Verhandlungen in Brüssel zu Regulierungsferien

Breitband- und Glasfaserausbau in Deutschland

Mittwoch, 28. Februar 2018 14:38
VATM

DIW Econ: „Ohne ausgeprägten Wettbewerb drohen volkswirtschaftliche Kosten und Schaden für den Kunden“

So soll nach den alten Plänen zum Beispiel Zugang für die Wirtschaft zu modernen Glasfasernetzen zwar möglich bleiben, die Telekom soll ihn aber unverständlicherweise auf alte Kupferqualität drosseln dürfen. Hierüber könnte schon am morgigen Donnerstag in Brüssel entschieden werden – mit fatalen Auswirkungen auf den deutschen Wirtschaftsstandort“, warnt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.

Die mögliche neue Koalition habe die Rolle von Wettbewerb und damit diskriminierungsfreien Zugang verstanden und entsprechende Sicherungen – eine effiziente Kontrolle durch den Regulierer – eingebaut. „Genau dies fehlt in der alten Positionierung völlig. Die angeblich engen Grenzen für Regulierungsferien sind in Wahrheit in Brüssel butterweich formuliert“, so Grützner.

Der VATM-Geschäftsführer appelliert: „Wir müssen die Erfolge und Vorteile der Liberalisierung für die Endverbraucher und die Wirtschaft gerade auch in der Glasfaserzukunft erhalten. Der Verbraucher muss auch in Zukunft den Anbieter frei wählen können. Am Ende würde bei Regulierungsferien der Verbraucher zudem über höhere Preise die Zeche zahlen.“

Genau hiervor warnen drei aktuelle Studien von DIW Econ, WIK-Consult und vzbv. Sowohl die Studie des DIW Econ „Ausbau von Gigabitnetzen: Wettbewerb und Regulierung“[2] als auch eine Untersuchung des WIK-Consult „Gesamtwirtschaftliche Relevanz und Anforderungen des Geschäftskundensegments in Deutschland“[3] zeigen deutlich die dramatischen Auswirkungen von Regulierungsferien auf die ‎Wirtschaft auf.

Das DIW Econ kommt zu dem Ergebnis, dass es nicht auf die reine Verfügbarkeit einer gigabitfähigen Breitbandinfrastruktur ankomme, sondern „insbesondere auf ein hochwertiges und zugleich günstiges Angebot an Breitbandleistungen, die den Nutzern (sowohl Privat- als auch Geschäftskunden) zur Verfügung stehen.

„Höhere Preise sowie eine geringere Dienstequalität und -vielfalt schaden Privat- und Geschäftskunden“, heißt es im Summary. Das Potential digitaler Innovationen bliebe ungenutzt und in der langen Frist könnten deutsche Unternehmen in der globalisierten Wirtschaft an Bedeutung verlieren [….]. „Es besteht die Gefahr, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland seine jetzige Bedeutung verliert und im internationalen Vergleich zunehmend abgehängt wird“, so die Autoren. 

Meldung gespeichert unter: Breitband, VATM, Marktdaten und Prognosen, Telekommunikation, Internet, Verbände

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