VATM und Dialog Consult stellen Studie zum deutschen Telekommunikationsmarkt 2017 vor

Telekommunikationsmarkt Deutschland

Mittwoch, 18. Oktober 2017 12:18
VATM

Gesamtumsatz der TK-Dienste sinkt um 1,5 Prozent

Investitionen liegen bei fast 8 Milliarden Euro

Zahl der FTTB/H-Anschlüsse steigt auf 3,1 Millionen – 90 Prozent der genutzten echten Glasfaseranschlüsse werden von Wettbewerbern bereitgestellt

Datenhunger wächst: Deutsche surfen 1,4 Milliarden Gigabyte mobil im Netz – Im Festnetz legt das Volumen um 38 Prozent zu

Deutschland telefoniert weniger – Mehr als jede vierte Gesprächsminute über OTT-Messaging

VATM: Wettbewerb statt Regulierungsgeschenke beschleunigt den echten Glasfaserausbau in 2018

„Der Mobilfunkmarkt nimmt bedingt durch regulatorische Effekte wie zum Beispiel Senkungen der Entgelte für die nationale Terminierung oder EU-Roaming ab. Die Festnetzumsätze gehen aufgrund starker Wettbewerbsintensität und sinkender Verbraucherpreise zurück“, sagte Prof. Dr. Torsten J. Gerpott, Gesellschafter der Unternehmensberatung DIALOG CONSULT GmbH und Inhaber des Lehrstuhls für TK-Wirtschaft an der Universität Duisburg-Essen.

Der TK-Experte stellte heute die Ergebnisse der 19. gemeinsamen TK-Marktstudie von DIALOG CONSULT und VATM in Düsseldorf vor. Der wachsende Markt der Kabelnetzbetreiber mit 5,5 Milliarden Euro (+0,2 Milliarden Euro) und einem Plus von 3,8 Prozent kann den Umsatzrückgang des Gesamtmarktes nicht auffangen.

Insgesamt ist der Festnetzmarkt 32,6 Milliarden Euro (2016: 33,0 Milliarden Euro) schwer, die Mobilfunkumsätze sinken um 1,9 Prozent von 26,7 auf 26,2 Milliarden Euro. Von den Mobilfunkumsätzen entfallen 18,2 Milliarden Euro (-2,7 Prozent) auf die Wettbewerber und wie im Vorjahr acht Milliarden Euro auf die Telekom.

Während der Umsatz bei den Telekommunikations-Wettbewerbern im Festnetz um 0,4 Milliarden auf 13,5 Milliarden Euro zurückgeht, werden es bei der Telekom mit 13,6 Milliarden Euro rund 0,2 Milliarden weniger sein als im Vorjahr.

„Durch Vectoring hat sich die Situation weiter verschärft. Bei Wettbewerbsunternehmen, die dadurch auf Bitstrom-Angebote umgestiegen sind, nimmt die Abhängigkeit von der Telekom zu und ihre Wertschöpfung ab“, erläutert Prof. Gerpott. Bei Zugängen auf Basis eines virtuellen Bitstrom-Zugangs fließen pro Euro Umsatz direkt rund zwei Drittel an die Telekom Deutschland (Abb. 13).

Trotz gesunkener Umsätze in der Branche erreichen die Investitionen in Sachanlagen dieses Jahr 7,9 Milliarden Euro (Abb. 6). Das sind rund 0,3 Milliarden Euro weniger als in 2016. Die Wettbewerber tragen weiterhin fast die Hälfte des Investments. Seit der Marktliberalisierung haben sie rund 74 Milliarden Euro investiert, die Telekom 69 Milliarden Euro.

Die Zahl der Festnetz-Breitbandanschlüsse steigt in diesem Jahr erneut: Sie nimmt um rund 1 Million auf 33,0 Millionen zu (+3,1 Prozent) (Abb. 10). Etwa 3,1 Millionen Haushalte (+ 530.000) werden Ende 2017 an Glasfasernetze mindestens bis zum Gebäudekeller (FTTB/FTTH) angeschlossen sein – ein Fünftel mehr als im Vorjahr (Abb. 15).

Die Zahl der Haushalte, die diesen Anschluss auch buchen, legt insgesamt im Vergleich zum Vorjahr um fast 17 Prozent auf 880.000 zu. Neun von zehn Haushalten, die Ende 2017 einem FTTB/H-Anschluss nutzen, beziehen diese nicht von der Telekom, sondern von einem alternativen Carrier (Abb. 16).

Die Wettbewerber bauen drei Viertel der Glasfaseranschlüsse bis zum Gebäude (FTTB) oder in die Wohnung (FTTH) in Deutschland. „Die Wettbewerber haben mehr Kunden, die auch tatsächlich den Glasfaseranschluss gebucht haben, als die Telekom insgesamt überhaupt Anschlüsse verlegt hat“, so TK-Experte Prof. Gerpott. Aus Sicht des Studienautors wird es unabhängig von Regulierung durch den Wettbewerbsdruck einen merklichen Ausbau des FTTB/FTTH-Angebots der Telekom Deutschland geben.

Die Kunden wollen mehr Geschwindigkeit. Der Anteil der nachgefragten Festnetzanschlüsse mit mindestens 50 Mbit/s Downstream-Bandbreite wird 2017 auf 28,2 Prozent zulegen (Abb. 18). Der Datenhunger in Deutschland nimmt weiter rapide zu: In 2017 übertragen die Nutzer hierzulande im Festnetz 30,8 Milliarden Gigabyte – das bedeutet eine Steigerung von fast 40 Prozent (Abb. 19).

Über mobile Anschlüsse werden in diesem Jahr 1.350 Millionen Gigabyte in Mobilfunknetzen verschickt oder heruntergeladen (Abb. 23). Das ist fast die Hälfte mehr als im Vorjahr (902 Millionen GB). 2017 werden die Datendienste mit 13,2 Milliarden Euro erstmals die Hälfte (50,4 Prozent) der Mobilfunk-Umsätze ausmachen (Abb. 22).

Meldung gespeichert unter: Informations- und Telekommunikationstechnik (ITK), VATM, Marktdaten und Prognosen, Telekommunikation, Verbände

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