Wirecard: Financial Times - Artikel führt zum erneuten Sturz des Aktienkurses

E-Commerce: Digitale Bezahllösungen (Digital Payment)

Dienstag, 15. Oktober 2019 08:38
Financial Times - FT

ASCHHEIM/MÜNCHEN (IT-Times) - Das britische Wirtschaftsblatt Financial Times (FT) hat sich heute erneut zu Wort gemeldet und wirft dem deutschen Payment-Anbieter Wirecard erneut dubiose Geschäftspraktiken vor.

Die Wirecard-Aktie bricht heute Morgen um mehr als 15 Prozent auf bis zu 107 Euro ein und bildete das Schlusslicht im deutschen Leitindex Dax. Es ist zugleich der tiefste Stand seit April dieses Jahres.

Die FT spricht in dem neuen Artikel von dubiosen Bilanzierungspraktiken, die nun erneut bestätigt wurden. Das britische Wirtschaftsblatt bezieht sich auf interne Dokumente der Wirecard AG. Im Rahmen von konzertierten Aktionen sollen Umsatz und Gewinn künstlich aufgepumpt worden sein.

Informationsquellen seien Whistleblower. Dieses Mal sollen in Dubai und Irland Umsätze und Gewinne aufgepumpt worden sein. Involviert seien zudem hochrangige Manager aus dem Financial-Team der Wirecard AG.

Nicht nur die Buchhaltungspraktiken seien fragwürdig, sondern auch das gesamte Geschäftsmodell des Anbieters von digitalen Zahlungsdienstleistungen. Die Bücher der Wirecard AG werden von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (Ernst & Young) geprüft.

Der in Dubai ansässige und als dubios bezeichnete Vermittler Al Alam Solutions soll in 2016 allein für mehr als die Hälfte des gesamten Gewinns (EBITDAs) der Wirecard AG verantwortlich gewesen sein.

Al Alam Solutions besäße aber gar keine Lizenz der Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard. Das Unternehmen soll aber große Summen für die 34 wichtigsten Kunden von Wirecard in den USA, Europa, dem Nahen Osten, Russland und Japan transferiert haben - mit offiziell nur sechs Mitarbeitern.

Wirecard hatte das Geschäft an das Partnerunternehmen weitergeleitet, obwohl man mit Wirecard Processing eine eigene Tochtergesellschaft für die Zahlungsabwicklung besitzt, die in Dubai zahlreiche Mitarbeiter beschäftigt.

Die 34 Kunden sollen in den Jahren 2016 und 2017 allein für monatlich 350 Mio. Euro Umsatz über Al Alam Solutions gesorgt haben. In der Regel nutzt Wirecard Partnerunternehmen bzw. Provider, wenn keine eigene Payment-Lizenz vorhanden ist oder die Quelle der Zahlungen fragwürdig ist.  

Nun sagt die FT, dass ein Großteil der Zahlungsabwicklung, die diesen 34 Kunden zugeschrieben wird, nicht stattgefunden hat. 15 der insgesamt 34 Kunden gaben an, nie von Al Alam gehört zu haben und nur vier bestätigten einen Geschäftskontakt.

Derartige Konstruktionen hätte es auch an den Standorten Moskau und Japan gegeben. Das ist harter Tobak. Renommierte Investmentgesellschaften aus den USA hatten immer wieder das Geschäftsvolumen der Wirecard angezweifelt.

Meldung gespeichert unter: Mobile Payment, E-Commerce, Online-Payment, Wirecard, Software, IT-Services

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