Gemeinsame Pressemitteilung: Spitzenverbände warnen mit gemeinsamer Erklärung vor Folgen der Fusion von Vodafone und Unitymedia

Kabelnetzbetreiber Deutschland

Dienstag, 26. März 2019 10:17

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO), der Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS), der Verband Privater Medien (VAUNET) sowie die Deutsche Netzmarketing GmbH (DNMG) warnen vor den Folgen einer potenziellen Fusion von Vodafone und Unitymedia.

BREKO

Mit der Übernahme von Unitymedia strebe Vodafone die Re-Monopolisierung des Kabelmarktes in Deutschland an, befürchten die Verbände. Kleinere Wettbewerber würden dadurch – auch zu Lasten der Kunden – aus dem Markt gedrängt; zudem würde der zukunftssichere Glasfaserausbau in Deutschland erheblich verzögert.

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO), der Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS), der Verband Privater Medien (VAUNET) sowie die Deutsche Netzmarketing GmbH (DNMG) haben heute in Berlin ihre Bedenken zur Fusion von Vodafone und Unitymedia in einer gemeinsamen Erklärung vorgestellt.

Mit der Übernahme von Unitymedia strebt Vodafone die Re-Monopolisierung des Kabelmarktes in Deutschland an. Zwanzig Jahre nach der Liberalisierung des Marktes liegt damit ein Fusionsvorhaben bei der EU-Kommission zur Prüfung, das einen Mega-Player mit über 14 Millionen angeschlossenen Haushalten und 80 Prozent Marktanteil im Kabelmarkt erschaffen würde. Kleinere Wettbewerber würden dadurch aus dem Markt gedrängt, zum Schaden der Endkunden.

Der Zusammenschluss würde zudem den Gestattungswettbewerb ernsthaft gefährden, aufgrund dessen die Wohnungswirtschaft eine günstige Infrastruktur- und Medienversorgung zugunsten der Mieter realisiert.

Ohne vorhandenen Gestattungswettbewerb wird das zusammengeschlossene Unternehmen nicht bereit sein, in den Glasfaserausbau von Mehrfamilienhäusern (FTTB/FTTH) zu investieren. Der Zusammenschluss würde daher die wichtige zukunftsorientierte Glasfaseranbindung und Medienversorgung der Mieter in Frage stellen und mittelfristig auch Mehrbelastungen für Mieter auslösen.

Die Praxis zeigt, dass Monopole mittelfristig immer zu Preiserhöhungen für Verbraucher im jeweiligen Markt führen. Zudem birgt der Zusammenschluss von Vodafone und Unitymedia erhebliche Gefahren für die Medienvielfalt in Deutschland. Er ließe einen Gatekeeper entstehen, der bei fast der Hälfte der deutschen Fernsehhaushalte den Zugang zu Medieninhalten kontrollieren würde. In diesem Verhältnis müssten Sender und Inhaltanbieter die diktierten Konditionen akzeptieren, um ihre Verbreitung und Nutzung zu gewährleisten.

Im Detail befürchten die Unterzeichner folgende negative Auswirkungen der geplanten Fusion zwischen Vodafone und Unitymedia:

Auswirkungen auf Wohnungswirtschaft und Mieter

Der entscheidende Teil der geplanten Fusion betrifft den deutschen Markt. Dieser befindet sich in einer speziellen und innerhalb Europas einzigartigen Situation hinsichtlich seiner Wohnstruktur. Es ist daher fundamental wichtig, dass diese Besonderheit im Hinblick auf den wohnungswirtschaftlichen Gestattungsmarkt hierzulande beachtet und im Rahmen der Prüfung hinreichend gewürdigt wird.

Der geplante Zusammenschluss von Vodafone und Unitymedia würde einen übermächtigen Anbieter im deutschen Gestattungsmarkt mit zwischen 70 bis 80 Prozent Marktanteil erschaffen. Das zusammengeschlossene Unternehmen erhielte eine erdrückende Dominanz im Markt für Verträge mit der Wohnungswirtschaft zur Versorgung von Mietern (dem sogenannten Gestattungsmarkt) zum Nachteil insbesondere für die Endkunden und die Wohnungswirtschaft.

Auswirkungen auf Verbraucher

Meldung gespeichert unter: Europäische Kommission (EU-Kommission), Vodafone, Kabelnetzbetreiber, Glasfaser, Mergers & Acquisitions (M&A), Unitymedia, FTTH, BREKO, Marktdaten und Prognosen, Telekommunikation, Internet, Medien, Verbände

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