Wirecard: Können sich FT, WSJ und BoA Merrill Lynch alle gleichzeitig irren?

E-Commerce: Digitale Bezahllösungen (Digital Payment)

Donnerstag, 14. März 2019 11:47

Das Acquiring-Geschäft sei wesentlich lukrativer, so der CEO Markus Braun, berichtete seinerzeit die Wirtschaftswoche. Als Acquirer ist die Wirecard AG verantwortlich für die Zahlungsflüsse vom Online-Shop zum jeweiligen Kreditkartenunternehmen.

So weit so gut, doch nun wird es interessant. Während das Payment Processing & Risk Management (PP&RM) Business der Wirecard AG laut Bilanz in den ersten neun Monaten 2018 um 44,9 Prozent auf einen Umsatz von rund 1,04 Mrd. Euro zulegen konnte, wuchs der Umsatz im „lukrativeren“ Segment Acquiring & Issuing (A&I) “nur” um 29,6 Prozent auf 453,1 Mio. Euro, wobei davon rund 196,7 Mio. Euro auf den Bereich Issuing zurückzuführen sind.

Das EBITDA im Geschäftsbereich PP&RM erhöhte sich im gleichen Zeitraum 2018 zum Vorjahr um 49,9 Prozent auf 335 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge lag damit bei 32,21 Prozent (Vorjahr: 31,01 Prozent).

Allerdings war das EBITDA im Segment A&I rückläufig und lag bei 60,7 Mio. Euro (Vorjahr: 62,2 Mio. Euro). Damit fiel die EBITDA-Marge im „lukrativeren“ Segment Acquiring & Issuing mit 13,4 Prozent (Vorjahr: 17,79 Prozent) deutlich und ist auch deutlich kleiner als die im Kerngeschäft PP&RM. Die Aussage von Markus Braun kann somit nicht stimmen.

Nun kann man sich natürlich auch noch über die Bedeutung des Wortes „lukrativ“ streiten, aber im allgemeinen Sprachgebrauch heißt dies so viel wie renditestark oder ertragsreich. Und das ist es hier offensichtlich nicht.

Doch das ist gar nicht relevant, denn der Anteil am Gesamtumsatz des deutlich kleineren Geschäftsbereiches Acquiring & Issuing lag in den ersten drei Quartalen 2018 bei nur 31 Prozent, das PP&RM Geschäft machte indes mit knapp 50 Prozent den Großteil aus und wuchs zudem auch noch deutlich schneller.

Die Wirecard AG wies im Neun-Monatsbericht 2018 für den Bereich Acquiring einen Einzelumsatz in Höhe von 256,4 Mio. Euro aus, dies entspricht einem Anteil am Gesamtumsatz von knapp 17,75 Prozent.

Das Acquiring - EBITDA lag im gleichen Zeitraum bei 32,4 Mio. Euro (Vorjahr: 32,6 Mio. Euro) und hatte damit einen Anteil am gesamten EBITDA des Unternehmens von nur 8,19 Prozent mit zudem rückläufiger Tendenz (Vorjahr: knapp 11,4 Prozent). (lim/rem)

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