Wirecard: Shortseller machen mobil, Strategie und Bilanzierung werfen Fragen auf

Mobile Payment: Wirecard-Aktien fahren Achterbahn

Donnerstag, 25. Februar 2016 13:04
Wirecard AG - Hauptsitz Aschheim

MÜNSTER (IT-Times) - Die Aktien des deutschen Fintech-Spezialisten Wirecard standen zuletzt an der Börse deutlich unter Druck und verloren in der Spitze bis zu 20 Prozent an wert.

Hintergrund ist offensichtlich ein kritischer Research-Report vom Zatarra Research & Investigations. Marktbeobachter wittern eine Shortseller-Kampagne, die den Kurs der Wirecard-Aktie drücken soll.

In einem 100 Seiten umfassenden Bericht wirft das Research-Haus Zatarra dem Münchner Spezialisten für elektronische Zahlungslösungen undurchsichtige Geschäfte vor. Zudem soll Wirecard gegen US-Gesetze und gegen Verträge mit US-Kreditkartenfirmen (Visa, Mastercard) verstoßen haben.

Wirecard-Chef nutzt Kursschwäche für Zukäufe


Investoren reagierten nervös und verkauften im großen Stil Anteile, während Wirecard-Chef Markus Braun die Kurskapriolen nutzte, um über eine Beteiligungsfirma weitere Wirecard-Aktien im Volumen von 4,3 Mio. Euro zu ordern.

Wirecard wies die Vorwürfe umgehend zurück und leitete rechtliche Schritte gegen das Research-Haus ein. Ganz unabhängig davon, ob die Vorwürfe berechtigt sind oder nicht, sieht eine wachsende Zahl von Hedgefonds die Bilanzierungspraktiken von Wirecard zunehmend kritisch, wie die Financial Times jüngst berichtete.

Zukäufe: Wirecard will an seiner Strategie festhalten


Wirecard hat in den letzten Jahren mehr als 500 Mio. Euro an Kapital eingesammelt, um seine Expansionspläne zu realisieren. Im Herbst 2015 ließ Wirecard-Finanzchef Burkhard Ley im Interview mit der Börsen-Zeitung durchblicken, dass insgesamt 750 Mio. Euro für Zukäufe zur Verfügung stehen.

Diese Mittel nutzte Wirecard in den letzten Monaten, um sich in Indien und Brasilien mit ausgesuchten Zukäufen zu verstärken. Die Strategie des Unternehmens ist es, kleine und lokale Zahlungsspezialisten aufzukaufen, die nicht mehr als zehn Prozent der eigenen Größe ausmachen - dies soll auch künftig so bleiben.

Hedgefonds bauen Shortpositionen auf


Kritiker monieren hingegen, dass Wirecard obskure Payment-Firmen in Schwellenländern zu überteuerten Preisen aufkauft. Auch wie Wirecard diese Deals in der Bilanz strukturiert und die finanzielle Stärke des Unternehmens nach außen darstellt, wird von einigen Hedgefonds skeptisch gesehen.

Meldung gespeichert unter: Mobile Payment, Wirecard, Hintergrundberichte, Software

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