Neue TAL-Entgelte 2016: BREKO setzt auf intelligente Berechnungsmethode gemäß EU-Empfehlung

Letzte Meile

Mittwoch, 10. Februar 2016 14:19
BREKO

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) setzt bei der anstehenden Neufestlegung der Entgelte für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL – die „letzte Meile“) auf einen konstruktiven Dialog mit der Bundesnetzagentur. Der führende deutsche Glasfaserverband wird sich hierzu in Kürze mit einem eigenen Vorschlag an die deutsche Regulierungsbehörde wenden. Dieser basiert auf einer von der EU empfohlenen Berechnungsmethode, die von den EU-Mitgliedsstaaten ab dem 01.01.2017 verbindlich beachtet werden muss, aber bereits heute angewendet werden kann. Ziel ist es, den flächendeckenden Glasfaserausbau mittels eines effizienten Modells zu beschleunigen und damit die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft weiter voranzubringen.

Derzeit - seit 1. Juli 2013 - liegen die Entgelte für den Zugang zur letzten Meile bei 10,19 Euro pro Monat für die Anmietung der TAL am Hauptverteiler (HVt) und 6,79 Euro monatlich bei Anmietung am Kabelverzweiger (KVz – der „graue Kasten“ an der Straße). Dieser Betrag muss von alternativen Netzbetreibern an die Deutsche Telekom als Infrastrukturinhaber gezahlt werden. Die aktuellen TAL-Entgelte gelten noch bis 30. Juni dieses Jahres. Für den Zeitraum danach hat die Deutsche Telekom bei der Bundesnetzagentur nun Entgelte von 11,20 Euro für die HVt-TAL und 7,51 Euro für die KVz-TAL beantragt.

„Wir wollen gemeinsam mit der Bundesnetzagentur ein intelligentes Szenario entwickeln, um die flächendeckende Verfügbarkeit ultraschneller Glasfaseranschlüsse – und damit den Weg in die Gigabit-Gesellschaft – möglichst schnell voranzutreiben“, erläutert BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers das Vorgehen des Verbands. „Durch die neue Berechnungsmethodik würde sich insbesondere das Entgelt für die KVz-TAL verringern, was weitere Anreize dafür schafft, zukunftssichere Glasfaserleitungen näher zum Kunden zu bringen. Gleichwohl würde sich auf diesem Wege auch der Mietpreis der nach wie vor meist genutzten HVt-TAL vergünstigen, was höhere Investitionen der alternativen Netzbetreiber in ihre eigene Infrastruktur erlauben würde.“

Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Berechnungsmethodik sieht einen möglichst reibungslosen Übergang von reinen Kupfernetzen hin zu auf Glasfaser basierenden Netzen der nächsten Generation (NGA-Netzen) vor. Im Gegensatz zum bisherigen deutschen Berechnungsmodell, das die Wiederbeschaffungskosten des gesamten (historischen) Kupfernetzes zu heutigen Preisen zur Grundlage hat, berücksichtigt das EU-Modell diejenigen Infrastrukturkomponenten – so etwa Kabelkanäle und -schächte, Rohre, Gräben oder Masten –, die beim Übergang zu Glasfasernetzen weiterhin genutzt werden können. Die Kosten solcher (im Wesentlichen bereits abgeschriebener) Elemente werden bei der Berechnung der fiktiven Wiederbeschaffungskosten dementsprechend in Abzug gebracht. Durch die aus dieser Berechnungslogik resultierenden, günstigeren TAL-Entgelte bleibt es alternativen Netzbetreibern auch weiterhin möglich, zunächst die notwendigen Investitionsmittel zu erwirtschaften, um im Anschluss direkte Glasfaseranschlüsse bis ins Gebäude oder die Wohnung (FTTB / FTTH) auszurollen.

Meldung gespeichert unter: Teilnehmeranschlussleitung (TAL oder letzte Meile), BREKO, Telekommunikation, Verbände

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