraum nötig mache und die positiven finanziellen Effekte noch verstärke.

Diese Berechnung war erstmals fundiert möglich auf Grundlage der Daten, die über die neue von der Bundesregierung unterstützte „Studie zur Computer- und Videospielindustrie in Deutschland“ erhoben wurden. Ein Executive Summary mit ersten Studienergebnissen wurde bereits zur gamescom im August veröffentlicht.

Marktanteil von Games aus Deutschland verharrt auf niedrigem Niveau

Der deutsche Markt für Computer- und Videospiele ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Der Umsatz mit Games für PC, Konsole, Handheld, Smartphone und Tablet sowie Gebühren für Online-Netzwerke stieg 2016 weiter um 7 Prozent auf 2,13 Milliarden Euro. Von der starken Marktentwicklung konnten deutsche Spiele-Entwickler allerdings nicht profitieren: Lediglich 6,4 Prozent des hierzulande mit Games erzielten Umsatzes entfielen 2016 auf Entwicklungen aus Deutschland.

Meldung gespeichert unter: Online-Games

© IT-Times 2017. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...