Wirecard - was hinter dem Mega-Deal mit SoftBank tatsächlich steckt

E-Commerce: Digitale Bezahllösungen (Digital Payment)

Freitag, 10. Mai 2019 18:59
SoftBank Group

ASCHHEIM/MÜNCHEN (IT-Times) - Die japanische Internet- und Telekommunikations-Holding SoftBank Group will sich am deutschen Payment-Anbieter Wirecard beteiligen.

Bislang ist es eine Absichtserklärung vom 24. April 2019, die allerdings einen konkreten Hintergrund hat. Softbank will rund 900 Mio. Euro im Rahmen einer Wandelschuldverschreibung in Wirecard investieren, was rund 5,6 Prozent des Grundkapitals gleichkommt.

Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auf die Wandelschuldverschreibungen ist ausgeschlossen, denn die Anleihe geht komplett zur SoftBank-Gruppe. Zurückgezahlt wird nach fünf Jahren zum Nennwert.

Nach fünf Jahren kann dieser Bonds dann in Aktien der Wirecard AG umgewandelt werden. Investoren müssen 130 Euro je Aktie als Wandlungspreis zahlen. Die Anleihe wird zudem mit 1,9 Prozent pro Jahr verzinst.

Im Rahmen der Vereinbarung wollen beide Unternehmen in Japan und Südkorea zusammenarbeiten. Digitale Überweisungen und Online-Banking Services stehen im Vordergrund.

Der Wandlungspreis überrascht, denn er liegt mehr oder weniger auf dem aktuellen Kursniveau. Erwartet hätte man eigentlich einen üblichen ordentlichen Aufschlag für die Entwicklung des Unternehmens in den nächsten fünf Jahren.

Offenbar halten die Japaner einen Kurs von 130 Euro oder eine Marktkapitalisierung von rund 16,5 Mrd. Euro für aktuell angemessen. Dies entspricht auch der aktuellen Einschätzung von Top-Bankadressen.

Interessante Partner für Wirecard hat die Softbank genug im Portfolio, darunter Paytm (Indien), Grab (Südostasien), Didi (China), DoorDash (USA) und Uber (USA) sowie die Alibaba Group Holding (inkl. Ant Financial, China), Yahoo Japan, Kabbage (Digital Lending, USA), ZhongAn Insurance (Versicherung, China), The Japan Net Bank (Japan) und die britische Online-Bank OakNorth.

Im Zuge der strategischen Beteiligung stellt Softbank als Großaktionär eines der sechs Aufsichtsratsmitglieder der Wirecard AG. Nun wird ein Kooperationsplan ausgearbeitet.

Doch nun wird es interessanter. Wirecard erwartet aus der Transaktion mit SoftBank jährlich Zusatzgewinne in zweistelliger Millionenhöhe. Das Potenzial schätzt das Unternehmen kumuliert über fünf Jahre auf 209 Mio. bis 273 Mio. Euro (Barwert).

Meldung gespeichert unter: Mobile Payment, SoftBank, E-Commerce, Online-Payment, Online-Banking, Wirecard, Telekommunikation, Software, IT-Services, Internet

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