Brocade meldet sich zurück

Dienstag, 30. Mai 2006 00:00

(IT-Times) Die Aktien des amerikanischen Switch-Herstellers und Speicherspezialisten Brocade Communications Systems (Nasdaq: BRCD<BRCD.NAS>, WKN: 922590<BCS.FSE>) legten in der Vorwoche deutlich zu, nachdem das Unternehmen solide Wachstumszahlen für das zurückliegende Quartal präsentieren und die Gewinnerwartungen der Analysten deutlich übertreffen konnte.

Der einstiege Highflyer an der Technologiebörse Nasdaq sah sich in den vergangenen drei Jahren schwer unter Druck, nachdem sich Umsätze und Gewinne rückläufig entwickelten. Diese Zeit scheint nunmehr trotz der Konkurrenz von Cisco & Co vorbei, wobei Brocade nicht zuletzt durch neue Produkte wieder zweistellig wachsen konnte. Auch setzt das Unternehmen wieder auf ausgesuchte Zukäufe, um sich in Kernbereichen zu verstärken.

Übernahme von NuView

Die Übernahme des File-Management-Spezialisten Anfang März lies sich Brocade 60 Mio. US-Dollar in bar kosten. Das Flagschiffprodukt der im Jahre 2000 gegründeten NuView heißt StorageX und soll die Funktionen von heterogenen File Servern und Network Attached Storage Speichersystemen erweitern. Insgesamt setzen weltweit mehr als 400 Firmenkunden auf NuView-Lösungen.

Brocade will die übernommene Produktpalette als Teil seiner Brocade Tapestry Produktfamilie anbieten und so seine Lösungen weiter abrunden. Eine neue Version seiner Daten-Management-Lösung schob Brocade dann auch gleich Mitte Mai nach, die in den nächsten Quartalen für weiteres Umsatzwachstum sorgen soll. Brocade hofft sich durch diese Kombination einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschafft zu haben, denn schließlich bestehen 60 bis 80 Prozent der Daten bei Unternehmen aus unstrukturierten Daten, weiß Brian Garrett, Analyst bei Enterprise Strategy Group.

Kurzportrait

Die in Kalifornien ansässige Brocade Communications Systems galt Ende der 90er Jahre als Garant für stetige Kurssteigerungen. Der marktführende Anbieter im Bereich Storage Area Networks (SAN) wird erst seit Anfang 1999 an der Technologiebörse Nasdaq notiert, wobei sich Investoren innerhalb kurzer Zeit über eine Kursvervielfachung freuen konnten. Inzwischen ist die Realität an den Technologiebörsen zurückgekehrt und mit ihr auch die Kurse des einstigen Börsen-Highflyers.

Brocade entwickelt Software und Hardware, um Speichersysteme schneller und zuverlässiger ansprechen zu können. Die optischen Schalter finden vor allem in komplexen Speicherbausteinen ihren Einsatz. So können Unternehmen eine Speichereinheit im Netzwerk entsprechend auslasten und mehrfach belegen. Brocade hat sich vor allem durch seine Produktlinie SilkWorm einen Namen in der Branche gemacht. Der optische Switch gilt inzwischen als Flagschiffprodukt der Gesellschaft. Neben der Produktreihe SilkWorm, vertreibt das Unternehmen auch zugehörige Software wie Brocade OS, Brocade Multicasting, Brocade SES, Brocade Zoning, Brocade Solutionware als auch für das Internet zugeschnittene Web-Tools. Brocade vertreibt seine Produkte überwiegend über große Hersteller, wie EMC, HP und IBM. Das Unternehmen erwirtschaftete in der Vergangenheit 90 Prozent seiner Umsätze durch den Verkauf von Hardware und den damit verbundenen Dienstleistungen wie Support, Integration und Beratung. Die restlichen Umsatzanteile werden über Softwarelizenzen erwirtschaftet. Zwar unterhält das Unternehmen weitere Verkaufsniederlassungen in 14 Ländern weltweit, doch den Großteil seiner Produkte, Dienstleistungen und Softwarelizenzen setzt das Unternehmen in den USA ab.

Zuletzt war Brocade von wenigen Kunden, wie von IBM, EMC und Hewlett-Packard abhängig, welche den Großteil der Umsätze trugen. Durch die Gewinnung weiterer Kunden, wie NEC, Siemens Computer Systems und StorageTek konnte Brocade diese Abhängigkeit in den letzten Jahren etwas verringern. Nachdem sich das Unternehmen durch die Übernahme von Rhapsody Networks im Bereich intelligente Speicher-Switches verstärkte, kaufte Brocade im Frühjahr 2006 den File-Management-Spezialisten NuView.

Zahlen

Für das vergangene Aprilquartal meldet Brocade einen Umsatzanstieg auf 182,7 Mio. US-Dollar, was einem Zuwachs von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Gewinn schwand zunächst auf 13,5 Mio. Dollar oder fünf US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 21,4 Mio. Dollar oder acht US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Brocade einen operativen Gewinn von 26,4 Mio. Dollar oder zehn US-Cent je Aktie erwirtschaften, nach einem Plus von 19,1 Mio. Dollar oder sieben US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 160,4 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von fünf US-Cent je Aktie kalkuliert.

Neben dem Umsatzanstieg zogen auch die operativen Kosten deutlich an. Diese kletterten im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent auf 89,8 Mio. Dollar. Im jüngsten Quartal zeichneten vor allem drei Großkunden (EMC, Hewlett-Packard und IBM) für 70 Prozent der gesamten Umsätze verantwortlich, so Brocade.

Insgesamt konnte Brocade im zurückliegenden Quartal einen positiven Cashflow von 55,7 Mio. Dollar erwirtschaften, nach einem Cashflow von 48,5 Mio. Dollar im Jahr vorher. Die Barreserven summierten sich zum Quartalsende auf 502,1 Mio. Dollar, nach 467,8 Mio. Dollar im Jahr vorher.

Markt und Wettbewerb

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