Akamai weitet Geschäftsfeld aus

Montag, 30. Juli 2007 13:12
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CAMBRIDGE (IT-Times) - Der führende CDN-Spezialist Akamai Technologies (Nasdaq: AKAM, WKN: 928906) konnte im jüngsten Quartal einmal mehr mit einem starken Umsatz- und Gewinnwachstum glänzen. Dennoch trennten sich Investoren von ihren Anteilen.

Zum einen konnte Akamai die Erwartungen lediglich nur erfüllen, zum anderen gewann das Unternehmen unter dem Strich erstmals weniger neue Kunden, als im Vorjahresvergleich. Während im jüngsten Quartal die Kundenbasis um 74 neue Kunden auf insgesamt 2.555 Kunden stieg, konnte man im Jahr vorher noch 79 neue Firmenkunden begrüßen. Marktbeobachter führen dies unter anderem auf den sich verschärfenden Wettbewerb im Bereich Content-Delivery-Network-Services zurück, wobei sich die Kundenzuwachsraten zu verlangsamen scheinen.

Markt für Application Acceleration im Visier
Zudem stand das vergangene Quartal im Zeichen der Integration der jüngsten Zukäufe. 178 Mio. Dollar lies sich Akamai im Frühjahr die Übernahme des Anwendungsbeschleunigers Netli kosten. Netli betreibt Servercluster in mehr als 13 US-Großstädten. Kommt eine Anfrage von einem Web-Browser, wird diese an einem Netli-Computer umgeleitet. Netli komprimiert das Datenpaket anschließend neu und reduziert so den Übertragungsvorgang.

Marktforscher aus dem Hause Gartner prognostizieren diesen speziellen Markt in den nächsten Jahren traumhafte Zuwachsraten. Summierte sich das Volumen dieses Marktes in 2004 auf 967 Mio. Dollar, soll der Application Acceleration-Markt in 2010 bereits ein Volumen von 3,3 Mrd. US-Dollar erreichen.

Auch aus der Übernahme von Nine Systems wurden bereits entsprechende Produkte in das Akamai-Angebot integriert. Mit Stream OS bietet Akamai seit Anfang April eine neue Rich Media Management Lösung an, welche den Durchschnittsumsatz pro Kunde heben soll. Über die Media Delivery Plattform lassen sich Audio- und Videodateien optimal über das Internet verbreiten, wobei Akamai vor allem von einem neuen Trend profitieren dürfte. Wurden bislang vor allem Kurzvideos mit einer Länge von zwei bis drei Minuten in das Internet gestellt, geht der Trend hin zu größeren Videodateien wie ganzer Filme und TV-Shows. Damit dürfte die Nachfrage nach Akamai-Lösungen wohl auch in der Zukunft nicht abreißen und weiter für sprudelnde Umsatz und Gewinne beim Load-Balancing-Spezialisten sorgen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und in Cambridge ansässige Akamai Technologies betreibt heute mehr als 20.000 Server in 71 Ländern weltweit. Die Anfänge von Akamai gehen bis ins Jahr 1995 zurück, als Internet-Spezialisten und Wissenschaftler des MIT (Massachusetts Institute of Technology) einen mathematischen Algorithmus entwickelten, um dynamisches Routing von Inhalten über das World Wide Web zu beschleunigen, so dass sich die Web-Seiten im Browser des Internetnutzers schneller aufbauen.

Gemeinsam mit dem MIT-Professor Dr. Tom Leigthton gründete Danny Lewin, der bei der Terror-Attacke am 11. September ums Leben kam, anschließend Akamai Technologies. Das Unternehmen gewann im Jahr 1999 sehr schnell neue Kunden für seinen Load-Balancing-Service. Darunter auch das Internet-Portal Yahoo! und den Softwarekonzern Microsoft. Inzwischen nutzen auch America Online, CNN, Apple, Ticketmaster, E*Trade, Nintendo, McAfee.com, Sony und IBM die Serviceleistungen von Akamai. So setzt Apple bei seinem erfolgreichen Download-Musikdienst iTunes unter anderem auf Akamai-Services.

Neben dem traditionellen Content Delivery Network (CDN) rund um das Flagschiffprodukt EdgeSuite, bietet die Gesellschaft auch exklusive Video-Streaming-Dienste und Zusatzkapazitäten gegen Aufpreis an. Um entsprechende Denial-of-Service-Attacken erfolgreich abzuwehren, schloss Akamai eine Allianz mit IBM, um entsprechende Services zu entwickeln. Im Frühjahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme des Rivalen Speedera Networks. Ende 2006 schloss Akamai die Übernahme von Nine Systems ab. In 2007 kaufte Akamai den Anwendungsbeschleuniger Netli sowie den P2P-Spezialisten RedSwoosh.

Neben dem Stammhaus in Cambridge ist das Unternehmen mit Niederlassungen auch in Deutschland, Frankreich, Japan und Australien vertreten. Gleichzeitig unterhält Akamai zahlreiche Büros in den USA. Darunter in New York, Reston, San Mateo, Santa Monica, Dallas, Atlanta, Chicago und in Costa Mesa. Das Management rund um Unternehmenschef George Conrades hält mehr als vier Prozent der ausstehenden Anteile. Die Beteiligungsgesellschaft FMR Corp hielt zuletzt noch eine Minderheitsbeteiligung an Akamai.

Zahlen

Für das zurückliegende Quartal meldet Akamai einen Umsatzsprung auf 152,7 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn kletterte um 93 Prozent auf 21,6 Mio. Dollar oder 12 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 11,2 Mio. Dollar oder sieben US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Einmalfaktoren konnte Akamai einen operativen Gewinn von 55,4 Mio. Dollar oder 30 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Erwartungen der Analysten erfüllen. An der Wall Street hatte man zunächst mit Einnahmen von 150,9 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 30 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: Content Delivery Network (CDN)

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