Alibaba.com will weiter zukaufen - USA, Indien und Japan im Mittelpunkt

Mittwoch, 11. August 2010 13:59
Alibaba Unternehmenslogo

(IT-Times) - Chinas führender E-Commerce- und B2B-Spezialist Alibaba.com (WKN: A0M5W0) blieb auch im vergangenen zweiten Quartal 2010 weiter auf Wachstumskurs. Umsatz und Gewinne wuchsen um mehr als 40 Prozent, nachdem die Zahl der registrierten Nutzer auf der E-Commerce Plattform des Unternehmens auf über 53 Millionen Teilnehmer kletterte.

Alibaba nimmt weitere Übernahmen ins Visier
Besonders stark legte die Zahl der China-Lieferanten (China Gold Supplier) zu, wobei die Anzahl der Teilnehmer um mehr als 50 Prozent auf inzwischen über 105.000 zahlende Mitglieder kletterte. Um das Wachstum weiter anzukurbeln will Alibaba.com nach Aussagen von CEO David Wei weiter auf strategische Partnerschaften und auch Zukäufe setzen, wie der Manager in einem Interview gegenüber dem Wall Street Journal durchblicken ließ. Detaillierte Übernahmeziele wollte der Alibaba-Manager freilich nicht nennen.

Bereits Ende Juni hatte sich Alibaba.com mit der Übernahme des amerikanischen E-Commerce Spezialisten Vendio Services Inc verstärkt. Vendio hilft Unternehmen dabei, ihre Produkte über Internetplattformen wie eBay und Amazon.com zu verkaufen. Durch die Akquisition hofft Alibaba.com seine neue AliExpress-Plattform direkt mit Vendio verknüpfen zu können, wodurch Alibaba-Lieferanten ihre Produkte direkt auf eBay und Amazon.com feil bieten können.

USA, Indien und Japan haben oberste Priorität
Daneben will Alibaba.com verstärkt in den USA, Indien und Japan wachsen. Diese Wachstumsmärkte hätten in den nächsten drei Jahren oberste Priorität, stellte Alibaba-Chef Wei klar. Ende Juni hielt Alibaba.com bereits ein Event in Neu Delhi ab, um führende indische Lieferanten mit europäischen Geschäftspartnern in Kontakt zu bringen.

Indien ist für Alibaba.com bereits heute einer der wichtigsten Wachstumsmärkte überhaupt. Bereits im Vorjahr überschritt die Zahl der registrierten Alibaba-Nutzer in Indien die Marke von einer Million Mitglieder. Monatlich kämen mehr als 40.000 kleine und mittelgroße Firmen in Indien zum Alibaba-Netzwerk hinzu, wobei indische Mittelstandsfirmen längst für mehr als 12 Prozent aller internationalen Alibaba-Nutzer verantwortlich zeichnen. Indien ist damit der zweitwichtigste Markt für Alibaba.com hinter den USA.

Indien hat die weltweite Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr vergleichsweise glimpflich überstanden, wobei Marktforscher und Ökonomen damit rechnen, dass die indische Wirtschaft im laufenden Jahr um rund sieben Prozent wachsen wird.

Die insgesamt 13 Millionen mittelständischen Firmen Indiens zeichneten zuletzt für 40 Prozent des gesamten indischen Produktionsvolumens verantwortlich - ein idealer Nährboden für Serviceanbieter wie Alibaba.com, indische Zulieferer mit westlichen Abnehmern in Kontakt zu bringen. In China ist dieses Geschäftsmodell bereits aufgegangen, wie nicht zuletzt die jüngsten Quartalszahlen von Alibaba.com eindrucksvoll beweisen…

Kurzportrait

Jack Ma gründete die Alibaba Group 1999. Mit der Zeit kristallisierten sich sechs Geschäftsbereiche heraus: Alibaba.com, Taobao.com, Yahoo China, Alipay, Alisoft (Software für den Mittelstand) und Alimama. Im März 2010 startete Alibaba.com die Großhandelsplattform 1688.com. Daneben wurde mit AliExpress.com im April eine neue B2B-Plattform ins Leben gerufen.

Die Alibaba Group hat ihren Hauptsitz in Hangzhou, im Osten Chinas. Dort nahm die Erfolgsgeschichte übrigens in Jack Mas Appartement ihren Anfang. Das Kerngeschäft bilden heute die beiden Plattformen Alibaba.com für internationale Kunden, sowie Alibaba.com.cn für einheimische Kunden. Alibaba.com will Importeure und Exporteure über seine Webplattform zusammenbringen und mit entsprechenden Serviceangeboten den Handel zwischen Firmen erleichtern. Inzwischen verzeichnet das Unternehmen für seine beiden Online-Marktplätze mehr als 53 Millionen registrierte Nutzer. Die Zahl der zahlenden Mitglieder überschritt weltweit zuletzt die Marke von 700.000 Kunden.

Mit Taobao.com ist die Alibaba Group gleichzeitig mit einer Online-Auktionsplattform am Start und konnte mit diesem Angebot in den vergangenen Jahren die bislang marktführende Online-Auktionsplattform eBay Eachnet von der Spitzenposition verdrängen.

Mit Alipay hat die Alibaba Group auch eine eigene Online-Zahlungslösung am Start. Bei Alipay waren zuletzt mehr als 32 Mio. registrierte Nutzer registriert. Die Einheit Alisoft entwickelt Web-basierte Business-Management-Software für kleine und mittelgroße Geschäftskunden in China. Bei Alimama.com handelt es sich um eine Online-Börse für Werbetreibende und Website-Publisher, die 100 Prozent zur Alibaba Group gehört.

Seit 2005 ist der US-Suchmaschinenspezialist Yahoo! mit 39 Prozent einer der größte Alibaba-Aktionäre, trennte sich allerdings zuletzt von seinen Alibaba.com-Aktien. Der Mutterkonzern Alibaba Group hielt zuletzt rund 74 Prozent der Alibaba.com-Anteile. Im August 2009 verstärkte sich Alibaba.com durch die Übernahme der Business Management-Sparte von Alisoft. Mitte 2010 verstärkte sich Alibaba.com durch die Übernahme des E-Commerce Spezialisten Vendio Services.

Alibaba.com war zuletzt mit Verkaufs- und Marketingbüros in mehr als 30 Ländern weltweit vertreten und beschäftigte mehr als 5.000 Mitarbeiter. Geführt wird Alibaba.com von CEO David Wei, während Alibaba-Gründer Jack Ma als Chairman fungiert.

Zahlen

Der Umsatz wuchs im vergangenen zweiten Quartal 2010 um 48,6 Prozent auf 1,37 Mrd. Renminbi (RMB) bzw. 200,9 Mio. US-Dollar. Hintergrund war das starke Wachstum der zahlenden Mitglieder. Dabei konnte Alibaba.com einen Anstieg des Nettogewinns von 46 Prozent auf 362,9 Mio. Yuan bzw. 53,6 Mio. US-Dollar vermelden, nach einem Profit von 249,2 Mio. Yuan im Jahr vorher. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt nur mit einem Nettogewinn von 306,4 Mio. Yuan gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Alibaba

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