Autodesk hofft auf Hollywood und die Spieleindustrie

Freitag, 10. Juli 2009 12:33
Autodesk

(IT-Times) - Nach Jahren der Expansion sieht sich der führende CAD-Spezialist Autodesk (Nasdaq: ADSK, WKN: 869964) auf Konsolidierungskurs. Die allgemeine Wirtschaftskrise hat auch Autodesk erfasst und das Unternehmen zu Einsparungsmaßnahmen gezwungen. Mehrere hundert Stellen wurden bereits abgebaut, wobei weitere Restrukturierungsmaßnahmen im Raum stehen, sollte sich die Marktsituation nicht grundlegend verbessern.

Profitierte Autodesk in der Vergangenheit noch vom Bau-Boom in Schwellenländern wie Indien und China, schlägt das Pendel nunmehr in die Gegenrichtung aus. Die Umsätze in den Schwellenmärkten brachen zuletzt deutlich stärker ein, als das Amerika-Geschäft. So lag der Umsatzanteil bei Schwellen- und Entwicklungsländern im jüngsten Quartal bei 59 Mio. Dollar und schrumpfte damit gegenüber dem Vorquartal um 42 Prozent.

Hollywood setzt auf neue 3D-Lösungen
Die Hoffnung von Autodesk ruht dabei auf das Geschäft mit 3D-Lösungen, welches sich im jüngsten Quartal besser entwickelte, als das 2D-Geschäft. Vor allem in der Entertainment-Branche sind heute professionelle 3D-Visualisierungs- und Animationslösungen nicht mehr wegzudenken.

Bestes Beispiel sind aktuelle Kinohits wie „Transformers: Revenge of the Fallen“, „Terminator Salvation“ und der neue Harry Potter-Streifen („Harry Potter and the Half-Blood Prince“. Die visuellen Effekte in den betreffenden Filmen wurden vom US-Spezialisten Industrial, Light & Magic (ILM) mit Hilfe von Autodesk-Software (Autodesk Maya, Autodesk Inferno) realisiert. Auch die neue Lösung für visuelle Effekte, Autodesk Flare, die das Unternehmen erst im Mai vorstellte, wurde bereits von fünf Filmproduktionsfirmen lizenziert.

Südkoreas Online-Spieleindustrie vertraut auf Autodesk
Aber nicht nur in der Filmbranche winken für Autodesk potentielle Aufträge, sondern auch im Gaming-Sektor. Insbesondere massive 3D-Online-Rollenspiele werden immer beliebter und feiern rund um den Globus einen Siegeszug der Millionen von Spielern in ihrem Bann zieht. Dabei setzen die Spielehersteller in ihren Online-Games zunehmend auf ausgefallene visuelle Effekte und 3D-Grafiken, um sich von Wettbewerbern abzugrenzen.

Insbesondere führende südkoreanische Online-Spielentwickler wie NCsoft, Gravity oder Webzen setzen bereits heute auf Autodesk-Lösungen, um MMORPGs wie „Aion“, „Ragnarok 2“ und „Huxley“ zu realisieren. Mit Autodesk 3ds Max 2010 dürfte der CAD-Hersteller indirekt auch vom Online-Spieleboom in Asien profitieren, der zunehmend auch Europa erreicht…

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1982 und ansässig im kalifornischen San Rafael ist Autodesk vor allem für seine CAD-Softwarereihe AutoCAD weltweit bekannt. Das Flagschiffprodukt AutoCAD trägt etwa ein Drittel der gesamten Umsätze des Unternehmens. AutoCAD wird vor allem für professionelles 3D-Modelling eingesetzt, um nicht nur industrielle Produkte am Bildschirm entstehen zu lassen, sondern auch Architekten bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Um seine Marktstellung auch in ähnlichen Bereichen zu festigen, wurden in den letzten Jahren weitere Unternehmen übernommen. Darunter Firmen wie Discreet Logic, Buzzsaw und RedSpark. Mit der Übernahme von Discreet sicherte sich Autodesk das Know-how der 3D-Softwarereihe 3D Studio Max. Mit der Übernahme von Buzzsaw.com festigte das Unternehmen seine Stellung im Bereich der virtuellen Bauplanung und Entwicklung. RedSpark hingegen ist ein Spin-Off der Gesellschaft, der Dienstleistungen für Geschäftskunden im Bereich der industriellen Fertigung anbietet. Später kaufte Autodesk den CAD-Spezialisten Linius Technologies und den Anbieter von Design-Software VIA Development.

