Erst jedes zehnte Industrieunternehmen gegen Cybercrime versichert

Verbände

Mittwoch, 18. Mai 2016 11:04
BITKOM

Viele Unternehmen planen oder diskutieren den Abschluss einer Versicherung

Policen decken Restrisiko gegen Hackerangriffe und IT-Sicherheitsvorfälle ab

Versicherer leisten akute Hilfe im Krisenfall

Jedes zehnte Industrieunternehmen (11 Prozent) hat in Deutschland eine Versicherung gegen Hackerangriffe und andere IT-Risiken abgeschlossen. Weitere 9 Prozent planen den Abschluss einer Versicherung und 26 Prozent diskutieren das zumindest. Für fast die Hälfte der befragten Unternehmen (49 Prozent) ist eine Cybercrime-Police aktuell kein Thema. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 504 Unternehmen des produzierenden Gewerbes ab 10 Mitarbeitern ergeben. „Eine Versicherung gegen Cybercrime ist eine sinnvolle Ergänzung technischer und organisatorischer Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit“, sagt Marc Fliehe, IT-Sicherheitsexperte des Bitkom. „Die Cybercrime-Police deckt das unvermeidbare Restrisiko digitaler Angriffe und IT-Störfälle ab.“ Im Fall eines Angriffs übernimmt die Versicherung zum Beispiel die Kosten für die Reparatur von IT-Systemen oder die Wiederherstellung von Daten. Abgedeckt sind in der Regel auch Schäden, die bei einer Betriebsunterbrechung entstehen. Neben externen Angriffen sind je nach Police auch Bedienungsfehler durch Mitarbeiter oder technische Störungen mitversichert. Neben der Versicherung von IT-Risiken können sich Unternehmen zudem gegen eigene Datenschutzverstöße absichern. Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn absichtlich oder versehentlich personenbezogene Daten von Kunden oder anderen Geschäftspartnern in die falschen Hände geraten.

Neben der Übernahme der entstehenden Kosten bieten die Versicherer praktische Unterstützung im Krisenfall. „Wie bei einem Kfz-Schutzbrief können sich versicherte Unternehmen bei einem IT-Angriff rund um die Uhr an Sicherheitsexperten wenden, die sie beim Krisenmanagement unterstützen“, sagt Fliehe. IT-Forensiker und andere IT-Spezialisten könnten zum Beispiel einen Datenabfluss stoppen oder Maßnahmen gegen eine Denial-of-Service-Attacke einleiten. Darüber hinaus unterstützen Versicherer die Unternehmen bei der Eindämmung der Folgeschäden von IT-Angriffen, wenn es um gerichtliche Auseinandersetzungen, die Verhinderung eines Imageschadens oder zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit geht.

„Unternehmen sollten beim Abschluss einer Cybercrime-Police prüfen, welches Service-Paket am besten zu ihnen passt“, sagt Fliehe. Neben Standardtarifen für kleinere Unternehmen prüfen die Versicherer bei größeren Kunden vor dem Abschluss eines Vertrages, welche Sicherheitsmaßnahmen bereits implementiert sind. „Damit leisten Cybercrime-Policen einen Beitrag zur Verbesserung der IT-Sicherheit in der gesamten Wirtschaft“, betonte Fliehe. Da es die Policen erst seit einigen Jahren gibt, entwickeln die Versicherer die Produkte ständig weiter. Unternehmen sollten daher die Konditionen vergleichen und regelmäßig alternative Angebote prüfen. 

 

Meldung gespeichert unter: Cybersecurity, BITKOM, Internet, Verbände

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