New Work: Jeder Zweite will Vertrauensarbeitszeit und Recht auf Homeoffice

Jobs & Karriere

Mittwoch, 11. September 2019 10:02
BITKOM

Deutsche Berufstätige wünschen sich mehr Selbstverwirklichung im Job und fordern von ihren Arbeitgebern soziale Verantwortung

Auch Gleichstellung von Männern und Frauen ist wichtiges Anliegen

Jeder Zehnte hat keinen eigenen Schreibtisch mehr, aber Klammeraffen halten sich hartnäckig

Berlin, 11. September 2019
Mobiles Arbeiten ohne festen Schreibtisch, flache Hierarchien und Vertrauensarbeitszeit: Die große Mehrheit der Berufstätigen ist offen für moderne Arbeitskonzepte, die auch unter dem Schlagwort „New Work“ zusammengefasst werden. Neun von zehn (92 Prozent) stehen New-Work-Konzepten sehr oder eher aufgeschlossen gegenüber – nur 6 Prozent lehnen diese ab. Die allermeisten Berufstätigen möchten einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen und stellen an ihren Arbeitgeber hohe moralische Ansprüche, etwa was die soziale Verantwortung angeht.

Eng damit verbunden ist die Digitalisierung der Arbeitswelt: Schon neun von zehn Berufstätigen (91 Prozent) messen digitalen Technologien eine große Bedeutung für ihr Arbeitsleben bei (2017: 80 Prozent). Die Mehrheit (55 Prozent) rechnet damit, dass sich ihr Arbeitsplatz bis 2030 durch neue Technologien verändern wird – Sorge vor einem Job-Verlust haben aber nur die wenigsten (8 Prozent).

Insgesamt sehen zwei Drittel (66 Prozent) in der Digitalisierung eine Chance für ihre berufliche Situation, ein Drittel (32 Prozent) eine Gefahr. Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1.002 Berufstätigen in Deutschland zwischen 16 und 65 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Berg: „Digitalisierung ist Treiber für New Work“
„Die Digitalisierung ist der Treiber von New Work. Digitale Technologien ermöglichen mobiles und selbstbestimmtes Arbeiten, ohne an feste Zeiten und Orte gebunden zu sein“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Viele Erwerbstätige stellen heutzutage nicht allein die Karriere in den Mittelpunkt, sondern wollen Erfolg im Beruf mit Zeit für Familie und Privatleben verbinden.“

Berg betont die breite Zuversicht, die allgemein mit der Digitalisierung des Arbeitslebens einhergeht: „Eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Berufstätigen sieht in der Digitalisierung eine Chance. Und die meisten derjenigen, die eher eine Gefahr sehen, blicken dennoch optimistisch in die Zukunft und halten ihren Arbeitsplatz auch langfristig für sicher.“

Digitalkompetenz wird immer wichtiger für beruflichen Erfolg
Im Job wird Digitalkompetenz immer mehr zur Schlüsselqualifikation. Schon drei von zehn Berufstätigen (30 Prozent) meinen, Digitalkompetenz werde künftig die wichtigste Fähigkeit überhaupt für ihren Arbeitsplatz sein. 2017 waren es erst 8 Prozent. Sieben von zehn (68 Prozent; 2017: 77 Prozent) glauben, Digitalkompetenz werde zumindest genauso wichtig sein wie fachliche oder soziale Kompetenz. Dass Digitalkompetenz künftig von untergeordneter Bedeutung sein werde, glaubt mittlerweile niemand mehr (0 Prozent). 2017 waren es noch 11 Prozent.

Entsprechend positiv sind die allgemeinen Einstellungen gegenüber der Digitalisierung der Arbeitswelt und des eigenen Arbeitsplatzes. Jeweils eine Mehrheit der Berufstätigen sagt, digitale Technologien seien unerlässlich, um die Arbeit zu erledigen (78 Prozent), würden bei der Arbeit motivieren (67 Prozent) und die Arbeit produktiver machen (62 Prozent). Jeweils eine Minderheit sieht die Nachteile, dass digitale Technologien oft nicht so funktionieren, wie sie sollten (34 Prozent), für zu viele Informationen auf zu vielen Kanälen sorgen (23 Prozent) und Stress hervorrufen (11 Prozent) würden.

New Work: Persönliche Wünsche und gesellschaftliche Ansprüche
Mit New Work verbinden Berufstätige persönliche Wünsche und gesellschaftliche Ansprüche. Auf persönlicher Ebene möchten sich nahezu alle (96 Prozent) ihre Arbeitszeit frei einteilen können. 94 Prozent sagen, dass es ihnen wichtig ist, einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen. 93 Prozent wünschen sich flache Hierarchien. 90 Prozent möchten ihre Leistungs- und Lernziele selbst festlegen. 82 Prozent wollen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und 71 Prozent befürworten regelmäßig wechselnde Arbeitsaufgaben, also Job-Rotation.

Auf gesellschaftlicher Ebene haben Berufstätige hohe Ansprüche an Arbeitgeber. 96 Prozent bekräftigen, ihr Arbeitgeber sollte Werte vertreten, mit denen sie sich identifizieren können. 92 Prozent finden, ihr Arbeitgeber sollte gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Und 72 Prozent sind der Ansicht, dass auch Führungskräfte in Teilzeit arbeiten können sollten.

Gleichstellung ist auch Männern wichtig
Die Gleichstellung der Geschlechter ist Berufstätigen ein wichtiges Anliegen. Praktisch alle (97 Prozent) fordern, dass Frauen und Männer für gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werden sollten. Diese Forderung wird von Frauen und Männern gleichermaßen erhoben. Acht von zehn (79 Prozent) meinen, dass divers zusammengesetzte Teams, etwa mit Unterschieden in Geschlecht, Alter oder Herkunft, bessere Arbeitsergebnisse liefern.

In den Chefetagen ist das Thema nach Meinung der meisten angekommen: Neun von zehn (87 Prozent) sagen, ihr Arbeitgeber nehme das Thema Gleichstellung ernst. Allerdings erklären lediglich sechs von zehn (57 Prozent), bei ihrem Arbeitgeber gebe es Frauen in Führungspositionen.

New-Work-Ansprüche führen zur Umgestaltung von Büroflächen
Neben kulturellen Aspekten beinhalten New-Work-Konzepte auch die Neugestaltung der Arbeitsräume. Neue Raumkonzepte setzen sich allmählich in deutschen Büros durch. Jeweils drei von zehn abhängig Beschäftigten verfügen am Arbeitsplatz über Rückzugsmöglichkeiten zum Stillarbeiten (31 Prozent), Grünflächen mit Sitzgelegenheiten beziehungsweise eine Dachterrasse (30 Prozent) oder einen Lounge-Bereich (27 Prozent).

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