Wirecard: FT schlägt zurück und hinterfragt dubiose Partner

E-Commerce: Digitale Bezahllösungen (Digital Payment)

Freitag, 29. März 2019 08:30
Wirecard Singapur

ASCHHEIM/MÜNCHEN/ LONDON/ MANILA (IT-Times) - Nachdem die Wirecard AG gestern bekräftigte, gegen die Financial Times und den Journalisten Dan McCrum juristisch vorzugehen, folgte heute ein weiterer Artikel aus London.

Die Financial Times (FT) titelte heute einen neuen Beitrag mit „Wirecard`s Problem-Partnern“. Etwa die Hälfte des Unternehmensumsatzes erwirtschaftet Wirecard offenbar mit Partnern.

Einige von diesen Geschäftspartnern bezeichnet die FT als dubios, das berichten heute die Journalisten Dan McCrum in London und Stefania Palma in Manila, die sich auf interne Dokumente und Informanten beziehen.

So hätte ein Unternehmen mit der Bezeichnung ConePay International die Privatadresse eines pensionierten Seemanns mit dem Namen Agostin Antonio in der Stadt Cabanatuan auf den Philippinen genutzt, der dort mit seiner Familie jahrzehntelang lebt.

Allerdings hatte er vor gut einem Jahr einen Brief der Wirecard Bank in seinem Briefkasten gefunden - adressiert an ConePay International (zuvor: Maxcone). Antonio kannte offensichtlich weder ConePay noch die Wirecard Bank.

Darin befanden sich Auszüge von leeren deutschen Bankkonten in verschiedenen Währungen. Darunter Australische und Kanadische sowie Singapur-Dollar und Britisches Pfund. Das Haus gehört seit 50 Jahren der Familie und sei auch nicht an Zahlungsdienstleister vermietet worden.

ConePay sei nur eines von mehr als ein Dutzend dubioser Unternehmen, die von der FT identifiziert worden seien, denen offenbar auch substanzielle Geschäfte mit Wirecard gegenüberstehen.

Die Wirecard AG erhält unter anderem Anfragen von Internetunternehmen, für die es keine Dienstleistungen übernimmt, sei es wegen einer fehlenden Lizenz im Land oder aus anderen „Risiken“.

Diese Anfragen werden von Wirecard an sogenannte “Third-Party Acquirers” abgegeben, die dann in Kommission Zahlungsdienstleistungen übernehmen und Wirecard dafür ein Sharing anbieten.

Intern werden diese Geschäftsprozesse als “referring” bezeichnet, was übersetzt so viel wie „empfohlen“ bedeutet. Dies sei mit Abstand der größte Geschäftsbereich der Wirecard AG.

So sagten Whistleblower gegenüber der FT aus, dass rund die Hälfte des angepeilten Umsatzes der Wirecard AG von zwei Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2018 aus dieser Quelle stammten.

Laut Wirecard soll dieser Geschäftsbereich aber rückläufig sein. Man arbeite in Ländern, wo keine Lizenz besteht, mit „mehr als 100 Partnern im Bereich Processing, Acquiring, Issuing sowie mit lokalen Service Providern“ zusammen.

Allerdings würde jeder multinationale Zahlungsabwickler von derartigen Netzwerken abhängen und die Abwicklung entspreche internationalen Standards, so Wirecard.

Geschäfte mit dubiosen Unternehmen sind oftmals sehr lukrativ, denn sie werden beispielsweise dafür genutzt, Geld zu waschen. Dies ist gerade im Online-Lotteriegeschäft zu beobachten.

Meldung gespeichert unter: Mobile Payment, E-Commerce, Online-Payment, Wirecard, Hintergrundberichte, Software, IT-Services

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