Baidu.com wächst weiter dreistellig

Freitag, 3. November 2006 00:00

(IT-Times) Mit einem Umsatzzuwachs von 169 Prozent lieferte Chinas führende Internet-Suchmaschine Baidu.com (Nasdaq: BIDU<BIDU.NAS>, WKN: A0F5DE<B1C.FSE>) einmal mehr ein beeindruckendes Quartal ab. Der Gewinn pro Aktie lag mit 31 US-Cent je Aktie um fünf Cent über den Erwartungen.

Dennoch zeigten sich Marktteilnehmer leicht enttäuscht über den Umsatzausblick für das laufende Quartal. Trotz neuer Services wie dem Blogging-Dienst Baidu Space und Baidu Know soll sich das Wachstum auf hohem Niveau etwas verlangsamen. Baidu.com rechnet mit einem Umsatzplus von rund 15 Prozent im laufenden Quartal gegenüber dem Vorquartal. Investoren nahmen dies zum Anlass, um Gewinne mitzunehmen.

Baidu baut Marktanteil weiter aus

Doch im reinen Suchmaschinengeschäft war das Jahr 2006 für Baidu ein voller Erfolg. Nach einer Studie des China Internet Marketing Information Center konnte Baidu.com seinen Marktanteil weiter auf 62 Prozent ausbauen, wobei der große Wettbewerber Google China Federn lassen musste und acht Prozentpunkte verlor. Mit einem Marktanteil von 25 Prozent spielt Google China nur die zweite Geige im Reich der Mitte.

Baidu setzt derweil alles daran seine führende Position durch neue Kooperationen auszubauen. Im Oktober gab das Unternehmen eine Kooperation mit MTV Networks bekannt, um Video- und Musik-Inhalte für chinesische Nutzer zur Verfügung zu stellen. Damit kann Baidu Inhalte von MTV, Nickelodeon und fünf weiteren Musikfirmen seinen Nutzern anbieten.

Im Musikbereich ist Baidu ohnehin mit seiner populären MP3-Suche sehr gut positioniert. Trotz Klagen aus der Musikindustrie hat sich Baidu.com an dieser Stelle bislang nicht einschüchtern lassen und an diesem Feature festgehalten.

Dennoch gibt Google den Markt in China noch nicht verloren und versucht mit verstärkten Forschungs- und Entwicklungseifer gegenzusteuern. So dürfte der Kampf um Marktanteile in China im Jahr 2007 in die nächste Runde gehen, glaubt Morgan Stanley Analyst Richard Ji in Hongkong. „Es wird einen Suchmaschinenkrieg geben, deren Größe und Intensität wir noch nie gesehen haben“, sieht der Analyst eine deutliche Verschärfung im Wettbewerb.

Kurzportrait

Die im Jahre 2000 von Robin Li und Eric Xu gegründete Baidu.com ist die führende Internet-Suchmaschine Chinas. Das Unternehmen, mit Hauptsitz in der chinesischen Hauptstadt Beijing bietet aber nicht nur Such-Services, sondern auch Marketing-basierte Online-Services, wie Pay for Performance-Dienste (P4P-Services). Die Webseite, sowie Online-Werbeservices werden durch die Einheit Baidu Netcom betrieben und erbracht. Baidu.com sieht sich dabei als einer der ersten P4P-Servicedienstleister im Reich der Mitte, der solche Dienste anbietet. Ferner umfasst der Suchindex nach Firmenangaben derzeit mehr als 740 Mio. Webobjekte, wobei die Suchmaschine nicht nur nach Texten, sondern auch nach Fotos und Bilder, sondern auch nach MP3-Dateien fahndet.

Über die Tochter Baidu Online stellt das Unternehmen aber auch Suchtechnik und Services für Firmenkunden bereit. Mit Search Index bietet Baidu ein Tool für Medienprofis an, um Veränderungen bei häufig gesuchten Keywords zu erfassen. Bereits im Jahr 2004 übernahm Baidu.com mit Hao123 den weltgrößten Website-Index. Darüber hinaus bietet das Unternehmen inzwischen auch eine Desktop-Suchmaschine an - die erste Desktop-Suchmaschine, die sowohl die chinesische als auch die englische Sprache unterstützt.

Mit Movie Search bietet das Unternehmen einen gebührenpflichtigen Service an, welcher das Herunterladen von Filmen erlaubt, die von lizenzierten Content-Anbietern zur Verfügung gestellt werden. Mit Baidu Post Bar betreibt Baidu.com eine Community- und Message-Plattform, bestehend aus mehr als 820.000 Diskussionsforen. Ferner betreibt Baidu.com mit Baidu Union ein Netzwerk bestehend aus Webseitenangeboten dritter Unternehmen, womit die Suchmaschine dadurch seinen Bekanntheits- und Verbreitungsgrad erhöhen will. Mit Baidu Space stieg das Unternehmen Mitte 2006 zudem in den Blogger-Markt ein. Mit Baidupedia ist das Unternehmen gleichzeitig auch mit einem Online-Lexikon am Start. Gleichzeitig wurde die Software-Servicesparte aufgelöst. Zudem schloss Baidu.com eine Partnerschaft mit Hewlett-Packard und mit MTV Networks.

Neben dem Hauptsitz in Beijing unterhält Baidu.com noch weitere Niederlassungen in Schanghai und Shenzen. Firmenmitgründer und CEO Robin Li hielt zuletzt noch 26 Prozent der ausstehenden Anteile am Unternehmen.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal meldet Baidu.com einen Umsatzsprung auf 239,3 Mio. Yuan bzw. 30,3 Mio. Dollar, ein Plus von 169,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn kletterte dabei auf 10,8 Mio. Dollar oder 31 US-Cent je Aktie, ein Zuwachs von 902 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mit den vorgelegten Gewinnzahlen konnte Baidu.com gleichzeitig die Analystenerwartungen übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld lediglich mit einem Nettogewinn von 31 US-Cent je Aktie kalkuliert.

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