Insgesamt operiert Autodesk heute von zwei Geschäftssegmenten heraus: Design Solutions und Media and Entertainment. Die Sparte Design Solutions umfasst das AutoCAD-Geschäft und steuerte zuletzt den Großteil zum Gesamtumsatz bei. Die Sparte Media and Entertainment, vormals Discreet Segment, umfasst das Geschäft 3D-Animationen und Spiele-Designsoftware. Durch die Übernahme von Caice Software versucht Autodesk sein Produktangebot im Bereich Transport- und Logistiksoftware auszubauen. Anschließend kaufte Autodesk den 3D-Softwareanbieter MechSoft Technology. Auch der deutsche Data-Management-Spezialist COMPASS systems GmbH sowie c-Plan AG, Colorfront Ltd. und Solid Dynamics gehören inzwischen zum Autodesk-Konzern. Im Herbst 2005 folge dann die Übernahme des 3D-Grafisoftwareentwicklers Alias. Anfang 2006 übernahm Autodesk den Projekt-Management-Softwareanbieter Constructware. Auch im Jahr 2007 blieb Autodesk weiter auf Einkaufstour und schluckte die Spezialisten Opticore, NavisWorks, Skymatter (Mudbox) und PlassoTech. Anfang 2008 schloss Autodesk die Zukäufe Robobat, Camel Software und Hanna Strategies LLC ab. Gleichzeitig wurden die Spielsoftwarespezialisten Kynogon SA, REALVIZ, Square One Research, Green Building Studio, Moldflow und 3D Geo übernommen. Mit Softimage, Logimetrix und BIMWorld folgten Ende 2008 weitere Zukäufe.

Autodesk ist heute in nahezu allen bedeutenden Wirtschaftsregionen der Welt präsent. Die Produkte werden in mehr als 160 Ländern durch ein Netz bestehend aus 1.700 Händler vertrieben. Neben dem Stammhaus in Kalifornien, unterhält die Gesellschaft noch weitere Niederlassungen in Asien, Afrika, Lateinamerika und in Europa. Das Unternehmen erzielt derzeit mehr die Hälfte der Umsätze außerhalb der USA. Insgesamt gilt Autodesk heute als einer der größten Softwareanbieter weltweit. Die Kalifornier betreuen heute mehr als sechs Millionen Anwender weltweit.

Zahlen

Der Umsatz des ersten Quartals lag mit 426 Mio. US-Dollar um 29 Prozent unter dem Vorjahreswert. Autodesk meldete ein Nettoergebnis von minus 32,1 Mio. Dollar nach plus 94,6 Mio. Dollar im ersten Quartal 2009. Es wurde ein Verlust je Aktie von 14 Cent ausgewiesen, im ersten Quartal 2009 lag der Gewinn je Aktie noch bei 41 Cent.

Der Bereich EMEA (Europa, der Mittlere Osten und Afrika) wurde ein Umsatz von 167 Mio. Dollar erzielt, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent. Die Region Amerika trug 164 Mio. Dollar zum Umsatz bei, weitere 95 Mio. Dollar konnten in Asien generiert werden. Allerdings verzeichneten diese Märkte einen Umsatzrückgang um 15 bzw. um 36 Prozent. In Schwellen- und Entwicklungsländern lag der Anteil am Gesamtumsatz bei 59 Mio. Dollar und sank damit gegenüber dem ersten Quartal 2009 um 42 Prozent.

Meldung gespeichert unter: Online-Games

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