Medikamente kommen immer häufiger aus dem Web

Online-Handel

Dienstag, 13. Oktober 2015 10:53
BITKOM

Ob Grippemittel oder Nasenspray – wenn es im Hals kratzt oder die Nase läuft, vertrauen immer mehr Deutsche auf Online-Apotheken und andere Online-Arzneimittelhändler. Das zeigt eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom. Demnach hat bereits jeder zweite Internetnutzer (49 Prozent) Medikamente im Netz gekauft. Das entspricht 27 Millionen Menschen. 2012 waren es erst 30 Prozent der Internetnutzer. Besonders beliebt sind Online-Apotheken bei Frauen: So haben bereits 56 Prozent der Internetnutzerinnen Arzneimittel im Web bestellt, bei den Internetnutzern sind es 43 Prozent. „Die Online-Bestellung von Medikamenten spart Zeit, Geld und Mühe. Deshalb ist sie heute fast so selbstverständlich wie der Kauf von Kleidung und Büchern im Netz“, sagt Isabel Richter, Bereichsleiterin Pharma beim Bitkom. „Insbesondere für berufstätige wie auch für chronisch kranke, immobile oder ältere Menschen erleichtert die Online-Apotheke den Zugang zu Arzneimitteln sehr.“ So haben laut der Bitkom-Umfrage bereits 49 Prozent der Internetnutzer über 65 Jahren online Medikamente gekauft, bei den 50- bis 64-Jährigen sind es sogar 59 Prozent. In der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen haben schon 54 Prozent Medikamente im Internet bestellt und bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 31 Prozent.

Im Internet können Verbraucher sowohl rezeptpflichtige als auch nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel zeit- und ortsunabhängig bestellen und bequem bargeldlos bezahlen. Dabei sind rezeptfreie Medikamente im Netz wegen der geringeren Fixkosten oft deutlich günstiger als in der Präsenz-Apotheke. Die Mittel werden in der Regel innerhalb weniger Tage an die Wunschadresse geliefert. Auch eine Beratung durch Fachpersonal – zum Beispiel per Telefon, E-Mail oder Live-Chat – ist möglich.

Dass die Verbraucher gute Erfahrungen mit dem Online-Kauf von Medikamenten machen, zeigt die Häufigkeit der Bestellungen: Wer Arzneimittel im Internet kauft, tut dies in der Regel immer wieder. 40 Prozent der Käufer bestellen „regelmäßig“ und 33 Prozent „manchmal“. 21 Prozent geben an, „selten“ Medikamente im Web zu kaufen und 5 Prozent haben das „bislang nur ein Mal“ getan.

Um seriöse Anbieter möglichst schnell und zuverlässig zu erkennen, gibt es nun ein neues EU-Logo. Darüber können Verbraucher prüfen, ob ein Händler nach dem jeweiligen nationalen Recht für den Online-Arzneimittelhandel zugelassen ist.

Fragen und Antworten

Wie ist die Rechtslage zum Versandhandel mit Medikamenten?

Der Versandhandel mit Medikamenten ist in Deutschland seit 2004 grundsätzlich erlaubt. Online-Apotheken bzw. sonstige Online-Arzneimittelhändler brauchen hierfür eine Zulassung der zuständigen Landesbehörde. Ob ein Händler zugelassen ist, kann der Verbraucher mithilfe eines EU-Logos überprüfen oder direkt über die Listen des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), in denen alle registrierten deutschen Händler aufgeführt sind.

Welche Medikamente können online bestellt werden?

Im Internet können sowohl rezeptpflichtige als auch nicht rezeptpflichtige Medikamente bestellt werden. Die nicht verschreibungspflichtigen Mittel sind im Internet oft günstiger als in Präsenzapotheken, da sie keiner gesetzlichen Preisbindung unterliegen. Die Preisbindung gilt für verschreibungspflichtige Mittel, online wie offline. 

Wie viele Online-Arzneimittelhändler gibt es in Deutschland?

Meldung gespeichert unter: E-Commerce, BITKOM, Internet, Verbände

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