game kritisiert aktuelle KJM-Entscheidung und fordert „dringend notwendige“ Novellierung des gesetzlichen Jugendschutzsystems

Jugendmedienschutz

Donnerstag, 16. Mai 2019 10:15

Berlin, 16. Mai 2019 – Der game – Verband der deutschen Games-Branche hat mit großem Unverständnis auf die Entscheidung der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) reagiert, dem Jugendschutzprogramm von „JusProg“ die Anerkennung abzusprechen.

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Die KJM hatte das Programm ab 2012 in einer Vorgängerversion selbst anerkannt. 2016 übertrug der Gesetzgeber diese Aufgabe dann den Freiwilligen Selbstkontrollen. Die KJM geht mit ihrer Entscheidung nun gegen die Anerkennung von „JusProg“ durch die FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter) vor. Mit „JusProg“ können Eltern durch Installation der Software ihre Kinder effektiv vor dem Zugang zu problematischen Inhalten aus aller Welt im Internet schützen. Dies gerät durch die aktuelle Entscheidung der KJM nun in Gefahr.

„Mit diesem Schritt erweist die KJM dem Schutz von Kindern einen Bärendienst. Die Entscheidung senkt das Jugendschutzniveau in Deutschland, während die Rechtsunsicherheit bei Anbietern und die Verunsicherung bei Eltern steigen. Nur ein Jugendschutzprogramm bietet Schutz vor problematischen Inhalten aus dem Ausland“, kommentiert game-Geschäftsführer Felix Falk.

„Hier sehen wir einmal mehr, wie dringend notwendig die Novellierung des gesetzlichen Jugendmedienschutzes in Deutschland ist. Während insbesondere wir als Games-Branche seit vielen Jahren Vorreiter bei modernen, effizienten und international anschlussfähigen Jugendschutzsystemen sind, laufen die veralteten gesetzlichen Regelungen meilenweit hinterher.

In diesem Rahmen führt uns auch die KJM-Entscheidung in Deutschland wieder zu einem Jugendschutz aus dem letzten Jahrhundert, der mit Maßnahmen wie Sendezeitbegrenzungen im Internet komplett an der Lebens- und Medienrealität vorbeiläuft. Besonders bedauerlich ist, dass diese völlig unverhältnismäßige Entscheidung leichtfertig die vielen positiven Fortschritte der vergangenen Jahre gefährdet, die engagierte Jugendschutzakteure in Deutschland gemeinsam auf den Weg gebracht haben.“

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