Klimaschutz zum halben Preis: Solare Fernwärme

Solare Fernwärme

Mittwoch, 28. Oktober 2015 11:38
BSW-Solar

Berlin/Hamburg, den 28. Oktober 2015 – Trotz verbreiteter Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) werden in Deutschland bei der Fernwärmeerzeugung noch immer viel zu große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid ausgestoßen. Abhilfe könnte der Einsatz von Solarenergie bieten, wie das Beispiel Dänemark eindrucksvoll zeigt. Unser Nachbarland nutzt bereits seit einigen Jahren Solarenergie im großtechnischen Maßstab für die Fernwärmeversorgung ganzer Siedlungen.

Das Hamburg Institut hat nun berechnet, dass die vorgesehene neue KWK-Förderung bei Einsatz von fossilem Erdgas im Fernwärmesektor gegenüber der bestehenden Solarthermie den doppelten Fördereinsatz zur CO2-Einsparung benötigt. „Solare Fernwärme bietet somit Klimaschutz zum halben Preis für den Verbraucher. Der Anschluss großer Solarkollektorfelder an das Fernwärmenetz könnte die Kosten der Kohlendioxidvermeidung deutlich reduzieren“, erklärt Dr. Matthias Sandrock, Geschäftsführer des Hamburg Instituts.

Statt diese preiswerten Solarpotenziale wie in Dänemark für den Klimaschutz zu heben, droht hierzulande aktuell ihre Blockade durch eine Novelle des KWK-Gesetzes, warnen übereinstimmend Energieexperten zahlreicher wissenschaftlicher Einrichtungen und des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). Die Förderung der fossilen KWK im Sommer führt dazu, dass die begrenzte Wärmelast in den Wärmenetzen durch KWK-Wärme besetzt wird und keine Kapazitäten zur Aufnahme erneuerbarer Energien mehr vorhanden sind. Damit entsteht ein ungleicher Wettbewerb zwischen fossil erzeugter KWK-Wärme und Solarwärme zulasten Erneuerbarer Energien, zulasten des Klimas und zulasten der Verbraucher. Großflächige Solarthermie-Anlagen könnten Wärme zu wettbewerbsfähigen Kosten von 3 bis 5 Cent pro Kilowattstunde in Wärmenetze einspeisen. Sie bieten ein hohes Maß an langfristiger Kostensicherheit für Versorger und Verbraucher.

BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig: „Der Marktzugang für solare Fernwärme wird in Deutschland erheblich erschwert, wenn der Gesetzgeber an seiner Vorstellung festhält, neue fossil befeuerte KWK-Anlagen künftig auch in den Sommermonaten großzügig zu fördern. In dieser Zeit sollte vielmehr Fernwärme aus Solarenergie genutzt werden. Der Bundestag muss den vorliegenden Gesetzesentwurf dringend nachbessern und die Förderung neuer fossil befeuerter KWK-Anlagen künftig auf die Heizperiode begrenzen. Dies sollte so gestaltet werden, dass die Rentabilität neuer KWK-Anlagen darunter nicht leidet. KWK und Solarenergie müssen künftig einander ergänzen und nicht mehr blockieren.“

Hintergrund

Ein Vergleich des auf die CO2-Vermeidung bezogenen Fördermitteleinsatzes für die Wärmeerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung nach dem jüngsten KWKG-Referentenentwurf mit den CO2-Vermeidungskosten aus solarthermischen Anlagen im Kraftwerksmaßstab ergibt folgendes Ergebnis: Die vermiedene Tonne CO2 aus Solarwärme kostet rund 56 Euro Fördermittel, die Vermeidung der gleichen Menge des Treibhausgases durch den Einsatz konventioneller KWK-Anlagen kostet rund 120 Euro und damit etwa doppelt so viel.

Meldung gespeichert unter: Verbände, BSW-Solar, Solartechnik

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